Für gewöhnlich sitzen während der Parlamentssitzungen fünf Stadträte in der vordersten Reihe vor den Stadtparlamentariern. Doch das ist schon nicht mehr der Fall, seit die einstige Stadtpräsidentin Susanne Hartmann per 1. Juni in den St. Galler Regierungsrat gewechselt hat. Am Donnerstagabend hatten die Exekutivmitglieder gar noch mehr Platz. Denn es fehlte dieses Mal auch Stadtrat Daniel Stutz. Einen Grund der Abwesenheit nennte Parlamentspräsident Roland Bosshart vor versammelter Runde nicht.

hallowil.ch hat nachgefragt. Daniel Stutz ist dieser Tage in Quarantäne und darf nicht unter Leute. Er selbst hat zwar keine Symptome, jedoch ist eine Person aus dem privaten Umfeld positiv auf das Coronavirus getestet worden, wie der Stadtrat auf Anfrage sagt. «Ich fühle mich gesund. Sofern dieser Zustand so andauert, werde ich bis und mit am nächsten Dienstag in Quarantäne bleiben», sagt Stutz. Die Stadtrats-Arbeiten erledigt er von zuhause aus. Per Telefon und Video-Chat sei er erreichbar. «Jetzt mache ich halt Homeoffice», sagt Stutz.

Video-Chat statt Standaktion

Allerdings wird so der ohnehin schon anspruchsvolle Wahlkampf weiter erschwert. Denn just in diesen Tagen ist die heisse Phase hinsichtlich des zweiten Wahlgangs am 29. November. Stutz hat im ersten Wahlgang am zweitwenigsten Stimmen aller neun Kandidaten gemacht und muss das Feld von hinten aufrollen. «Standaktionen muss ich nun online durchführen», sagt Stutz. Wie bitte? «Man kann sich für eine Video-Konferenz anmelden.»

Im Stadtparlament wurden die Statements, die Stutz hätte halten sollen, auf die anderen Stadträte verteilt. Dario Sulzer, der Stellvertreter von Stutz, äusserte sich zum Thema Velostrassen. Und Daniel Meili, Stadtpräsident ad Interim, sagte, wie die Schulwegsicherheit in Bronschhofen erhöht werden soll.

Alles zur Parlamentssitzung von Donnerstagabend.

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Die drei Stadträte Dario Sulzer, Daniel Meili und Jutta Röösli (mittlere Reihe, von links nach rechts) halten mehr als nur den nötigen Corona-Abstand. (Bild: Simon Dudle)