Eigentlich sollten jetzt alle Angemeldeten via QR-Code Bescheid wissen, um welche Zeit sie an der Reihe sind. Und doch weisen die Verkehrseinweiser zahlreiche Ankömmlinge noch einmal ab, da sie mehrere Stunden zu früh vor Ort erscheinen. Eigentlich ja ein gutes Zeichen, wenn die Impfmotivation derart gross ist, doch vereinfacht es sich für alle, wenn sich jeder an die Vorgaben hält. Medienleute, Politiker und Ärzte nahmen vor dem ersten Impftermin an einem Rundgang durch das Zentrum Speer teil. Es scheint alles angerichtet für die ersten 330 zu Impfenden. Und doch erklären die Zuständigen Ärztinnen, dass man sich jetzt einarbeiten muss. «Die genauen Abläufe von der Warteschlange, dem Impfzentrum, der Wartezone bis hin zur Verabschiedung, müssen jetzt haargenau beobachtet und stets angepasst werden», sagt demnach Dr. med. Karin Faisst. Die Präventivmedizinerin und Leiterin des Amtes für Gesundheitsvorsorge freut sich, dass in Wil das vierte Zentrum eröffnet werden konnte.

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Dr. med. Karin Faisst


40 Personen in 15 Minuten

Karin Faisst sagt, dass es möglich sein wird, in einer Viertelstunde rund 40 Personen zu impfen. «Dies, sobald alles rund läuft und sich die Teams eingespielt haben. Das Ziel in Wil wird sein, pro Impftag 1200 Personen zu impfen.» Eine Woche nach der Freischaltung des Anmeldetools unter: www.wir-impfen.ch haben sich rund 35'000 Personen für eine Impfung in den vier Zentren angemeldet. Im Impfzentrum in St.Gallen haben sich doppelt so viele Personen registriert wie in den anderen drei Impfzentren. Drei Prozent der Anmeldungen sind von Personen über 75 Jahre. Diese Altersgruppe erhält prioritär einen Impftermin, was der Impfstrategie des Bundes entspricht. Dass sich nur relativ wenige Personen aus dieser Altersgruppe angemeldet haben, zeigt, dass die Mehrheit der über 75-Jährigen bereits bei ihrer Hausärztin bzw. ihrem Hausarzt geimpft wurde bzw. einen Impftermin hat. So kann die Altersgrenze nach Ostern nach und nach auf die über 65-Jährigen gesenkt werden. Das grosse Interesse der Bevölkerung ist sehr erfreulich. Ebenfalls positiv sind die Stabilität und die einfache Bedienbarkeit des Online-Tools. Das System läuft seit dem Start vor einer Woche ohne Probleme. Rückmeldungen aus der Bevölkerung zeigen, dass die Anmeldung in wenigen Minuten möglich und das System benutzerfreundlich aufgebaut ist.

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Stadtpräsident Hans Mäder begleitet die erste Besichtigung des Wiler Impfzentrums


Mögliche Bremse – der Impfstoffmangel

Die Impfzentren nehmen am 7. April 2021 ihren Betrieb auf. Schon diese Woche wird in jedem Zentrum an einem Nachmittag geimpft. Diese Nachmittage dienen dazu, die Prozesse optimal einzuspielen, damit der Ablauf speditiv funktioniert. In jedem Zentrum arbeitet ein Team bestehend aus einer ärztlichen Leitung, Gesundheitsfachpersonen und Sicherheits- und Personendienst. Aktuell erhalten die Kantone immer noch wenig Impfstoff. Im Laufe des Aprils sollen die angekündigten 40'000 Impfdosen in den vier Impfzentren verimpft werden. In dieser Phase sind die Impfzentren in Buchs, Jona und Wil je einen Tag geöffnet. Das Zentrum in St.Gallen ist an zwei Tagen in Betrieb. Die Öffnungszeiten sind von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Sobald mehr Impfstoff verfügbar ist, werden die Kapazitäten ausgebaut und es kann an weiteren Tagen geimpft werden.

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Das Wiler Impfzentrum befindet sich auf dem Agrar Areal an der Speerstrasse


Der Impf-Ablauf

Nur Personen, die per Mail einen Impftermin mit einem QR-Code bekommen haben, erhalten Zugang ins Impfzentrum. Am Eingang werden der QR-Code und die Identität überprüft. Danach wird in einer der sechs Impfstationen geimpft. Anschliessend müssen alle Personen 15 Minuten nach der Erstimpfung und fünf Minuten nach der Zweitimpfung überwacht werden. Die Zweitimpfung findet frühestens vier Wochen nach dem Ersttermin im gleichen Impfzentrum statt und die Einladung erfolgt auch per Mail. Ebenso die Impfbestätigung, welche unmittelbar nach der Zweitimpfung zugestellt wird. Die Impfbestätigung ist mit einem QR-Code versehen und erfüllt die Anforderungen an die Fälschungssicherheit.


Sicherheitsdienst, Feuerwehrleute, Pflegefachpersonen, Ärzte

In Wil ist das Impfzentrum gut angelaufen. Die einzelnen Zahnräder, zwischen allen Involvierten ist rund und ordnungsgemäss angelaufen. Laut Organisatoren habe man auch genügend Bewerbungen seitens diplomiertem Pflegefachpersonal. «Jedes Impfzentrum versprühe zudem seinen ganz eigenen Charme, ist nahe an die öffentlichen Verkehrsanbindungen positioniert, hat Parkplätze, ist ebenerdig oder mit Aufzug ausgestattet», sagt Karin Faisst.