Provokationsverfahren – schon mal gehört? Nein? Damit sind Sie nicht allein, wie ein Blick auf die FAQs der Stadt Wil zu den Schutzinstrumenten zeigt. Auf der entsprechenden Website werden Fragen beantwortet, die im Rahmen der «öffentlichen Mitwirkung im Natur- und Kulturgüterschutz» eingegangen sind, wie die Stadt in einer Medieninformation mitteilt. In diese FAQs werden verschiedene Fragen beantwortet, etwa: «Wozu dient der gesetzliche Schutz von Natur- und Kulturgütern?», «Ist die Realisierung der Netzergänzung Nord im Landschaftsschutzgebiet noch möglich?» oder eben «Was ist ein Provokationsverfahren?»

Antworten online

Doch von vorn: Von Mai bis Juni hatten die Wilerinnen und Wiler die Gelegenheit, sich beim Kultur- und Naturschutz der Stadt Wil aktiv einzubringen. Rund 600 Rückmeldungen seien im Rahmen der öffentlichen E-Mitwirkung zu den 420 erfassten Objekten, zur Schutzverordnung, zum Schutzinventar und zum Planungsbericht eingegangen, teilt die Stadt am Mittwoch in einer Medienorientierung mit. Zudem sehr mehrfach der Wunsch nach weiteren Informationen geäussert worden, worauf die Stadt mit einer zusätzlichen Info-Veranstaltung sowie vielen Gesprächen reagiert habe. Die meistgestellten Fragen und die Antworten dazu seien nun auf der Website zum Natur- und Kulturgüterschutz aufgelistet.

Anträge in Bearbeitung

Die eingegangenen Anträge zu den Schutzinstrumenten sind derzeit bei der Stadtplanung Wil in Bearbeitung. Es wird aufgrund der Anträge auch zu einigen Anpassungen kommen. Deren Umsetzung verzögert die Rückmeldungen an die Mitwirkenden. Die Stadt Wil wird erneut über den Stand der Arbeiten informieren und dankt für das Verständnis.

Die drei Fragen vom Anfang

Und wozu dient nun der gesetzliche Schutz von Natur- und Kulturgütern?
Auf der Website heisst es dazu: «Historische Gebäude, intakte Landschaften, Verkehrswege, Gärten, archäologische Objekte sowie Bäume und Hecken sind für die Siedlungs- und Lebensqualität, die Identität und somit für die nachhaltige Entwicklung der Stadt Wil sehr wertvoll.

Der Natur- und Kulturgüterschutz der Stadt Wil ist ein Gesamtvorhaben. Es umfasst die Überarbeitung und Ergänzung der bestehenden Schutzverordnung, ein neues Schutzinventar und das neue Beitragsreglement. Damit wird sichergestellt, dass die wertvollen Kultur- und Naturobjekte für kommende Generationen erhalten bleiben. Gleichzeitig beachtet die Stadt Wil mit der Revision der Schutzinstrumente die gesetzlichen Vorgaben von Bund und Kanton.»

Was ist ein Provokationsverfahren?
«Stellt der Grundeigentümer oder die Grundeigentümerin nach Genehmigung des Schutzinventars ein entsprechendes Gesuch, wird im Rahmen des unentgeltlichen Provokationsverfahrens (Art. 116 des kantonalen Planungs- und Baugesetzes) geprüft, ob und in welchem Umfang ein im Schutzinventar erfasstes Baudenkmal tatsächlich und verbindlich unter Schutz gestellt wird.»

Ist die Realisierung der Netzergänzung Nord im Landschaftsschutzgebiet noch möglich?
«Die Realisation der Netzergänzung Nord ist möglich und wird durch das Landschaftsschutzgebiet nicht verhindert. Beim entsprechenden Planverfahren werden die Interessen des Landschaftsschutzes einfliessen.»