Schon als Bub hat er sich lieber in den Wäldern um Uzwil herum aufgehalten und Tiere sowie die Natur beobachtet, als mit Kollegen in Städten um die Häuser zu ziehen. Per Zufall hat er während eines Gewitters mit Vaters Kamera einen Kugelblitz fotografiert. Mit diesem Schnappschuss leistete er sich seine erste Fotoausrüstung. Nach seiner Lehre als Mediamatiker arbeitete er ein paar Jahre lang als Journalist. Obwohl schon längst nicht mehr in Uzwil wohnhaft, ist er weiterhin mit seinem Heimatort verbunden. Im neuen Gemeindehaus von Uzwil trägt ein Sitzungszimmer seinen Namen und Bilder von ihm sind dort zu sehen. Auch leben seine Eltern immer noch in Uzwil, die er so oft als möglich besucht.

Auf der Jagd nach dem besten Licht

Einerseits ist Stefan Forster Landschaftsfotograf, aber auch Kursleiter. Mit der gleichen Intensität, mit der er fotografiert, unterrichtet er auch. Mit seinen Kursen und Fotoreisen bestreitet er den Lebensunterhalt seiner Familie. Er leitet in Wil eine der drei grössten Fotoschulen, die es in der Schweiz gibt. Jährlich betreuen er und seine Mitarbeiter bis zu 1000 Kursbesucher. Sein Credo in der Fotografie lautet: Wenn das Licht nicht passt, komme so oft wieder, bis es einmalig ist. So kann es durchaus sein, dass auf einer Reise zum Beispiel nach Grönland nur gerade fünf Bilder richtig gut werden.

Der Unterschied von Natur- und Tierfotografie beschreibt Forster wie folgt: «Landschaftsfotografie heisst jagen nach dem besten Moment. Bei der Tierfotografie ist viel Geduld erforderlich.» Die rauhen und teilweise bizarren Landschaften Skandinaviens faszinieren ihn und sind deshalb immer wieder Ziel seiner Reisen. In den Zeiten des Klimawandels versucht er auch immer wieder seine Reisen akribisch zu planen und unnötige Flüge zu vermeiden.


Auf gleicher Augenhöhe wie die Bären

Eine seiner eindrücklichsten Fotoexpeditionen erlebte er im Juni 2019 im Katmai Nationalpark in Alaska. Mit Reno Sommerhalder an der Seite, einem Bärenexperten, wollte sich Forster seiner Angst vor den Bären stellen. Während elf Tagen entstanden in der Wildnis von Alaska traumhafte Bilder von der Natur und den Bären. Seine Angst habe er überwunden, aber der Respekt vor den wunderbaren Tieren sei geblieben, berichtet Stefan Forster.

Zurzeit arbeitet Forster an einem neuen Fotobuch, das im April nächsten Jahres herauskommt. Es heisst « Inseln des Nordens» und ist eine Essenz aus 80 Reisen nach Island, Grönland und Skandinavien. Nebst der Fotografie widmet er sich mehr und mehr auch dem Filmen. Auf europäischen TV-Sendern wie BBC und Terra-X sind Dokumentationen von Stefan Forster zu sehen.