In seinem Grusswort an der Medienveranstaltung zum Tag des Waldes in Henau wies Regierungsrat Beat Tinner darauf hin, dass die Biodiversität ein Schwerpunktthema der St. Galler Regierung sei, wie der Medienmitteilung vom Mittwoch der Staatskanzlei zu entnehmen ist. Biodiversität stehe für die Vielfalt und die Vernetzung von Lebewesen und Lebensräumen. Doch diese Vielfalt sei gefährdet.

Sorge berechtigt

Gemäss Beat Tinner sei die Sorge um die Zukunft dieser Naturwerte berechtigt. Gleichzeitig lägen hier aber auch grosse Chancen, die Artenvielfalt zu erhalten und sogar zu fördern. In diesem Sinn wolle die Regierung mit der «Biodiversitätsstrategie St. Gallen 2018-2025» denn auch Gegensteuer geben. Tinner gibt sich überzeugt, dass die Biodiversitätsstrategie massgeblich dazu beitragen wird, die biologische Vielfalt im Kanton langfristig zu erhalten und zu verbessern.

Hotspot der Biodiversität

Regionalförster Raphael Lüchinger und Projektförster Andreas Hefti informierten über die besondere Bedeutung des Waldes für die Artenvielfalt. Der Wald sei ein «Hotspot der Biodiversität». Mehr als 40 Prozent der Tiere und Pflanzen, die bei uns vorkommen, seien auf den Wald angewiesen. Erhebungen der Vogelwarte Sempach zeigten zudem, dass sich die Artenvielfalt im Wald stabilisiere, ja zum Teil sogar verbessere. Die Forstleute wiesen darauf hin, dass trotzdem weitere Anstrengungen nötig seien, zum Beispiel durch die Aufwertung von Waldrändern, das Ausscheiden von Waldreservaten oder die gezielte Pflege der Auenwälder.

Thurauen: Lebensraum und Erholungsgebiet

Die Thurauen sollen zu einem wichtigen Lebensraum für Amphibien werden. Amphibienexperte Jonas Barandun habe denn auch erklärt, wie sich die Thurauen im Laufe der Zeit verändert haben. Anhand konkreter Objekte zeigte er, wie der Artenschutz entlang von Flussräumen gefördert werden kann.

Marco Bruggmann, Projektleiter Orts- und Siedlungsentwicklung der Gemeinde Uzwil, habe zudem erläuter, welche Ziel die Politische Gemeinde Uzwil in den Thurauen verfolgt und wie diese umgesetzt werden. Die Gebiete entlang der Thur seien nicht nur aus ökologischer Sicht wertvoll, sondern auch ein wichtiges Naherholungsgebiet für die Bevölkerung, heisst es in der Medieninformation weiter. Die Gemeinde wolle Natur- und Freizeiterlebnisse an der Thur weiterhin ermöglichen. Das Spannungsfeld zwischen Schutz und Nutzung solle mit einer übergeordneten Planung und gezielter Lenkung der Erholungssuchenden entschärft werden.