Ist das Kunst oder kann das weg? Das mag sich so mancher fragen, der an Grafittis vorbeigeht und die Malereien an Wänden und Waggons anschaut. Sicher ist: Wer Gebäude, Fahrzeuge oder andere Dinge illegal besprayt, macht sich strafbar. Im Ratgeber der Kapo SG heisst es gar: «Wer Objekte, Fahrzeuge und Mauern mit Farbe besprüht oder seine Tags hinmalt, kann sich damit die ganze Zukunft verbauen.» Oft müssten die Verantwortlichen, die erwischt werden, jahrelang Schulden abbezahlen, denn eine Strafe könne «schnell einmal 10‘000 Franken oder ein Mehrfaches» betragen.

Auch eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren ist eine mögliche Konsequenz für illegales Sprayen. Da beim Sprayen und seinen Unterformen, etwa dem «Scratching» (Zerkratzen), fremdes Eigentum zerstört oder mindestens beschädigt werde, handele es sich dabei um eine Straftat, so geht es aus einer Informationsbroschüre der Schweizerischen Kriminalprävention hervor. Viele Sprayaktionen seien darüber hinaus gefährlich und hätten Mutproben-Charakter, was zwar zu Ansehen in der Szene führen könne, aber eben hochriskant sei.

Öl und Leinwand statt Spraydosen

Doch das muss nicht sein: Der Thurgauer Künstler «Self» alias Christian Schmidhauser begann im Alter von 15 Jahren damit, Graffiti auf Spanplatten zu sprayen. Seit sechs Jahren nutzt er Leinwand als Untergrund und Öl als Farbe – und stellt ab dem 23. Oktober in der Galerie am Gleis in Uzwil aus. 

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Die Farbengewalt des Thurgauer Künstlers Self. (zVg)