Nach langer Vorbereitung ist es wieder so weit: Wie läuft es derzeit beim Ferienplaus Bambolo?

Es läuft sehr gut. Wir haben am Montag, 8. August 22 gestartet und jeden Nachmittag sind zwischen 90 und 110 Kinder im Wald mit dabei. Das Feuerverbot hat uns kurzfristig nochmal vor eine Herausforderung gestellt – aber auch das konnten wir lösen. Wir haben coole Alternativen gefunden, machen Fruchtspiesse statt Schlangenbrot und basteln mit Lehm anstatt mit heissem Wachs. Ausserdem nehmen wir die Trockenheit zum Anlass, dass der Förster, der Imker, die Jägerin und die Feuerwehr den Kindern berichtet, welche Konsequenzen diese Situation hat und worauf man in der Natur achten muss, wenn es so extrem trocken ist.

Was kommt bei den Kindern jeweils besonders gut an?

Wir haben dieses Jahr viele neue Bastelposten. Wir basteln beispielsweise ein Marienkäferhotel, machen eine Blumenpresse und erstellen Nagelbilder. Wir bekommen Besuch vom Förster Bruno Cozzio, der Imker Matthias Rickenbach berichtet über sein Hobby und die Jägerin Christina Neff erzählt den Kindern wissenswertes über ihre Arbeit.

Das Crossfit Uzwil und der Handballclub Uzwil besuchen uns, es kann ein Jass geklopft oder Schach gespielt werden. Man kann Baumklettern oder Harrassenklettern, sich das Gesicht schminken lassen oder Fruchtspiesse machen. Als nachhaltiges Projekt bauen wir mit den Kindern einen Sinnespfad gleich bei der Feuerstelle im Rüteliwald. Dort können sie dann auch nach dem Bambolo mit den Eltern hin und zeigen, was sie gebaut haben.

Worüber freuen Sie sich persönlich jeweils am meisten?

Das Bambolo stand letztes Jahr auf wackligen Beinen, weil ein grosser Teil von OK und Vorstand zurückgetreten sind. Dieses Jahr wurde das Bambolo durch ein relativ neues OK organisiert und es freut uns alle sehr, dass wir diesen wertvollen Anlass für die Kids weiter anbieten können. Einer der schönsten Momente ist, wenn die gut 100 Kinder um 14 Uhr im Wald eintreffen, kurz zuhören, was es alles für Aktivitäten gibt und dann in den Wald ausschwärmen. Innerhalb weniger Sekunden wird es ruhig, und die Kids sind für drei Stunden im Wald beschäftigt.

Sie sagten es bereits: Da es immer weniger freiwillige Helfer gibt, stand der Anlass auf wackeligen Füssen. Wie steht es derzeit um ihn?

Es war dieses Jahr eine unglaublich grosse Herausforderung, rechtzeitig genügend HelferInnen zu finden. Vielen ist nicht klar, dass wir diesen Anlass ohne Helfer nicht durchführen können. Die Planung beginnt für das OK jeweils im Februar. Damit wir planen können, brauchen wir rechtzeitig verbindliche Zusagen von Helfenden. «Ich schau mal und kann dann vermutlich schon auch noch einen Tag vorbeikommen» - diese Aussage reicht uns nicht. Wenn diese Personen dann doch nicht kommen, haben wir ein Problem. Wir prüfen aktuell verschiedene Optionen. Gerne würden wir das Bambolo auch im 2023 wieder durchführen. Wir überlegen aber, es auf vier Tage zu kürzen, damit wir die Herausforderung mit den knappen Helfenden etwas abfedern können.

Das heisst, wie geht es konkret weiter?

Wir sind bestrebt, dass es im 2023 wieder ein Bambolo geben wird. Wie genau das aussehen wird, wissen wir noch nicht. Das OK trifft sich Ende August für eine Evaluierung und entscheidet dann, wie es weiter geht.

Gibt es bereits Ideen, die herumschwirren?

Ideen wären viele vorhanden. So wollten wir dieses Jahr gerne drei bis vier Kinder mit einer Beeinträchtigung die Teilnahme am Bambolo ermöglichen – inklusive einer individuellen 1:1 Betreuung. Zum einen, um diese Kinder, die ja meist nicht in Uzwil beschult werden, in der Region zu integrieren, zum anderen auch, um die Eltern zu entlasten. Gerade für Kinder mit speziellen Bedürfnissen gibt es wenig Angebote. Für diese Eltern können fünf Wochen Sommerferien sehr lange sein. Da wir aber schon für den regulären Betrieb nur knapp genügend Helfende finden, mussten wir diese Idee für dieses Jahr leider fallen lassen. Wir hoffen aber sehr, dass wir es nächstes Jahr anbieten können.