Pizascharte, Sylvesterscharte und Langkofelscharte sowie der fast 3000 Meter hohe Plattkofel waren die Herausforderungen der diesjährigen Wanderwoche. Sie bilden auch bleibende Erinnerungen. Ausserdem selbstverständlich die täglichen mehrstündigen Wanderungen auf alpinen Höhenwegen meist über 2000 Metern. Scharten, das zur Begriffsklärung, bezeichnet man in unseren Breitegraden als Kamine oder Couloirs.

Am Montag nach dem Bettag bestiegen 22 Mitglieder des Jahrgängervereins in aller Frühe in Wil den Car. Schon vor dem Mittag im Grödental angekommen, gings mit einer Standseilbahn auf die Raschötz. Auf dem Programm des ersten Tages stand eine Höhenwanderung. Als man am zweiten Tag vom Col Raiser und von der Regensburger Hütte aus der steilen Felswand gewahr wurde, fragte man sich, ob sich die Pizascharte überhaupt erklimmen lasse. Doch alle schafften es, ebenso wie den Abstieg über die Sylvesterscharte. Die Mittwochs-Wanderung führte von St. Ulrich über den Poststeig, den ehemaligen Postweg, über die Dörfer St. Peter und Lajon bis zum an der Brennerstrasse gelegenen malerischen Städtchen Klausen. Am Donnerstag war der Start zu den Wanderungen auf der Seiser Alm, der flächenmässig grössten Alp Europas. Ein Dutzend Gipfelstürmer erklommen den fast 3000 Meter hohen Plattkofel. Die zweite Gruppe umwanderte einen beachtlichen Teil der Seiser Alm. Höhepunkt des letzten Wandertages war die auf fast 2700 Metern gelegene Langkofelscharte.


Zwei prägende Faktoren

Zwei Faktoren machten die Woche zu einem unvergesslichen Erlebnis. Zum einen die mustergültige Vorbereitung und Organisation der Woche durch den Wanderleiter Josef Brummer. Zum Gelingen trug auch das vom ersten bis zum letzten Tag anhaltende warme und sonnige Spätsommerwetter bei. Brummer hat sich bereits zum vierten Mal als Leiter einer Wanderwoche ausgezeichnet, zum dritten Mal im Val Gardena (Grödental). Die Teilnehmer profitierten davon, dass er als regelmässiger Besucher das Südtirol besser als viele Einheimische kennt. 40 Mal war er hier auf Erkundungstour und weiss über Geografie, Geschichte und Kultur des Südtirols bestens Bescheid. Dass das abwechslungsreiche und anspruchsvolle Programm von idealem Wanderwetter unterstützt wurde, war sozusagen das Tüpfchen auf dem «i». 

Am Vormittag des Rückreisetages konnte nach einer Fahrt mit der Seilbahn auf die Seceda (Säntishöhe) ein imposantes Nebelmeer beobachtet werden, aus dem die markanten Dolomitentürme herausragten. Aber auch an diesem Tag löste sich der Nebel noch vor dem Mittag auf. Nun hoffen die Teilnehmer auf ähnliche Bedingungen in den nächsten Jahren im Bregenzerwald und im Engadin.