Das Umdenken muss zu verändertem Handeln führen. Dazu ist Überzeugungsarbeit zu leisten. Während die Gemeinde einem Gartenbauunternehmen klare Vorgaben machen und Anweisungen geben kann, müssen die Mitarbeiter der Gemeinde entsprechend geschult werden. Im neuen Uzwiler Blatt wird aufgezeigt, wie die Hauswarte der Schulanlagen an einem Kurs angeleitet worden sind, die Umgebung des Oberstufen-Schulhauses Schöntal nach neuen Gesichtspunkten zu gestalten. Konkret ging es darum, den Streifen entlang der Südfassade des Altbaus neu zu gestalten. Die Betonplatten, welche vorher entlang der Fassade verliefen, sind in Stücke zerbrochen und aufgetürmt worden. Mit Steinen, Sand und Totholz sind weitere Lebensräume für Wildbienen und andere Insekten entstanden.

Ohne Bienen kein Essen

Neben Honigbienen gibt es rund 600 andere Bienenarten in der Schweiz. Sie übernehmen einen Grossteil der Bestäubung von Kulturpflanzen und Wildblumen. Oft fehlen geeignete Flächen für die Aufzucht ihrer Nachkommen sowie für ihre Nahrungsquelle, die einheimischen Wildblumen. Deshalb ist etwa die Hälfte der Wildbienenarten der Schweiz vom Aussterben bedroht ist. Wer den Wildbienen – und damit am Ende der Nahrungskette auch den Menschen – Gutes tun will, muss für Lebensraum für Wildbienen sorgen.

Blumenwiesen erfreuen alle

Im Übergangsbereich der Schöntalstrasse zur Bahnhofstrasse, blühe jetzt eine bunte, prächtige Blumenwiese, ist im Uzwiler Blatt zu lesen. Sie liege in Sichtweite des durch die Hauswarte aufbereiten Streifens vor dem Schulhaus. In solchen Kursen gehe es darum, die gemeinsame Philosophie hin zu mehr Biodiversität auf den Anlagen zu stärken und Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Die Hauswarte würden ermuntert, eigenverantwortlich zu handeln. Oft brächten kleine Massnahmen grosse Veränderungen.

Es gebe zwar immer noch Menschen, die lieber den gepflegten Rasen und das saubere, unkrautfreie Steinbeet sähen. Es sei aber ein Wandel festzustellen. Die Akzeptanz für mehr Biodiversität sei vorhanden, auch wenn fürs Auge dann nicht alles pikfein aufgeräumt erscheine. Im vergleichenden Blick würden bunte Blumenwiesen die Rasenflächen um Längen schlagen. Allerdings: Für den Sportbetrieb in Schulen und Freizeitanlagen brauche es weiterhin intensiv gepflegte Rasenflächen. (gk/red)