CVP Wil: «Schon seit vielen Jahren wird von Detailhändlern, Kunden und Besuchern bedauert, dass die Belebtheit der Innenstadt von Wil nicht vergleichbar ist mit ähnlichen Orten in der Schweiz. Ausnahmen sind u.a. das Stadtfest, Musig i dä Beiz, Gartenausstellung, Hof Chilbi und weitere originelle Anlässe, welche grossen Zuspruch erhalten (Ob die Besucher dann auch in Wil einkaufen, steht auf einem anderen Blatt). Es sind aber nur temporäre oder einzelne Fälle. In diesen Sinne geben wir Herrn Müller grundsätzlich recht.

Es ist aber Tatsache, dass seit längerem ein struktureller gesellschaftlicher Wandel im Gange ist, welcher online bevorzugt, Läden ohne Alleinstellungsmerkmal es schwieriger haben und durch lokale Behörden nur sehr eingeschränkt beeinflusst werden können.»

Post inside
Aussengastronomie wirkt belebend. 


Zukunftsträchtige Projekte

CVP Wil: «Das Parlament und der Stadtrat haben zwecks Verbesserung bereit einiges aufgegleist, z.B.

• Bald wird der Hof um einiges attraktiver für die Bevölkerung und Touristen, was hoffentlich mehr Bewegung vom Bahnhof her bis zum Hof bringt, davon kann auch die Obere Bahnhofstrasse profitieren

• Vielleicht wird auch bald der Turm und das umliegende Gelände etwas lebendiger, was auch wieder Bewegung ins Zentrum bringen könnte, aber hier werden innovative und kreative Konzepte gefragt sein, nicht nur seitens der Stadt sondern insbesondere von Detailhandel/Gastronomie

• Der Stadtfonds zu Gunsten des Gewerbes ist im Parlament vorbereitet und der Stadtrat bereits im Gespräch mit den Betroffenen für Quick Wins und längerfristige Massnahmen

Als Ideen für weitere Massnahmen wären z.B. grössere Aussenflächen für die Gastronomie, mehr Schatten spendende Bäume, Originalitätspreise für innovative Ideen, konkrete Gespräche mit potentiellen Verhinderern oder vielleicht ein attraktiver, heute nicht vorhandener Detaillist, der als Anziehungspunkt die Kunden wieder in die Stadt ziehen würde. Als geeigneter Ort könnte allfällig der Bleicheplatz einer sinnvollen Erweiterung dienen.»

Post inside
Geschäftsinhaber Natal Müller findet, in Wil werde zu wenig auf das veränderte Kundenverhalten reagiert. 


Grüne prowil: «Der Strukturwandel im Bereich Einkaufsverhalten verändert Dörfer und Städte und auch die im Text erwähnten Städte kämpfen damit. Innovation ist erwünscht, jedoch nicht einfach so aus dem Ärmel zu schütteln.

Sich den Herausforderungen zu stellen und innovative Modelle im Bereich des Einkaufs zu entwickeln, gehört zu den Aufgaben des Detailhandels. Zu den öffentlichen Aufgaben gehört es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Innovation begünstigen und Impulse zu setzen. Aktuell wird mit dem Reglement Stadtfonds, das im Herbst im Parlament beraten wird, ein Instrument vorgeschlagen, welches innovative Projekte unterstützen könnte. Mit der Gestaltung des Bahnhofplatzes, dem Projekt Turm und dem Stadtpark sind grössere Projekte im Bereich Stadtentwicklung geplant, die Orte der Begegnung werden sollen.»

Post inside
Hat die Obere Bahnhofstasse genügend Aufenthaltsqualität? 


Offener Krebsbach

Grüne prowil: «Wir sind ebenfalls der Meinung, dass die Aufenthaltsqualität der Oberen Bahnhofstrasse zu wünschen übrig lässt. Bereits bei ihrer Planung haben wir uns von den Grünen prowil dafür eingesetzt, dass verschiedene Bereiche geschaffen werden, die die Menschen zum Verweilen einladen. Mit viel Herzblut haben wir uns zudem im Bereich der Oberen Bahnhofstrasse für die Offenlegung des Krebsbaches eingesetzt. Leider erfolglos. Andere Städte haben Erfolg damit.»

Fragliche Fehlanreize

Grüne prowil: «Selbstverständlich ist Innovation gefragt. Solange es aber noch Ladenbesitzer*innen gibt, die glauben, ihr Geschäftserfolg hänge von 30 Min. Gratisparkieren ab, kommen wir nicht weiter.»

Mitanpassungen

Grüne prowil: «Grundsätzlich ist der öffentliche Raum so zu gestalten, dass er vielfältig genutzt werden kann und Begegnungsmöglichkeiten schafft. Damit entsprechende Raumangebote im Freien geschaffen werden können, muss die Stadt vom motorisierten Verkehr entlastet werden. Je höher die Aufenthaltsqualität auf Plätzen und entlang von Strassen ist, desto mehr Menschen halten sich darauf auf und diese sind wiederum potenzielle Kundinnen und Kunden von Geschäften.

Es gilt zudem die Vorteile des Detailhandels aufzuzeigen und zu leben: Qualität und Kundenservice müssen stimmen und haben ihren Preis. Solange die Maxime beworben wird, je günstiger desto besser, wird gegen den Detailhandel gearbeitet. Weiteren Handlungsbedarf sehe ich bei den Vermieter*innen von Liegenschaften.

Stichworte zu den genannten Punkten sind: günstigere Mieten für junge Unternehmen und nicht immer Maximalrendite für grosse Ketten; Velohauslieferdienst nutzen und bewerben; Einführung von weiteren Markttagen und Verlängerung des Samstagsmarkts, Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und Vereinen. Der Einsatz zugunsten eines belebten Stadtzentrums lohnt sich auf jeden Fall.»