Mit einer spielerisch und kämpferisch einwandfreien Leistung, gewinnen die Ostschweizer einen verdienten Punkt gegen die Gäste aus der Romandie. Beide Teams waren über weite Strecken auf Augenhöhe. Auch drei Punkte wären am Schluss nicht verkehrt gewesen.Für die Realisten unter den Fussballfans war wohl klar, dass Servette sich in Wil ohne grosse Mühe durchsetzen wird. Doch relativ schnell wurde auch klar, dass das für die Genfer doch kein einfaches Unterfangen wird. Ganz im Gegenteil, der FC Wil war ein zäher Gegner der nicht nur mit Kampf, sondern auch mit schönen Kombinationen dagegenhielt.

Die Devise gegen den Favoriten war klar. Wenn man hier zu Torchancen kommen wollte, war ein schnelles Umschaltspiel gefragt. Dies setzten die Wiler immer wieder hervorragend um. Bereits nach 5 Minuten tauchte Johan Vonlanthen alleine im Strafraum der Calvinstädter auf, war aber wohl selber überrascht und verstolperte das Spielgerät unglücklich.

Ausgeglichene erste Halbzeit

Auch die zweite Chance in dieser Partie gehörte den Ostschweizern. Ein gut getretener Freistoss von Neuzugang Roberto Alves wurde vom Gästetorhüter gehalten. In der Folge übernahm Genf zwar das Spieldiktat, daraus resultierte aber nur eine optische Überlegenheit. Der FC Wil machte den willigeren Eindruck. Den einzigen gefährlichen Abschluss der Gäste setzte Steven Lang ins Aussennetz.

Beide Teams schienen in der Halbzeitpause Ihre Visiere zu öffnen. Sowohl der FC Wil als auch Servette Genf riskierten nun mehr und kamen folglich zu Torchancen. Wieder gehörte die erste Möglichkeit dem Heimteam. Nach einem Abwehrfehler der Genfer, schaltete Johan Vonlanthen schnell um und lancierte Zé Eduardo. Dieser scheiterte mit seinem Abschluss am starken Genfer Torhüter Frick.

Keine Tore trotz guten Chancen

Es folgte ein Zwischenhoch der Westschweizer. Die Beste Chance in dieser Phase vergab Miroslav Stevanovic, der mit seinem Kopfball an Jim Freid und der Torlatte scheiterte. Mitten in dieser Drangphase der Gäste, tauchte Basil Stillhart plötzlich alleine vor dem Genfer Tor auf. Sein Abschluss aus spitzem Winkel war aber zu ungenau.

Auch die letzte Chance in dieser unterhaltsamen und spannenden Partie gehörte den Gastgebern. Nach einem Freistoss von rechts, war es erneut Basil Stillhart der mittels Volley abschliessen konnte. Aber auch hier blieb ihm ein Treffer verwehrt. So endete diese Partie wie Sie begonnen hatte, mit einem 0:0. Die Punkteteilung entspricht sicher dem Gezeigten, Tore wären aber durchaus möglich gewesen.

«Wir haben gekämpft bis zum Ende und haben uns diesen Punkt verdient.», so das Fazit des Österreichischen Stürmers Roman Kienast. Ein wenig Kritik gab es von Trainer Konrad Fünfstück: «Wir haben Torchancen, die wir dann aber nicht zu Ende spielen.» Mit einer konsequenteren Chancenverwertung, wäre auch ein Sieg des FC Wil nicht verkehrt gewesen. Die nächste Möglichkeit bietet sich aber bereits am Samstag im Heimspiel gegen den FC Chiasso.

FC Wil 1900 0:0 Servette FC

IGP Arena, Wil: 760 Zuschauer. – SR: Tschudi.

Tore: Fehlanzeige

FC Wil 1900: Freid; Lekaj, Stillhart, Muslin, Schällibaum; Scholz (46. Latifi); Kormaz, Zé Eduaro (55. Kienast); Alves, Vonlanthen, Cortelezzi (68. Savic).

Servette FC: Frick; Sarr, Mfuyi, Nathan, Le Pogam; Castro; M. Stevanovic, Cespedes (83. D. Stevanovic), Imeri (63. Berisha), Willie; Lang (83. Hasanovic).

Bemerkungen: Wil ohne Goncalvces und Keller (beide gesperrt), Baumann, Hamdiu, Ilazi, Lombardi, Sacirovic und Huber (alle verletzt), Maroufi und Roesler (beide nicht im Aufgebot). Servette ohne Sauthier und Alphones (beide gesperrt) und Wüthrich (verletzt). – 51. Lattenschuss Stefanovic.

Verwarnungen: 20. Scholz, 42. Castro, 82. Stillhart.