Die Wilerinnen und Wiler haben eine Auswahl. Und das ist gut so. Vier Personen bewerben sich für das Stadtpräsidium. Und die Meldefrist dauert noch mehr als einen Monat. Somit ist schon jetzt sehr wahrscheinlich, dass die Entscheidung betreffend Nachfolge von Susanne Hartmann nicht im ersten Wahlgang am 27. September fällt, sondern im zweiten am 29. November. Mit Daniel Meili (FDP) und Dario Sulzer (SP) kandidieren zwei Stadträte, mit Hans Mäder (CVP) der Eschliker Gemeindepräsident und mit Oliver Baumgartner (parteilos) ein Quereinsteiger. Gemäss einer Online-Umfrage von hallowil.ch, die gut 1500 Teilnahmen generiert hat, käme es effektiv zu einem zweiten Wahlgang. Hans Mäder bekam 567 Klicks, Daniel Meili 469, Oliver Baumgartner 344 und Dario Sulzer 124.

Wird das Kandidaten-Feld noch vergrössert? Wohl ja. Denn SVP-Fraktionspräsident Benjamin Büsser sagt auf Anfrage von hallowil.ch, dass auch von der Volkspartei noch Kandidaturen folgen werden – fürs Stadtpräsidium und den Stadtrat. «Wir haben Zeit bis Ende Juni und wollen diese auch nutzen», sagt Büsser. Aus der Tatsache, dass die Partei noch keine Namen präsentiert hat, lässt sich allerdings herauslesen, dass es bei der Kandidatensuche harzt. Denn in der Zwischenzeit gibt es schon viele bürgerliche Kandidaturen, was es für die SVP nicht einfacher macht.

Kandidiert Ursula Egli für die SVP?

Nicht nur beim Stadtpräsidium gibt es eine Auswahl, sondern auch im fünfköpfigen Stadtrat. Da gemäss neuem Wahlmodus auch der Stadtpräsident in den Stadtrat gewählt werden muss, lassen sich auch Meili, Mäder, Baumgartner und Sulzer auf die Stadtratsliste setzen. Dazu kommen Jigme Shitsetsang (FDP), Beat Gisler (CVP) sowie die amtierenden Stadträte Daniel Stutz (Grüne Prowil) und Jutta Röösli (parteilos). Es fällt auf: Die Frauen sind bisher untervertreten. Keine für das Stadtpräsidium, einzig Jutta Röösli für den Stadtrat. Es ist zudem nicht auszuschliessen, dass Röösli als Parteilose abgewählt wird. Ist dieses Amt für SVP-Kantonsrätin Ursula Egli ein Thema? Ihre Kandidatur läge schon fast auf der Hand. Und was machen die Grünen Prowil? Und was das überparteiliche Komitee, welches schon Oliver Baumgartner portiert? Viele Fragen sind noch offen.

Gut möglich ist aber auch, dass nach dem 27. September die Karten für den zweiten Wahlgang noch einmal völlig neu gemischt werden. Meldungen von Kandidaturen für den ersten Wahlgang sind noch bis am 29. Juni um 18.30 Uhr möglich und elektronisch einzureichen.

Womöglich letzte Schulratswahl

Am 27. September werden auch die 40 Mitglieder des Wiler Stadtparlaments für die Legislatur 2021 – 2024 gewählt. In dieser Thematik war es bisher ziemlich ruhig und die Parteien sind noch dabei, ihre Listen zusammenzustellen. Einzig die Juso hat vermeldet, erstmals in der Geschichte anzutreten und mindestens einen Sitz machen zu wollen. Timo Räbsamen und Ronja Stahl sind die Spitzenkandidaten.

Ebenfalls am 27. September sind vier Personen zu wählen, die zusammen mit dem Schulpräsident oder der Schulpräsidentin den Schulrat bilden. Aktuell im Amt sind neben Präsidentin Jutta Röösli die Schulräte Evelyne Engeler Mohn, Elmar Meile, Miriam Schildknecht und Sigrid Wöcke. Womöglich findet diese Wahl zum letzten Mal statt. Denn in der Stadt Wil wird diskutiert, den Schulrat per Ende 2024 abzuschaffen. Eine Entscheidung steht noch aus.

Aktuelle Ausgangslage Stadtpräsidium (4 Kandidaten für 1 Sitz):
- Daniel Meili (FDP)
- Hans Mäder (CVP)
- Oliver Baumgartner (parteilos)
- Dario Sulzer (SP)

Aktuelle Ausgangslage Stadtrat (8 Kandidaten für 5 Sitze)
- Jigme Shitsetsang (FDP, neu)
- Daniel Meili (FDP, bisher)
- Beat Gisler (CVP, neu)
- Hans Mäder (CVP, neu)
- Dario Sulzer (SP, bisher)
- Daniel Stutz (Grüne Prowil, bisher)
- Jutta Röösli (parteilos, bisher)
- Oliver Baumgartner (parteilos, neu)

Ausgangslage Stadtparlament (40 Mitglieder). So wurde 2016 gewählt:
CVP: 22,7 % (9 Sitze)
SVP: 21,5 % (9 Sitze)
FDP: 15,3 % (7 Sitze)
SP: 14,4 % (6 Sitze)
Grüne Prowil: 11,5 % (5 Sitze)
EVP: 4,0 % (1 Sitz)
FDP Jungfreisinnige: 3,7 % (1 Sitz)
GLP: 3,5 % (1 Sitz)
Jung-Grüne: 3,4 % (1 Sitz)