Es geht zwar «nur» um ein kleines Bassin, welches im Jahr 1969 bei der Errichtung der Oberstufe Sproochbrugg in Zuckenriet gebaut wurde. Doch mit diesem Lernschwimmbecken sind in der Gemeinde Niederhelfenschwil viele Emotionen verknüpft. Dabei scheint lediglich eine untergeordnete Rolle zu spielen, dass es nur von wenigen sowie teilweise auswärtigen Vereinen und Organisationen genutzt wird. Keinen Bedarf hat die Oberstufen-Schulgemeinde, welche gemeinsam mit Zuzwil gebildet wird. Früh hat Zuzwil deshalb signalisiert, sich finanziell nicht an der Sanierung zu beteiligen. Eine solche wird nun fällig, da das kleine Bad seine Lebensdauer erreich hat.

Also bliebe in der Einheitsgemeinde Niederhelfenschwil finanziell alles an den Steuerzahlern hängen. Rund 1,7 Millionen Franken würde die Sanierung gemäss einer ersten Berechnung kosten. Um den Puls in der Gemeinde zu spüren, wurde im vergangenen November eine Grundsatzabstimmung an der Urne durchgeführt. Und siehe da: 77,3 Prozent sprachen sich dafür aus, die Planungen voranzutreiben. Und das bei einer verhältnismässig hohen Stimmbeteiligung von knapp 58 Prozent.

Die Sicherheit als Hauptargument

Alles in Butter also? Nein. Denn seit wenigen Tagen gibt es öffentlichen Widerstand. Unter der etwas schwerfälligen Domain www.neinzumlernschwimmbecken.ch hat Roland Luchsinger aus Niederhelfenschwil eine Homepage aufgeschaltet, auf welcher er unmissverständlich für ein Nein wirbt. Roland Luchsinger? Er ist von der örtlichen SVP, betont allerdings, dass diese Aktion nichts mit der Partei zu tun habe und auf Eigeninitiative beruhe. Noch sei die Unterstützung nicht gross, die Kampagne aber auch eben ersten angelaufen.

Für Luchsinger sprechen mehrere Argumente gegen die Sanierung – in erster Linie aber die Sicherheit der Primarschüler, welche aus den drei Dörfern der Gemeinde in die Sproochbrugg übersiedeln müssen für die Schwimmlektionen. Es gehe aber auch darum, dass in den Schwimmbädern Wil und Oberuzwil – sie wären die Alternative im Falle einer Schliessung des Sproochbrugg-Schwimmbeckens – ausgebildetes Fachpersonal zugegen wäre, falls etwas passieren sollte.

Abstimmungstermin noch offen

Zudem geht es Luchsinger um die Finanzen. Um zwei bis vier Prozente müsste der Steuerfuss aus seiner Sicht erhöht werden, wenn die Sanierung Tatsache wird. Er sagt zudem: «Wenn wir Glück haben, reichen die prognostizierten 1,7 Millionen Franken. Es wurden aber keine Sicherheitsreserven eingerechnet. Und wenn der Kanton die Abschreibungsdauer auf unter 30 Jahre verkürzt, steigen die Kosten weiter.»

Ein weiteres Argument: Diese Abstimmung könnte einen Keil zwischen die Gemeinden Zuzwil und Niederhelfenschwil treiben – und dies bei einer gemeinsamen Oberstufen-Schulgemeinde. Auch aus ökologischen Gründen sei eine Erneuerung nicht nötig, so Luchsinger. Er fasst seine Haltung zusammen: «Die Sanierung ist unverhältnismässig.»

Wann die Abstimmung betreffend Lernschwimmbecken stattfindet, steht noch nicht fest. Das Ziel der Gemeinde ist, sie noch dieses Jahr durchzuführen.