Ende August wird Roman Giger nach 15 Jahren die Kirchgemeinde Wil verlassen und die Seelsorgeeinheit St. Gallen West übernehmen. Der Noch-Stadtpfarrer richtete sich am Freitagabend im Rahmen der Kirchbürgerversammlung an die Anwesenden und bedankte sich bei allen, die sich für die Kirche einsetzen. Nach 15 Jahren sei für ihn dieser Zeitpunkt eine Gelegenheit, etwas Neues zu wagen. «Pfarrer kommen und gehen. Letztendlich werde die Kirchgemeinschaft aber durch die Christen getragen und bleibe somit immer bestehen», sagt Giger.

Kirchenverwaltungsratspräsident Jürg Grämiger würdigte Einsatz von Roman Giger in der Kirchgemeinde Wil. «Er hat das Pfarreileben entscheidend weitergebracht und mit seinem positiven Geist vielen Menschen Halt gegeben», sagte Grämiger. Giger war zuerst fünf Jahre Kaplan und seit 2009 Stadtpfarrer. Im Jahr 2019 werden die Gestaltung der Übergangsphase und die Suche nach einem Nachfolger als Stadtpfarrer, welcher durch Bischof Markus Büchel bestimmt wird, wichtige Vorhaben sein.


Dachsanierung wird vorgezogen

Ein wichtiges Projekt im vergangenen Jahr war die Planung der Innen-Teilrennovation sowie Gemäldesanierung der Wallfahrtskirche Maria Dreibrunnen, deren Arbeiten anfangs 2019 begonnen haben. Unvorhersehbare Massnahmen mussten allerdings aufgrund des schlechten Dachzustandes getroffen werden. In der Umbauanalyse zeigte sich, dass die Ziegel des Daches erhebliche Beschädigungen aufweisen und in wenigen Jahren saniert werden müssten. Die Dachsanierung wurde deshalb vorgezogen, um eine spätere Erschütterung des sanierten Deckengemäldes zu verhindern. Die Wiedereröffnung der Kirche erfolgt nun zwei Wochen später als ursprünglich gedacht, nämlich am 26. Mai. Zudem führen die umfassenderen Arbeiten zu geschätzten Mehrkosten von je 100’000 Franken bei der Dach- und Gemäldesanierung. Ob ein Nachtragskredit notwendig sei und in welcher Höhe, ist noch nicht klar.


Tiefe Stimmbeteiligung

Weitere Zahlen wurden in zwei Traktanden von Finanzchef Marco Gehrig vorgetragen. Zum einen erzielte die Kirchgemeinde im Jahr 2018 einen Gewinn von rund 44'000 Franken. Zum anderen wird der Steuerfuss 2019 unverändert zum Vorjahr bei 22 Prozent belassen. Im Voranschlag 2019 vorgesehen sind Investitionen für die Innenraumsanierung und Orgelrevision in der Kirche St. Peter und die Aufwertung des Glockenstuhls im Kirchturm St. Nikolaus. Die Jahresrechnung 2018 als auch Voranschlag und Steuerplan 2019 wurden von den nur gerade 188 anwesenden Kirchbürgern – gut 10'000 gibt es – einstimmig angenommen. 

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Bei den 188 anwesenden Stimmbürgern herrschte bei allen Traktanden Einstimmigkeit. (Bild: Andrina Singenberger)