Erwin Böhi, Sie haben im Kantonsrat einen neuen Vorstoss bezüglich der Festspiele auf dem Klosterplatz eingereicht. Was ist das Anliegen Ihrer Eingabe?

Vor kurzem wurde bekannt, dass die St. Galler Regierung beschlossen hat, die Festspiele auf dem Klosterplatz ab 2023 nicht mehr jedes Jahr, sondern nur noch alle zwei Jahre zu bewilligen. Das hat mich überrascht, denn noch 2020 wehrte sich die Regierung gegen meinen Vorschlag, die Festspiele an einem anderen Ort in St. Gallen durchzuführen.

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Kantonsrat Erwin Böhi (SVP) möchte Wil zum alternierenden Auffühungsort für die St. Galler Festspiele werden lassen. 

Wie stehen Sie grundsätzlich zu den Festspielen?

Ich finde die Festspiele an sich eine gute Sache, aber es ist störend, dass der Klosterplatz deswegen während fast drei Monaten teilweise gesperrt ist, ausgerechnet in der Tourismus-Hochsaison. Obwohl die Mehrheit des Kantonsrats meinen Vorstoss letztes Jahr ablehnte, kam während der Debatte darüber eine allgemeine Skepsis zum Vorschein, was wohl dazu beigetragen hat, dass die Regierung in ihrer neuen Zusammensetzung nun diesen Entscheid gefällt hat. Nun möchte ich diese Chance nutzen und schlage vor, dass die Festspiele jedes zweite Jahr in Wil stattfinden sollen, z.B. auf dem Hofplatz.

Weshalb glauben Sie, dass Wil alternierend der passende Ort für die Aufführungen ist?

Das Wiler Stadtparlament wird im September über die 3. Bauetappe des Hofs zu Wil beraten, die Renovationsarbeiten und bauliche Änderungen mit dem Ziel einer vermehrten öffentlichen Nutzung des Hofbezirks beinhaltet. Das ist ein bedeutendes Projekt, das insgesamt rund 25 Mio. Franken kostet und an welches der Kanton 5,4 Mio. beitragen wird. Teil des Konzepts ist die touristische Anbindung des Hofs an den Stiftsbezirk St. Gallen und diese Anbindung sollte man auch kulturell stärken. Deshalb würde es durchaus Sinn machen, dass die Festspiele abwechselnd im Stiftsbezirk in St. Gallen und im Wiler Hofbezirk stattfinden, denn das würde die Attraktivität der Wiler Altstadt weiter erhöhen, nicht nur für auswärtige Besucherinnen und Besucher, sondern auch für die Wiler Bevölkerung.