Mit Hilfe des Lockdowns konnten die täglichen Neuinfektionen in der Schweiz in den Monaten April und Mai konstant heruntergedrückt werden. Laut den Zahlen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) erreichten sie Anfang Juni einen Tiefstand. Seit den ersten Lockdown-Lockerungen, die der Bundesrat im April beschlossen hatte, kehrte die Schweiz Schritt für Schritt in ihren Alltag zurück. Und bereits Ende Juni stiegen die Zahlen der Neuinfizierten wieder an: Alleine am Donnerstag infizierten sich 88 Menschen mit Covid-19. In ihrem aktuellsten Situationsbericht, der am Mittwoch publiziert wurde, berichtet das BAG: «In dieser Woche verzeichneten die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein insgesamt 667 neue laborbestätigte Fälle. Im Vergleich zur Vorwoche, nahmen die Fallzahlen erneut zu. Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf kleinere Ausbrüche, auch Cluster gennant, in verschiedenen Bereichen wie beispielsweise Clubs, Familienfeiern, Arbeit oder Schulen sowie auf reisebedingte Infektionen zurückzuführen.» Im Vergleich zur ersten Welle, die ab März in der Schweiz stattgefunden hat, bewegen sich die aktuellen Zahlen allerdings in einem bescheidenen Rahmen. Als das Corona-Virus besonders stark zugeschlagen hatte, infizierten sich in der Schweiz an einzelnen Tagen über 1200 Menschen mit dem Virus an. 

Trotzdem scheinen die wieder ansteigenden Fallzahlen die Bevölkerung zu verunsichern. Gerade, wenn man Schlagzeilen hört, wie ganze Klassen infiziert sind oder regionale Restaurants wegen Covid-19-Fällen vorübergehend geschlossen werden. Auf Anfrage von hallowil.ch meint Barbara Anderegg, Kommunikationsleiterin der Spitalregion Fürstenland Toggenburg (SRFT): «Derzeit ist im Spital Wil eine Person mit einer bestätigten Corona-Virus-Infektion hospitalisiert.» Neben den hospitalisierten Patienten mit bestätigter Infektion gebe es jedoch auch Personen, die zwar durch ihren Hausarzt positiv getestet wurden, aber nicht hospitalisiert werden müssen. «Diese Personen befinden sich zu Hause in der Selbstisolation», weiss Anderegg. Wie viele Personen in Wil infiziert sind und deshalb in Quarantäne sind, kann St. Galler Kantonsarztamt auf Anfrage von hallowil.ch aktuell nicht beantworten. «Zurzeit werden die regionalen Daten neu aufbereitet. Voraussichtlich werden diese Daten nächste Woche veröffentlicht», erklärt das Gesundheitsdepartement des Kantons St. Gallen. Aktuellen Zahlen zufolge gibt es im ganzen Kanton St. Gallen 910 Personen (Stand 10. Juli), die vom Coronavirus betroffen sind. Laut der Statistik, die es auf der offiziellen Internetseite des Kantons St. Gallen zu sehen gibt, sind das zehn Personen mehr als noch am Vortag (9. Juli). 

Entwicklung wird genauestens beobachtet

Im Spital Wil werden nach wie vor Massnahmen umgesetzt, die dazu dienen, dass Ansteckungen vermieden und Ansteckungsketten unterbrochen werden. «Neben den Abstands- und Hygieneregeln, die auch im Spital strikt eingehalten werden müssen, gelten besondere Besuchsregelungen», betont Spitalsprecherin Anderegg. Zudem screene man jeden einzelnen Patienten auf mögliche Symptome, um bei Bedarf einen Test zu veranlassen. «In der SRFT haben wir ein Notfalldispositiv erarbeitet, welches bereits bei der ersten Welle zum Einsatz kam», führt Anderegg weiter aus. Die SRFT beobachte die Situation hinsichtlich der Entwicklung der Fallzahlen nun sehr genau, um im Falle einer zweiten Welle beziehungsweise eines massiven Anstiegs der Fallzahlen das Notfalldispositiv beziehungsweise Teile davon wieder in Kraft zu setzen.