Niederstetten liegt an der SBB-Hauptlinie, aber kein Zug hält. Dafür liegt es an der kürzesten Strassenverbindung zwischen Niederuzwil und Wil. Das weiss inzwischen jedes Navi und jeder Lastwagenchauffeur. Mit Folgen fürs Dorf. Stehen Sie doch einmal eine Viertelstunde in Niederstetten an den Strassenrand. Verständlich, dass sich das Dorf vehement für Verbesserungen einsetzt. Dass es den ortsfremden Verkehr fernhalten möchte. Der Radweg ist gebaut, die «komische» Strasse auch. Ja, die Gemeinde wüsste durchaus, wie man «richtige» Strassen baut. Nur: Diese Strasse ist halt bewusst gebaut, damit möglichst niemand freiwillig durchfährt. Den Durchfahrtswiderstand erhöhen, um das Dorf zu schützen: Mit der Gestaltung im Dorf steht die nächste Etappe an. Sie verfolgt dasselbe Ziel. Und soll Niederstetten verlorene Lebensqualität zurückbringen.

Die Brautnacht
Niederstetten hatte 1850 doppelt so viele Einwohner wie heute. Drei grosse Feuersbrünste im Dorf kurz vor und nach 1900 dürften vermutlich einen Einfluss auf die Entwicklung gehabt haben. Niederstetten erhielt 1559 von Abt Diethelm ein eigenes Dorfrecht. Es zeigt, dass auch Ortsnamen nicht in Stein gemeisselt sind. Denn: Das Dorf wird dort auch «Unterstetten» genannt. Später wurde das Pergament um andere, damals offenbar wichtige Bestimmungen erweitert. So etwa: «Wer seine Brautnacht ausser dem Dorf Niederstätten feiert, verliert seine Dorfgerechtigkeit.» Ach ja: Die Niederstetter hüten ihren Urkundenschatz, ihre Dorfurkunden seit Jahrhunderten sorgfältig und verantwortungsvoll im Dorf.

Vorder- und Hintertobel
Was Sie heute nicht mehr sehen: Der Niederstetterbach trennte einst das Dorf in zwei Teile, rauschte mitten im Dorf duch ein tiefes Tobel. Genau dort, wo heute im Dorf die prägende Kurve ist. Das Tobel wurde 1970 aufgefüllt, der Bach ist tief unten in grossen Rohren. Auch ohne Tobel sind sind die Bezeichnungen «Vordertobel» und «Hintertobel» für die Dorfteile beidseits des Bachs geblieben. Bekannt ist das Dorf auch für seinen Fussballclub. Gleich zwei Rasenfelder stehen ihm zur Verfügung: Die Rehwiese in der Thurebene und das Feld bei der Traube, eingangs Dorf.

Oklahoma
Das «andere» Stetten unserer Gemeinde liegt - wie der Name sagt - oberhalb, unweit von Niederstetten. Auch Oberstetten ist ein bäuerlich geprägtes, kompaktes Dorf. Von der Gegend um Oberstetten geniesst man einen herrlichen Weitblick auf die Wiler Altstadt. Die Oberstetter selber nennen ihr Dorf selbstbewusst Oklahoma. Weshalb? Nun, das ist ein gut gehütetes Geheimnis. Etwa so, wie die Würze des Appenzellerkäses. Oklahoma: Einst wars ein Katz- und Mausspiel. Irgendwer schrieb diese Bezeichnung auf die Ortstafel, die Gemeinde entfernte die Buchstaben. Und schwupps, waren sie wieder da. Dieser Kleinkrieg ist beendet. Oklahoma hat inzwischen in die offiziellen Strassennamen Eingang gefunden: Die Hauptstrasse durchs Dorf ist die Oklahomastrasse. Der Gemeinderat hat sie vor Jahren so benannt. Vermutlich sind selbst die Oberstetter über so viel Offenheit der kommunalen Exekutive erschrocken.

Eine Burg
In alten Flugaufnahmen sind oberhalb des Dorfes Oberstetten unregelmässige Ringe im Gelände erkennbar, sie liegen heute im Wald. Die Ringe sind kein Zufall. Das Landstück heisst historisch «Spitzburg», dort dürfte einst tatsächlich eine kleine Burg gestanden haben. Vielleicht sollte die Gemeinde zusammen mit der Kantonsarchäologie dort eine Grabung initiieren. Damit wir – wenn wir schon keine Altstadt haben – dank Oberstetten wenigstens zweifelsfrei zu einer Burg kommen…

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WEITERE THEMEN
■ Neuer Standort für die Galerie
An der Bürgerversammlung vom Montagabend informierte Gemeinderätin Dora Hadorn, dass weder Gemeinde noch Schule Verwendung für die Liegenschaft Henauerstrasse 20 haben, der langjährige Standort für den Galeriebetrieb zu wenig Potential habe. Entsprechend liefen die Verkaufsbemühungen der Gemeinde für die Henauerstrasse 20. Und logischerweise brauche die Galerie einen neuen Standort. Die Galerie werde natürlich auch weiterhin unabhängig vom Standort das kulturelle Leben bereichern. Die Galeriekommission habe einen neuen Standort gefunden. Er sei ebenerdig und rollstuhlgängig. Weiter wollte sich Dora Hadorn noch nicht in die Karten schauen lassen. Aktuell würden die Kosten evaluiert, um die Räume für den Galeriebetrieb anzupassen. Das sei dann Thema an der Bürgerversammlung im November.

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■ Einbürgerungsgesuche liegen öffentlich auf
Der Einbürgerungsrat hat am 6. März 2018 folgenden Einbürgerungsgesuchen zugestimmt:
Baftijaj Arjeta, geb. 26. April 1997, kosovarische Staatsangehörige, Dammweg 2, Uzwil | Bürgi Elaine, geb. 15. Februar 1976, mit ihrer Tochter Dos Santos Juliana, geb. 1. Dezember 1999, brasilianische Staatsangehörige, Wespiwiese 9, Niederuzwil | Kucani Amelina, geb. 2. Juli 1996, serbische Staatsangehörige, Bienenstrasse 45, Niederuzwil | Novakovic Jovan, geb. 22. Dezember 1962, mit seiner Ehefrau Novakovic Ranka, geb. 22. Juni 1963, mit ihrer Tochter Novakovic Jovana, geb. 26. Oktober 2001, bosnische Staatsangehörige, Zehntstadel 7, Niederuzwil | Nuredini Rukije, geb. 27. Februar 1978, mazedonische Staatsangehörige, Bahnhofstrasse 144, Niederuzwil | Redjepi Gazmend, geb. 28. November 1992, mazedonischer Staatsangehöriger, Birkenstrasse 17, Uzwil | Reiter Emanuel, geb. 7. August 1984, deutscher Staatsangehöriger, Obere Waldhofstrasse 27, Uzwil | Seiler Selina, geb. 20. Februar 1994, österreichische Staatsangehörige, Kobelhöhe 7a, Niederuzwil

Die Dossiers liegen vom 4. Juni bis 4. Juli 2018 im Gemeindehaus am Stickereiplatz 1 in Uzwil, bei der Réception, öffentlich auf. Wer in der Gemeinde Uzwil stimmberechtigt ist, kann während der Auflagefrist Einsicht in die Auflagedossiers nehmen (BRG. Art. 22) und gegen den Einbürgerungsbeschluss schriftlich und begründet Einsprache beim Einbürgerungsrat Uzwil, Stickereiplatz 1, 9240 Uzwil erheben (BRG. Art. 24). Die Einsprache darf keine Auskünfte enthalten, die gegen das Verbot der Diskriminierung verstossen (BRG. Art. 25).

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■ Spielplatz erneuert
Der Spielplatz beim Schulhaus Oberberg in Henau ist erneuert. Alle Geräte sind ersetzt. Die Montagearbeiten haben die Mitarbeiter des Bauamtes ausgeführt. Ausserhalb der Schulzeiten steht der Spielplatz der Öffentlichkeit zur Verfügung.

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■ Wohnung zu vermieten
Die Gemeinde vermietet an der Birkenstrasse 19 eine einfache 4-Zimmer-Dachwohnung. Mietzins um 900 Franken. Interessiert? Christoph Metzger, Telefon 071 950 41 02, ist Ihr Gesprächspartner.

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■ Schnäppchen für die Ferien
Die Bibliothek verkauft vom 12. bis zum 16. Juni während ihren üblichen Öffnungszeiten sehr günstig eine grosse Auswahl an gebrauchten Büchern, CDs, DVDs und Hörbücher. Die Preise lassen sich sehen. Gratis sind Kinderbücher und Zeitschriften. Bücher für Erwachsene und CDs kosten einen Franken, DVDs und Hörbücher zwei Franken. «Es hat so lange es hat!» So gibts Platz in den Regalen, um das Angebot immer wieder mit Neuheiten zu ergänzen.

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■ Kehrichtsammlungen
Mittwoch in Niederuzwil, Donnerstag in Uzwil und Stolzenberg. Freitag in Algetshausen, Henau, Niederstetten und Oberstetten. Bitte stellen Sie Ihren Kehricht am Abfuhrtag bis 7 Uhr bereit.

■ Grünabfuhr
Montag in Niederuzwil, Uzwil und Stolzenberg, Dienstag in Algetshausen, Henau, Niederstetten und Oberstetten. Das Grüngut stellen Sie bitte dort bereit, wo Sie auch den Kehrichtsack hinstellen.

■ Papiersammlung
Samstag, 2. Juni 2018, Papier- und Kartonsammlung in der ganzen Gemeinde. Bitte stellen Sie Papier und Karton bis 7 Uhr bereit.

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Vorgestellt
Am diesjährigen Präsidenten-Neujahrsapéro vom Kreis Wil des St. Galler Blasmusikverbandes entstand die Idee, eine befristete Zusammenarbeit einiger Jugendensembles zu starten. Konkret wollten die Flawiler HMF Youngsters (Jugendformation der Harmoniemusik Flawil), die JEBO (Jugendensemble der MG Bichwil-Oberuzwil mit Jonschwil und Lütisburg) sowie die Nachwuchskorps der Jugendmusik Uzwil gemeinsam als Formation «K-Unit» am kantonalen Jugendmusiktreffen vom 3. Juni 2018 in Gommiswald teilnehmen. 

Die Idee hat sich zum Projekt entwickelt, das am 21. April mit einer ersten gemeinsamen Probe mit den knapp 50 Kindern und Jugendlichen bereits gestartet hat. Das Projekt lässt die Kinder und Jugendlichen ein einzigartiges musikalisches Highlight erleben, wobei der Spass im Vordergrund steht.

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Quelle: Leo Neuländer