Die Stadt Wil hat verschiedene Bereiche mit Gittern abgesperrt: So sind die Sportanlage Lindenhof mit Parkplatz, der Skatepark Bergholz, der Schulhausplatz Allee sowie die Fussgänger-Allee zurzeit nicht zugänglich. «An diesen Hotspots ist es vor den Absperrungen oft vorgekommen, dass sich grosse Personengruppen getroffen und die Abstandsregeln nicht eingehalten haben», teilt die Stadt Wil in einem kurzen Communiqué mit. Die Stadt sah sich deshalb veranlasst, für die Einhaltung der Bundesvorgaben und den Schutz der Gesundheit diese Absperrungen laufend anzupassen. «Diese Massnahmen haben am vergangenen Wochenende zu einer stark verbesserten Situation geführt», informiert die Stadt weiter. So konnte die Polizei am vergangenen Wochenende nur noch wenige Verstösse gegen die Bundesvorgaben feststellen. Laut Medienmitteilung werden die Kontrollen weiterhin strikt durchgeführt. «Die Entwicklung wird laufend mit der Polizei analysiert und die Gitter werden wieder entfernt, sobald es die Situation zulässt», meint die Stadt Wil zur Zukunft der aktuellen Absperrungen. (pd)

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Warum die Stadt St. Gallen auf Gitter verzichtet (26.04.):

Schon über 1,5 Kilometer Baugitter musste die Stadt Wil mieten, um Gebiete hermetisch abzuriegeln. Immer wieder hatten sich zuvor meist Jugendliche dort getroffen, um die lauen Frühlingstage und -abende gemeinsam zu verbringen – Corona-Vorschriften hin oder her. Läuft man vom Bahnhof westlich der Oberen Bahnhofstrasse Richtung Schwanenkreisel, kommt man sich vor wie in einem Kriegsgebiet, da man von Gitterfronten umgeben ist.

Die Zustimmung für diese Massnahme ist gross. hallowil.ch hat auf seinem Instagram-Kanal gefragt, ob dieses Vorgehen der Stadt Wil in Ordnung ist. Rund drei Viertel aller, die bei der Umfrage mitgemacht haben, sind einverstanden.

Rotweisse Bänder, aber keine Gitter

Interessant ist: In der Kantonshauptstadt St. Gallen, wo noch deutlich mehr Leute leben, wird auf Absperrgitter wie in Wil verzichtet – auch bei neuralgischen Punkten. Es wurden lediglich bereits eingezäunte Aussenanlagen geschlossen und Hinweistafeln angebracht, dass die Nutzung verboten ist. Die übrigen Aussenanlagen wurden teilweise mit rotweissen Absperrbändern und Hinweistafeln versehen. «Die Stadt St. Gallen betreibt verschiedene weitläufige Aussenanlagen wie das Gründenmoos oder die Kreuzbleiche. Sie werden als öffentlicher Raum wahrgenommen. Die Absperrung mit Gittern hätte einen unverhältnismässig grossen Aufwand bedeutet», sagt Andreas Horlacher, Leiter Dienststelle Infrastruktur, Bildung und Freizeit der Stadt St. Gallen.

Das Anlagenpersonal wurde angewiesen, im Bedarfsfall die Einhaltung der Regeln anzusprechen. Die Möglichkeiten dieser Personen sind aber beschränkt, da die Durchsetzung der bundesrätlichen Vorgaben Sache der Stadtpolizei ist.

Wenige Verstösse in St. Gallen

Zu fragen ist: Halten sich die St. Galler besser an die Regeln des Bundesrates als die Wiler? «Die Stadtpolizei St. Gallen ist in den Naherholungsgebieten wie Gübsensee oder Drei Weieren gerade an den Wochenenden sehr präsent. Dabei zeigt sich bisher, dass sich der Grossteil an die Vorschriften hält. In den Naherholungsgebieten mussten nur wenige Bussen ausgestellt werden», sagt Dionys Widmer, Mediensprecher der Stadtpolizei St. Gallen. Auf eine Absperrung von Gebieten wurde auch verzichtet, weil dies eine dichtere Menschenansammlung auf dem übrigen Raum zur Folge gehabt hätte. «Aufgrund dessen und weil es vorgängig zu keinen Problemen gekommen war, wurde durch den Stadtrat entschieden, keine Gebiete zu sperren», sagt Widmer.

Wie lange die Gitter in Wil bleiben, steht noch nicht fest. Die Situation werde laufen analysiert, lässt die Stadt Wil seit geraumer Zeit gebetsmühlenartig verlauten.

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Nun ist die ganze Allee abgeriegelt (24.4.)

«Die vergangenen Wochenenden haben gezeigt, dass sich um die Allee grössere Personengruppen treffen. Auch Wegweisungen und Bussenerteilungen durch die Polizei haben keine gewünschte Wirkung gezeigt», lässt die Stadt Wil am Freitagmorgen verlauten – und zieht Konsequenzen. Nach der Aussensportanlage Lindenhof, dem Skaterpark Bergholz und der Schulanlage Allee wurde nun auch der Alleeweg mit Baugittern abgesperrt. Somit kann ab sofort nicht mehr unter den Bäumen gesessen werden. Nur noch ein schmaler Durchgang zwischen Gittern ist möglich, um westlich der Oberen Bahnhofstrasse zum Schwanen-Kreisel zu gelangen.

Bis wann die aufgestellten Absperrungen in der Stadt Wil bestehen bleiben, ist noch offen. Die Situation werde laufend mit der Polizei analysiert, heisst es seitens der Stadt.


Parlamentssitzung und Dankesanlass abgesagt.

Es gibt noch weitere Neuigkeiten aus dem Rathaus: Es wurde entschieden, die nächste Parlamentssitzung vom 14. Mai aufgrund der aktuellen Situation abzusagen. Es gebe keine dringenden Traktanden. Das Parlamentspräsidium hat gleichzeitig angeordnet, Vorkehrungen zu treffen, dass die Parlamentssitzung vom 4. Juni stattfinden kann.

Es wurde zudem entschieden, den diesjährigen Dankesanlass «Freiwillig» abzusagen. Diese Veranstaltung führt die Stadt jeweils durch, um sich bei den ehrenamtlich arbeitenden Personen zu bedanken.