Brunnen, Wasserspender um die sich Geschichten und Legenden ranken. Sie sind Symbole für Liebe, Glück, Zufriedenheit. Von Brunnen liest man in der Bibel, in der Mythologie, in der Literatur, in Märchen, Liedern, Bildern und so weiter. Brunnen werden nie alt, nicht nur bildlich sind sie wahre Jungbrunnen. Mit diesem Artikel wird das Thema "Wiler Brunnen" abgeschlossen und es geht hinaus in die ebenfalls «brunnenreiche» Region. Alle Wiler Brunnen sind ausführlich beschrieben unter www.wilnet.ch.

Der Alleebrunnen
Seit 1855 ist die Stadt Wil ans Eisenbahnnetz angeschlossen. Die Verbindung vom Bahnhopf zur Stadt entwickelte sich nach anfänglichem Zögern rasch und wurde zum eigentlichen Auslöser der Stadtentwicklung ausserhalb der Altstadt. Allerdings wurde das Stück zwischen Bahnhof und Wirtschaft «Freihof» von der Ortsbürgergemeinde anders genutzt.1860 fiel der Beschluss, die dort bestehende Kiesgrube aufzufüllen und einen Spazierweg, eben die Allee zu erstellen, gewissermassen eine «Visitenkarte» für die Reisenden und schattige «Wandelbahn» für die Einheimischen. 1895 schlug die Ortsverwaltung vor, eine Springbrunnen als Wasserbassin und Anziehungsunkt einzurichten. Vom Besitzer der Villa Schlosshalde bei Pfungen konnte für 200 Franken die eiserne Fontäne erworben werden. Anfangs der fünfziger Jahre wurde das eiserne Geländer beseitigt, das Becken mit Natursteinen eingemauert und die Umgebung mit Granitplatten abgedeckt. Da 1905 ziemlich genau gegenüber das Alleeschulhaus eingeweiht worden war, lag es nahe, dies bei der künstlerischen Gestaltung zur berücksichtigen. Bildhauer Urban Blank schlug zwei raufende Knaben dar, was Gefallen fand. Das erste Modell allerdings soll  «plump» gewirkt haben, keineswegs jugendlich. Der Stadtrat beharrte auf einer Änderung, das neue war dann ok und hat an Aktualität nichts eingebüsst. Noch heute ist die Allee mit ihren herrlichen Bäumen und dem fröhlich wirkenden Brunnen ein vielgenutztes Erholungsgebiet. Der überzeugte Künstler meinte damals: «Es stimmt halt doch, dass Kunst sich an einen kleinen Kreis nur richten kann».

Der Böcke-Brunnen von 1853 musste 1951 erneuert werden. Als Sujet wählte der Wiler Bildhauer Werner Hilber einen Krieger, eben einen der berühmt-berüchtigten «Wiler Böcke» aus der Zeit des «Alten Züricherkrieges».
Der Färbibrunnen 1949 wurde beschlossen, dem neuen Brunnen ein unverwechselbares Gesicht zu geben. Bildhauer Eugen Krucker legte ein Projekt vor für einen neuen Säulensockel mit Kapitell in Muschelkalk und einer daraufstehenden Brunnenfigur, einem Mädchen mit Waschzuber, das allgemein Beifall fand. Es wurde auch beschlossen, dass der Brunnen inskünftig "Färbibrunnen" genannt werden solle. Er erinnert an die Vorfahren von  Ruedi Schär, die dort im 15. Jahrhundert eine Färberei betrieben hatten. 
Bärenbrunnen Der Brunnen wurde anscheinend gut gepflegt. Erst im Februar 1932 musste festgestellt werden, dass die Brunnensäule zu ersetzen sei. "Da es sich um einen der schönsten Plätze am Eingang der Altstadt handelt, ist eine Lösung zu suchen, die dekorativ zu befriedigen vermag", heisst es dazu im Gemeinderatsprotokoll. Allerdings konnte erst im März 1935 der Vertrag mit dem Wiler Bildhauer Werner Hilber genehmigt werden, der die heutige Figur des Bären mit der Trommel schuf
St. Nikolausbrunnen  Im August 1943 wurde auf Anregung von Johann Pfister Amstutz beschlossen, die alte Brunnensäule durch eine St. Nikolaus-Statue zu ersetzen. Der Gemeinderat holte bei Bildhauer Karl Gruber eine Offerte für diese zusätzliche Arbeit ein. Nach einem Augenschein wurde am 10. September 1943 der Auftrag erteilt. Ausgeführt hat die Statue Sohn Rudl Gruber (geboren 1920), der damit seine zweite grössere Steinfigur schuf.