Die St. Galler Kantonalbank schliesst das Geschäftsjahr 2017 mit gegenüber den Vorjahren erneut verbesserten Werten ab. Der Konzerngewinn ist im Vergleich zu 2016 um 6,8 Prozent auf 156 Millionen Franken gesteigert worden. Einen neuen Höchststand von 42,4 Milliarden Franken haben die verwalteten Vermögen erreicht. Sie sind gegenüber dem Vorjahr um 4 Milliarden Franken oder 10,5 Prozent gewachsen. Der Generalversammlung vom 25. April wird die Erhöhung der Dividende um 16,7 Prozent auf 17.50 Franken pro Aktie vorgeschlagen.«Die St. Galler Kantonalbank profitiert von ihrem guten Ruf. Sie geniesst das Vertrauen der Bevölkerung», stellte Verwaltungsratspräsident Thomas Gutzwiller an der Bilanz-Medienkonferenz mit Genugtuung fest. Das habe zum ausserordentlich guten Ergebnis geführt, was den Bankverantwortlichen Ansporn sei, die Dienstleistungen weiter zu verbessern. Als persönliche Höhepunkte im Berichtsjahr erwähnte Gutzwiller den Kauf der M.M.Warburg-Bank, welche die Position der St. Galler Kantonalbank auf dem Platz Zürich verstärke, und die Lancierung der Anleihe, welche die Eigenmittelbasis weiter verstärkt habe. Sie beliefe sich mittlerweile auf 2,5 Milliarden Franken.

Zinsen weiter unter Druck
Das Tiefzinsumfeld habe sich auch 2017 gehalten, stellte Roland Ledergerber, Präsident der Geschäftsleitung, fest. Trotz des anhaltenden Drucks habe der Brutto-Erfolg aus dem Zinsengeschäft mit 302 Millionen Franken auf dem Vorjahresniveau gehalten werden können. Auch das Kreditportfolio zeige sich weiterhin in ausgezeichnetem Zustand und die Frühwarnindikatoren im Kreditgeschäft seien unverändert positiv.

Die um 10,5 Prozent gesteigerten verwalteten Vermögen sorgten gemeinsam mit der starken Anlageperformance für einen um 11, 5 Millionen Franken höheren Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft. Höhere Umsätze und die gute Marktentwicklung seien auch die Treiber für die Zunahme des Erfolgs aus dem Handelsgeschäft um 6,7 Millionen Franken.

Höherer Geschäftsaufwand
Der Geschäftsaufwand fällt um 13,1 Millionen Franken oder gut 5 Prozent höher aus als im Vorjahr. Dazu trägt der Personalaufwand 4 Millionen Franken bei. Im Sachaufwand sind die zukunftsgerichteten Investitionen in die Digitalisierung und in die 39 Projekte zum 150-Jahr-Jubiläum ausschlaggebend für den Anstieg um gut 9 Millionen Franken.

Steigerung des Konzerngewinns
Der gesteigerte Betriebsertrag, die positive Entwicklung der Wertberichtigungen und Rückstellungen im Kreditgeschäft sowie der höhere Geschäftsaufwand resultieren in einem Geschäftserfolg von 195.8 Millionen Franken. Dieses Ergebnis übertrifft das Vorjahr um 5 Prozente oder 9,3 Millionen Franken.

10 Millionen Franken werden der Reserve für allgemeine Bankrisiken zugewiesen. Der Konzerngewinn 2017 nach Steuern beträgt 156 Millionen und liegt fast 10 Millionen Franken über dem Vorjahresergebnis.

Der Kanton profitiert auch
Der Generalversammlung wird vorgeschlagen, die Dividende um 1 Franken pro Aktie zu erhöhen und aus Anlass des 150-Jahr-Jubiläums zusätzlich eine Jubiläumsdividende von 1.50 Franken pro Aktie auszurichten. Insgesamt werden so pro Aktie 17.50 Franken ausbezahlt werden.

Als Hauptaktionär profitiert auch der Kanton St. Gallen davon. Total liefert die Kantonalbank dem Kanton 80 Millionen Franken ab.

An der Generalversammlung soll Maria Teresa Vacalli als neues Mitglied des Verwaltungsrates gewählt werden und dort die IT-Kompetenz verstärken.

Ausblick aufs Jubiläumsjahr
Im Geschäftsjahr 2018 rechnet die St. Galler Kantonalbank mit einem Konzerngewinn im Rahmen des Vorjahres. Das Jubiläumsjahr «150 Jahre St. Galler Kantonalbank» ist reich an Aktivitäten und Höhepunkten. Die strategischen Projekte in den Bereichen Beratungskompetenz, Digitalisierung und Anlagegeschäft werden weitergeführt. Ausserdem wird die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die 39 Jubiläumsprojekte im Marktgebiet gerichtet.

Digitalisierung im Sinne der Kunden
Digitalisierung bestimmt immer mehr Lebensbereiche. Für die St. Galler Kantonalbank ist sie aber nicht Selbstzweck, sondern wird im Sinne und Dienst der Kunden eingesetzt und perfektioniert. Felix Buschor, Leiter des Service Centers, spricht von einem hybriden Ansatz. Die Bank biete auch künftig das Geschäft an der Kasse an, und die Beratung erfahre sogar einen Ausbau.

Filialen werden vom Dreizonen- auf das Zweizonenkonzept umgestellt, also auf Empfangs- und Beratungsbereich reduziert. Als erste wird die Niederlassung Flawil in diesem Sinn umgestaltet. Digitalisierung beschränke sich für die Bank nicht auf Tools («Werkzeuge») für die Kunden. Ausserdem befasse man sich mit einem Konzept für die Niederlassungen, Beratungsunterstützung, Daten-Analysen und Automation.