Schon vor Spielbeginn dröhnte «We Are The Champions» über die Lautsprecher des alt-ehrwürdigen Brügglifeld-Stadions. In der Halbzeitpause liess der Stadion-DJ «An Tagen wie diesen» laufen. Tatsächlich deutete lange viel darauf hin, als würde es ein rundum gelungener Saisonstart für die Aarauer werden – und ein missratener für die Wiler. Nachdem die Rüebliländer mit guten Testspiel-Ergebnissen und dem Sieg im Cup auf sich aufmerksam gemacht hatten, führten die auch im Meisterschafts-Spiel gegen Wil zur Pause. Und das absolut verdient. Shkelzen Gashi war schon in der Startviertelstunde der Führungstreffer geglückt, wenn auch am Rande der Regularität. Denn der Ex-Wiler Jérôme Thiesson bedrängte nach einem Corner Wils Goalie Philipp Köhn im 5-Meter-Raum so stark, dass manch ein anderer Schiedsrichter auf Foul am Torhüter entschieden hätte.

Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Wiler in der ersten Halbzeit Mühe bekundeten, zu tief standen und zu wenig bissig waren. Sie mussten froh sein, bei Spielhälfte nicht noch deutlicher distanziert zu sein. Captain Elsad Zverotic hätte die Zwei-Tore-Führung bewerkstelligen sollen, als er Mitte erster Halbzeit das komplett verwaiste Tor vor sich sah, den Ball aber zur Überraschung aller neben das Gehäuse setzte. Auch Gashi war dem 2:0 nahe. Er sah seinen Abschluss kurz vor der Pause von Köhn über die Latte gelenkt.

Wende in weniger als drei Minuten

Die Wiler, in diesem Spiel mit vier Abwehrspielern angetreten, besannen sich nach der Pause eines Besseren. Als eine neuerliche Aarauer Welle verebbt war, schickten sich die Gäste an, die Weichen auf Sieg zu stellen. Und wie sie das taten. Zwar vergaben sie zuerst noch die eine oder andere Möglichkeit. Doch nach gut einer Stunde folgte die Wende – binnen weniger als drei Minuten. Beide Treffer hatten eine ähnliche Entstehung. Jeweils folgte nach einem Angriff über rechts der Ball zur Mitte, wo ein Wiler Spieler erstaunlich viel Platz hatte. Zuerst gab Samuel Ballet die Vorlage und Maren Haile-Selassie verwertete kaltschnäuzig. Danach spielte Malik Talabidi zur Mitte und Valon Fazliu verwertete. Ausgerechnet Fazliu traf, der vor Wochenfrist im Cup einen Penalty nicht im Tor untergebracht hatte und somit eine der tragischen Figuren war.

Binnen weniger Sekunden war ein Spiel gedreht, dass zur Pause schon hätte verloren sein können. Danach spielten die jungen Wiler den ersten Saisonsieg im ersten Meisterschaftsspiel sicher nach Hause. Aarau drückte zwar auf den Ausgleich, ohne jedoch ein Mittel zu finden, um die Gäste-Abwehr ernsthaft zu beunruhigen. In der Schlussminute machten die Wiler den Deckel drauf. Fazliu schickte den kurz zuvor eingewechselten Oliver Mayer auf halblinks steil. Das Eigengewächs legte quer zur Mitte, wo Bledian Krasniqi vollstreckte. Gross war der Jubel bei den Wilern, da nach der bitteren Pille im Cup die Rehabilitation in trockenen Tüchern war.

Schwarze Serie beendet

Somit grüssen die Äbtestädter in der wenig aussagekräftigen Tabelle nach der Startrunde vor Thun, Xamax oder auch den Grasshoppers von Platz zwei. Von Bedeutung ist dies nicht. Aber der Sieg gibt der neu formierten Mannschaft die Gewissheit, siegen zu können. Und das nicht gegen irgendwen, sondern gegen den mit einigen Routiniers bestückten FC Aarau.

Zudem wurde eine schwarze Serie beendet: Zum ersten Mal seit Oktober 2016 verliessen die Wiler das Brügglifeld wieder als Sieger. In der Zwischenzeit hatte es sieben Pflichtspiele ohne Vollerfolg beim FC Aarau gegeben. Zuletzt waren es gar fünf Niederlagen am Stück bei nur gerade zwei erzielten Toren gewesen – das Penaltyschiessen vor Wochenfrist mal ausgenommen. Dieses Mal wurden drei Treffer erzielt, und drei Punkte geholt. Ein Start nach Mass, der die Cup-Niederlage in den Hintergrund rücken lässt.

Im Video: Die Highlights des Spiels (Quelle: www.sfl.ch)

 

Resultate, Challenge League, 1. Runde:
Aarau - Wil 1:3
Kriens - Xamax 3:1
Schaffhausen - Chiasso 5:2
Grasshoppers - Winterthur 3:2
Thun - Stade Lausanne-Ouchy 2:2

FC Aarau – FC Wil 1900 1:3 (1:0)

Brügglifeld: 960 Zuschauer. – Sr: Horisberger.

Tor: 12. Gashi 1:0. 61. Haile-Selassie 1:1. 63. Fazliu 1:2. 90. Krasniqi 1:3.

FC Aarau: Enzler; Giger, Thiesson, Bergsma, Caserta; Jäckle; Rrudhani (67. Hammerich), Zverotic (67. Schneider); Balaj (62. Misic), Gashi, Spadanuda.

FC Wil 1900: Köhn; Talabidi, Izmirlioglu, Sauter, Kronig; Muntwiler, Krasniqi; Ballet (89. Sarcevic), Fazliu, Haile-Selassie (84. Mayer); Camara (70. Jones).

Bemerkungen: Aarau ohne Schindelholz (krank), Thaler, Hajdari, Verboom, Peralta (verletzt), Lujic und Alounga (nicht im Aufgebot). Wil ohne Klein, Brahimi, Ndau, Ismaili (verletzt) und Paunescu (nicht im Aufgebot). – Verwarnungen: 26. Rrudhani (Foul). 51. Talabidi (Foul). 74. Krasnniqi (Foul). 85. Köhn (Spielverzögerung).

Nächste Spiele (2. Runde):
Freitag, 25. September: Xamax - Schaffhausen (19.00 Uhr), Winterthur - Aarau (20.00 Uhr).
Samstag, 26. September: Wil - Thun (17.30 Uhr), Stade Lausanne-Ouchy - Kriens (18.00 Uhr).
Sonntag, 27. September: Chiasso - Grasshoppers (16.00 Uhr).

Im Video: Die Stimmen zum Spiel

 

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Der Liveticker:

Für heute soll es das gewesen sein. Vielen Dank für das Interesse und ein schönes Rest-Wochenende. Bis bald auf hallowil.ch.

Weiter geht es für den FC Wil in einer Woche mit dem ersten Heimspiel der neuen Saison. Am kommenden Samstag (26. September) empfangen die Äbtestädter ab 17.30 Uhr im Bergholz den Super-League-Absteiger FC Thun. Auch von diesem Spiel berichtet hallowil.ch mit einem Liveticker.

Schlussfazit: Was für eine Wende. Der FC Wil steigert sich nach der Pause und kauft dem favorisierten FC Aarau den Schneid ab. Dank den Toren von Maren Haile-Selassie, Valon Fazliu und Bledian Krasniqi kommen die Äbtestädter zum ersten Sieg im Brügglifeld seit 2016. Gestohlen sind die drei Punkte nicht. Die Wiler waren schlicht zwingender und machten mehr aus ihren Möglichkeiten. Platz zwei nach Runde eins.

Schlusspfiff im Brügglifeld: Der FC Wil dreht die Partie nach der Pause und gewinnt gegen den FC Aarau mit 3:1.

92. Minute: Der Deckel ist drauf. 

91. Minute: Vier Minuten Nachspielzeit werden angezeigt.

90. Minute: TOOOOOOOOR für den FC Wil durch Krasniqi zum 1:3. Schöner Konter. Fazliu schickt Mayer auf links. Dieser läuft bis fast zur Grundlinie und legt dann zurück auf Krasniqi. Dieser trifft sicher. Riesen-Jubel bei der Wilern.

89. Minute: Weiterer Wechsel beim FC Wil: Ballet trottet gemütlich vom Feld und wird von Sarcevic ersetzt. Nächste Unmutsbekundungen der Heim-Fans.

87. Minute: Jones liegt am Boden - und holt sich ein paar Unmutsbekundungen vom Publikum ab. Allzu nachhaltig verletzt scheint der Wiler Stürmer effektiv nicht. Auch Sauter muss gepflegt werden.

87. Minute: Wir zählen die Minuten. Noch vier, plus Nachspielzeit.

85. Minute: Köhn wird verwarnt, weil er sich gar viel Zeit lässt beim Abstoss.

85. Minute: Wird vorerst geklärt. In der zweiten Welle kommt Spadanuda zum Distanz-Abschluss. Das Ding rauscht aber am rechten Pfosten vorbei.

84. Minute: Vorher wechselt Wil nochmals: Für Torschütze Haile-Selassie kommt Mayer.

84. Minute: Corner Aarau.

82. Minute: Aber natürlich ist noch alles offen. Gashi kommt im Strafraum zum Abschluss. Aber da steht Köhn richtig und hält die Murmel.

81. Minute: Der Ex-Wiler Thiesson flankt ins Nichts. Unbedrängt. Die Aarauer wirklich momentan ziemlich planlos.

79. Minute: Beinahe die Vorentscheidung: Ballet mit einem Abschluss aus der Drehung. Enzler muss da runter und zum Corner klären. Den Eckball kriegen die Aarauer dann irgendwie geklärt. Mit Müh und Not - und vereinten Kräften.

78. Minute: Die Zeit läuft plötzlich für die Wiler. Defensiv sieht das recht gut aus, obwohl die Aarauer nun wieder mehr Spielanteile haben.

76. Minute: Giger muss es aus der Distanz versuchen. Deutlich drüber.

76. Minute: Aarau ist nun bemüht. Das wirklich Prickelnde vor Köhn fehlt aber in dieser Phase.

75. Minute: Ein Aarauer Corner bringt keine Gefahr.

74. Minute: Gelb für Krasniqi. Taktisches Foul in der Mittelzone an Hammerich.

73. Minute: Ich habe die Augen übrigens noch immer nicht fertig gerieben. Plötzlich führen die Wiler, obwohl Aarau lange die bessere Mannschaft war. Aber so ist Fussball. Irgendwie im Spiel bleiben ist halt auch wichtig. Eine Partie dauert ja bekanntlich nicht nur 45 Minuten.

70. Minute: Nun auch ein erster Wechsel bei den Wilern: Camara wird durch Jones ersetzt. Stürmer für Stürmer.

70. Minute: 960 Zuschauer sind heute dabei. Das Brügglifeld ist also knapp nicht ausverkauft. 1000 Zuschauer wären ja erlaubt. Die Matchbesucher sehen einen nächsten Abschluss der Gastgeber: Schneider versucht es, aber knapp drüber.

68. Minute: Aarau reagiert: Nach einer Flanke von Misic von links nimmt Gashi den Ball direkt aus der Luft und knallt das Ding aus kurzer Distanz knapp drüber. Uff.

67. Minute: Hier ist der Zweifach-Wechsel bei den Gastgebern: Für Rrudhani kommt Hammerich. Auch Zverotic hat Feierabend und wird durch Schneider ersetzt.

67. Minute: Aaraus Trainer Keller will mit einem Doppelwechsel reagieren. In Kürze.

63. Minute: TOOOOOOOOR für den FC Wil durch Fazliu zum 1:2. Was ist denn hier los? Wieder eine Hereingabe von rechts, dieses Mal von Talabidi. Und wieder steht ein Wiler blank. Päng. Wil führt. Ausgerechnet Fazliu, der am vergangenen Samstag im Penaltyschiessen auf eben dieses Tor noch an Enzler gescheitert war.

62. Minute: Aarau wechselt ein erstes Mal: Misic ersetzt Balaj.

61. Minute: TOOOOOOOOR für den FC Wil durch Haile-Selassie zum 1:1-Ausgleich. Wie schon vor dem Aarauer Führungstor genügt eine kurze Tempoverschärfung, um zu einem Treffer zu kommen. Schöne Hereingabe von rechts von Ballet. Haile-Selassie hat dann am Penaltypunkt alle Freiheiten und schiebt ein. Alles wieder offen.

59. Minute: Und plötzlich komme ich nicht mehr nach mit dem Notieren von Wiler Chancen. Ballet mit einem guten Abschluss, aber auf Enzler. Nur Sekunden später dann Fazliu am Tor vorbei. Aber das ist doch mal eine Ansage. Es steht ja nur 1:0.

58. Minute: Die Wiler legen gleich nach: Knaller von Camara aus gut 20 Metern Distanz. Enzler klärt etwas unkonventionell, aber eben doch.

56. Minute: Dieser Wiler Vorstoss hatte nun mal wirklich Gehalt: Doppelpass Krasniqi-Haile-Selassie-Krasniqi, so dass der Wiler halblinks im Strafraum in gute Abschlussposition kommt. Er kann aber Goalie Enzler nicht bezwingen. Aber immerhin.

54. Minute: Dann tatsächlich mal wieder eine Wiler Aktion. Ein Corner fliegt zur Mitte und Muntwiler kommt zum Abschluss. Er steht aber recht weit vom Tor entfernt und bringt nicht genug Druck hinter den Ball, so dass dieser doch ein gutes Stück am Tor vorbeigeht.

53. Minute: Giger hat da wieder viel Platz auf der rechten Seite. Er bringt die Flanke rein, doch da hat Köhn gut reagiert und kann den Ball abfangen.

51. Minute: Erste Verwarnung gegen einen Wiler: Es trifft Aussenverteidiger Talabidi nach einem Foul an Spadanuda nahe der Seitenauslinie.

50. Minute: Die Aarauer powern weiter. Doch ein Ball findet an der Strafraumgrenze keinen Abnehmer. Das erhoffte "andere Spiel" nach der Pause ist das nicht. Bisher.

47. Minute: Aarau legt mit einer Topchance los: Balaj hat da viel Platz vor Köhn, schiebt den Ball aber unbedrängt am Tor vorbei. Langsam müssen die Wiler froh sein, noch im Spiel zu sein.

46. Minute: Weiter geht's. Keine Wechsel auf beiden Seiten. Erlaubt sind ja, wie in der vergangenen Saison, weiterhin deren fünf pro Team.

Die Spieler sind wieder da. Gleich geht es weiter. Können die Wiler reagieren?

Pausenfazit: Diese Führung der Gastgeber geht absolut in Ordnung. Die Platzherren sind das bessere Team, haben mehr klare Chancen und führen die feinere Klinge. Der einziger Treffer dieser Halbzeit fällt zu Beginn einer Sturm-und-Drang-Phase der Gastgeber. Die Wiler finden bisher den Weg in die Partie nicht wirklich. Dem Auftritt fehlt es an Biss. Da muss mehr kommen, damit man nicht zum zweiten Mal binnen einer Woche als Verlierer das Brügglifeld verlässt.

Pausenpfiff im Brügglifeld: Der FC Aarau führt gegen den FC Wil mit 1:0.

45. Minute: Ganz starker Reflex von Köhn. Bei einem Knaller von Gashi bringt er die Fäuste gerade noch hoch und klärt zum Corner. Der hätte gepasst. Beim Eckball ist der Wiler Goalie dann unsicher. Aber die Platzherren können nicht profitieren. Weiter 1:0.

44. Minute: Da reden Talabidi und Goalie Köhn nicht miteinander. Talabidi kann aber klären.

43. Minute: Tatsächlich, ein Abschluss: Krasniqi aus der Distanz. Aber doch einen Meter links daneben.

42. Minute: Muntwiler versucht die Wiler anzupeitschen. Es braucht einen Impuls. Momentan schläft das Spiel vor sich hin - Richtung Halbzeitpause.

39. Minute: Nichts neues im Brügglifeld. Wobei die Wiler nun mehr Ballbesitz haben, aber keine Chancen.

37. Minute: Das Spiel hat in den letzten Minuten an Intensität verloren. Das kann den Wilern recht sein, wenn der Aarauer Druck etwas nachgelassen hat.

35. Minute: Aarau kontrolliert das Spiel momentan souverän. Der Ausgleich liegt nicht in der Luft.

32. Minute: Momentan muss man aus Wiler Sicht fast hoffen, dass nicht das 2:0 fällt - und sich dann nach der Pause ein anderes Spiel entwickelt.

30. Minute: Wieder Aarau, das nun die Kadenz deutlich erhöht hat: Bergsma aus der Distanz. Aber genau auf Köhn. Der ist dieses Mal sicher.

30. Minute: Alex Frei verfolgt das Ganze übrigens ziemlich gelassen und stehend an der Seitenauslinie. Das eine oder andere Mal musste er aber schon die Hände verwerfen.

29. Minute: Die Aargauer treten deutlich aggressiver auf als noch vor einer Woche. Das bekommt den Wilern nicht gut.

27. Minute: Jäckle tritt den Freistoss direkt. Einigermassen knapp rechts daneben. Aber Aarau wird stärker und verdient sich die Führung rückwirkend.

26. Minute: Rrudhani von Aarau sieht die erste Verwarnung des Spiels. Und das vor einem Aarau-Freistoss. Die gelbe Karte geht zurück auf ein Foul rund eine Minute zuvor, als aber Wiler Vorteil laufengelassen wurde.

25. Minute: Mensch, hat da Caserta viel Platz auf dem linken Flügel. Weit und breit kein Wiler. Er hat viel, viel Zeit für die Flanke. Diese findet dann aber Giger nicht wirklich. Die Wiler können klären.

21. Minute: Ich pack's noch immer nicht, dass Zverotic das Ding vorhin nicht verstaut hat. Den macht er sonst im Schlaf. Nein, im Tiefschlaf. Nein, im Koma.

20. Minute: Schon wieder wird es heiss im Wiler Strafraum. Gashi kommt ziemlich frei zum Abschluss. Doch er nimmt in halblinker Position den rechten Fuss. Unvorteilhaft. Der Ball kullert am Tor vorbei.

19. Minute: Der Ex-Wiler Zverotic müsste hier zwingend das 2:0 machen. Er hat das komplett leere Tor vor sich. Aber wirklich leer ist der Kasten. Da war auch kein Goalie mehr. Die Zuschauer stehen bereits, obwohl sie das wegen Corona nicht tun sollten. Doch zum Erstaunen wirklich aller geht der Ball links am Tor vorbei. Wahnsinn.

18. Minute: Die Frage ist natürlich auch: Wie gehen die jungen Wiler mit diesem Rückschlag um? Mund abwischen und weiter geht's, würde ich vorschlagen.

15. Minuten: Die Szene endet mit einem Abschluss von knapp ausserhalb des Strafraums. Doch Ballet verfehlt das Tor. Links daneben.

15. Minute: Tja, wirklich abgezeichnet hatte sich das nicht. Aber der erste Rückstand in dieser Saison ist Tatsache. Wie reagieren die Wiler? Mit einem Freistoss aus dem Halbfeld.

12. Minute: TOOOOOR für den FC Aarau durch Gashi zum 1:0. Der zweite Corner nach dem vorherigen Freistoss bringt den Aarauer Führungstreffer. Köhn wird da ordentlich bedrängt und kann den Ball nicht festhalten. An der Grenze der Legalität. Routinier Gashi hat dann keine Probleme, die Platzherren per Kopf in Führung zu bringen. Die Wiler sind gefordert, das Spiel ist lanciert.

11. Minute: Frecher Freistoss von Aaraus Spadanuda von nahe der linken Seitenauslinie. Er versucht es direkt. Und Köhn muss sich ein erstes Mal strecken.

8. Minute: Krasniqi versucht es aus der Distanz. Aber da ist auch einige Distanz zur Torumrandung. In der Höhe.

7. Minute: Die Wiler sind gut drin in den ersten paar Minuten. Viel geht über rechts. Noch fehlt aber der Abnehmer in der Mitte.

5. Minute: Aber auch hier entsteht noch keine Gefahr. Die Aarauer können klären.

5. Minute: Nächstes Corner-Geschenk der Aargauer.

2. Minute: Ein erstes Corner-Geschenk der Aarauer bringt eine erste Wil-Flanke. Fazliu schlägt den Ball rein und Camara verlängert mit dem Kopf. Doch dann ein Stürmer-Foul von Muntwiler. Noch keine Gefahr.

1. Minute: Der Ball rollt, Wil mit Anstoss.

Die Mannschaften laufen auf. Natürlich wie am vergangenen Samstag. Die Aarauer in weiss, die Wiler in orange-blau. Gleich geht es los. Viel Spass mit FC Aarau gegen FC Wil und der Challenge-League-Saison 2020/2021.

Geleitet wird das Spiel vom 32-jährigen Unparteiischen Stefan Horisberger aus Steffisburg im Kanton Bern.

Aaraus Trainer Stephan Keller hat sich für eine 4-1-2-3-Formation entschieden. Wie schon letzten Samstag steht Enzler im Tor. Die Abwehr bilden von rechts nach links Giger, Thiesson, Bergsma und Caserta. Davor spielt Jäckle. Ein bisschen weiter vorne im Mittelfeld agieren Rrudhani (rechts) und Captain Zverotic. Die drei Stürmer sind von rechts her gesehen Balaj, Gashi und Spadanuda.

Apropos Stammformation: Kommen wir nun zu den Mannschaftsaufstellungen. Wils-Trainer Alex Frei hat sich dieses Mal für eine 4-2-3-1-Formation entschieden. Vergangene Woche war es ja noch ein 3-4-1-2 gewesen. Im Tor steht erneut Köhn. Die Abwehr bilden von rechts her gesehen Talabidi, Izmirlioglu, Sauter und Kronig. Im defensiven Mittelfeld spielen Captain Muntwiler (rechts) und Krasniqi. Das offensive Mittelfeld bestücken von rechts nach links Ballet, Fazliu und Haile-Selassie. Einziger Stürmer ist Camara. Ersatzgoalie Klein, Isamaili, Brahimi und Ndau sind verletzt.

Aus Wiler Sicht geht es auch darum, eine schwarze Serie im Brügglifeld zu beenden. Seit Oktober 2016 sind die Ostschweizer im Rüebliland ohne Sieg. Die letzten fünf Pflichtspiele auswärts gegen den FC Aarau gingen allesamt verloren – bei gerade einmal zwei erzielten Toren, Penaltyschiessen ausgenommen. Ein einziger Spieler erinnert sich an jenen 1:0-Erfolg vor knapp vier Jahren. Es ist Silvano Schäppi, der damals – unter türkischer Führung – in der Stammformation stand.

Die Äbtestädter haben noch eine Rechnung zu begleichen. Vor Wochenfrist verloren sie hier im Penaltyschiessen das Spiel der zweiten Cup-Runde. Ein Vergleich mit dem Super-League-Klub FC Sion haben nun die Aarauer vor der Brust und nicht die Wiler. Die Ostschweizer nehmen aber auch positive Erkenntnisse mit in dieses zweite Spiel gegen die Aargauer. Denn der Auftritt am vergangenen Samstag war zu Beginn erbaulich, ehe der Faden gegen Ende der Partie riss und man sich ins Penaltyschiessen rettete.

Schon zum dritten Mal binnen der letzten drei Monate spielt der FC Wil im Stadion Brügglifeld. Bisher gab es nichts zu holen in diesem fast schon antiken «Tempel». Ob sich dies heute ändert? Simon Dudle begrüsst sie ein letztes Mal in diesem Jahr aus der Gemeinde Suhr, wo das Aarauer Fussballstadion genau genommen steht. Herzlich willkommen zum Start in die neue Challenge-League-Saison zwischen dem FC Aarau und dem FC Wil.

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Die Vorschau:

«Wenn ich hätte wünschen können, dann würden wir mit einem Heimspiel in die Saison starten.» Das sagt FC-Wil-Trainer Alex Frei am Tag vor dem Meisterschafts-Auftakt auf dem Aarauer Brügglifeld. Er erfolgt just dort, wo Freis neues Team vor Wochenfrist den Aarauern im Cup zwar über weite Strecken Paroli geboten hat, sich schliesslich ins Penaltyschiessen kämpfte, dort aber scheiterte. Auch wenn der Cup für diese Saison somit gelaufen ist, gibt es eine Woche später an gleicher Stätte die Chance zur Korrektur. «Ich sehe es nicht als Revanche. Aber wir wissen nun, was uns erwartet und was die Stärken und Schwächen des Gegners sind», sagt Alex Frei.

Der neue Übungsleiter erwartet in seinem zweiten Pflichtspiel-Einsatz eine «ähnliche Partie» wie eine Woche zuvor. «Aarau dürfte nun aber gewarnt sein. Sie hätten wohl nicht gedacht, dass das Cupspiel so ausgeglichen verlaufen würde.» Taktisch will sich Frei noch nicht in die Karten blicken lassen. Die 3er-Kette in der Abwehr habe ihm im Cup gut gefallen. Allerdings erwartet er von seinen Spielern «Flexibilität» bei der taktischen Ausrichtung, weshalb auch vier Abwehrspieler eine Option seien. Trainiert wurde seit Mittwoch auf Naturrasen, um die Situation im Brügglifeld zu simulieren. «Ob Kunst- oder Naturrasen ist bei den jungen Spielern nicht mehr ein grosses Thema. Diese Generation ist sich gewohnt, zu switchen», sagt Frei.

Dieses Mal mit Captain Muntwiler

Waren die Wiler im Cupspiel nahezu mit einer U21-Mannschaft aufgelaufen – der Altersdurchschnitt betrug bei Spielbeginn 21,1 Jahre – so wird sich das beim Meisterschaftsstart ein Stück weit ändern. Denn der 33-jährige Captain Philipp Muntwiler kehrt nach der Sperre im Cup zurück. Sicher fehlen wird Argtim Ismaili wegen Hüftproblemen. Fraglich sind noch die Einsätze von Kastrijot Ndau (Zehenverletzung) und Mergim Brahimi (Bänder). Trotzdem wird erneut eine junge Wiler Mannschaft auf dem Rasen stehen. Erstmals spielberechtigt ist Stürmer Sékou Camara aus Guinea. Seine Arbeitsbewilligung ist seit dem Cup-Spiel eingetroffen.

Die offizielle Zielsetzung des FC Wil in seiner 17. Challenge-League-Saison am Stück lautet: So schnell wie möglich nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Zudem soll begeisternder Fussball gezeigt werden – und Spieler sollen den nächsten Schritt machen können. Im Winter werde eine erste Bilanz gezogen, im kommenden Sommer eine zweite. «Ich bin froh, in Wil nicht jedes Wochenende eine Wasserstandsmeldung abgeben zu müssen», sagt Alex Frei vor dem Saisonstart.

«Brauchen nicht mehr fünf neue Spieler»

Trotz Saisonstart ist nach wie vor möglich, dass das Kader noch Veränderungen erfährt. Das Transferfenster bleibt bis zum 12. Oktober geöffnet. «Es ist unsere Aufgabe, die Augen immer offen zu haben, um die ersten sein zu können. Wir brauchen nun aber nicht mehr fünf Spieler. Allenfalls aber noch einen oder zwei», sagt Alex Frei. Und wenn noch Abgänge hinzukommen? «Dann sind wir vorbereitet», sagt der neue Trainer.

Noch immer nicht klar ist, wie viele Zuschauer ab Oktober bei den Heimspielen im Bergholz dabei sein können. Grundsätzlich dürfen zwei Drittel der Sitzplätze verkauft werden, aber keine Stehplätze. Somit wären beim FC Wil weniger als 500 Fans zugelassen, wenn nichts unternommen wird. «Die Abklärungen beim Kanton St. Gallen laufen noch», sagt FC-Wil-Mediensprecher Dani Wyler. Etwas Zeit bleibt. Denn beim ersten Heimspiel nächste Woche gegen den FC Thun wird noch die alte Regelung gelten und es sind maximal 1000 Zuschauer zugelassen. Das erste Heimspiel im neuen Modus ist am 16. Oktober gegen den SC Kriens.