Die Jahresrechnung 2020 der Gemeinde Zuzwil weist bei einem Gesamtaufwand von 23,9 Millionen Franken und einem Ertrag von 23,8 Millionen Franken einen Ertragsüberschuss von 138‘300 Franken aus. Das Budget 2020 rechnete mit einem Defizit von 1‘238‘000 Franken. Dies ergibt eine Besserstellung von fast 1,38 Millionen Franken. Dies teilt der Gemeinderat heute mit. 

Tiefere Nettokosten

Der gute Jahresabschluss kam hauptsächlich dank tieferen Nettokosten zustande und nicht durch Mehrerträge. Die Besserstellung ist trotz unvorhergesehenen Mehrausgaben, beispielsweise im Zusammenhang mit der Pandemie, erfreulich. Das gute Bild bei der öffentlichen Ordnung und Sicherheit ist vor allem auf die Mehreinnahmen aus den zahlreichen Grundbuchgeschäften zurückzuführen. In der Bildung ergaben sich aufgrund der Absage zahlreicher Anlässe Einsparungen. Bei den «Finanzen und Steuern» resultierten insgesamt Mindereinnahmen von rund 143'000 Franken. Gesamthaft wurde deutlich weniger Geld ausgegeben als budgetiert. 

Budget 2021

Das Budget der Erfolgsrechnung 2021 rechnet bei gleichbleibenden Steuersätzen mit einem Aufwandüberschuss von 1,528 Millionen Franken. Das Defizit kann durch einen Bezug aus dem freien Eigenkapitel (Stand 31. Dezember 2020: 10,1 Millionen Franken) gedeckt werden. Der Steuerfuss konnte während der letzten Amtsdauer immerhin von 95 auf 82 Prozent gesenkt werden. Bei der Budgetierung für das laufende Jahr war Vorsicht geboten. Wie sich die Folgen der Coronapandemie auf die Gemeindefinanzen auswirken, ist noch nicht absehbar, schreibt der Gemeinderat.

Weniger Steuereinnahmen

Im Budget wird bei der Einkommenssteuer natürlicher Personen mit einer Abnahme der einfachen Steuer um 2,5 Prozent und einer Zunahme der Vermögenssteuer um vier Prozent gerechnet. Bei den Gewinn- und Kapitalsteuern (juristische Personen) rechnet der Kanton mit 25 Prozent weniger Einnahmen aufgrund der Steuerreform und AHV-Finanzierung (STAF). Zusätzlich wird wegen der Pandemie eine Reduktion um 15 Prozent empfohlen. Der Gemeinderat hat im Budget mit einem Rückgang von 2,5 Prozent gerechnet. Der Bürgerschaft wird die Budgetge-nehmigung mit gleichbleibenden Steuersätzen (Steuerfuss 82 Prozent und Grundsteuer 0,4 Promille) beantragt.

Verschuldung ist hoch

Die Nettoschuld wird als Gradmesser für die Verschuldung verwendet. Diese liegt in Zuzwil bei rund 2700 Franken pro Einwohner. Dies wird als hohe Verschuldung bezeichnet. Der Nettoverschuldungsquotient zeigt, welcher Anteil des Steuerertrags beziehungsweise wie viele Jahrestranchen erforderlich wären, um die Nettoschulden abzutragen. Der aktuelle Wert von 94 Prozent wird als gut beurteilt.

Finanzpolitik

Der Gemeinderat will mit seinen finanzpolitischen Zielen auch in der neuen Amtsdauer einen längerfristig stabilen Steuerfuss anstreben. Aber auch die Verschuldung soll in einem verträglichen Mass gehalten werden. Wichtig ist dem Gemeinderat auch, dass für strategische Projekte und Investitionen zur Verbesserung der Gemeindeinfra-struktur genügend Spielraum vorhanden ist. Die gute finanzielle Situation soll erhalten bleiben. Dazu sind ein aus-gewogenes Verhältnis zwischen Ausgaben und Einnahmen sowie sinnvolle Investitionen zur Beibehaltung der Attraktivität erforderlich. In den kommenden Jahren haben die Zonenplanung, die Rasensportanlage, die Erhöhung der Verkehrssicherheit auf den Strassen sowie der Hochwasserschutz am Dorfbach Priorität.

2,3 Millionen Franken Eigenkapital

Der Finanzplan 2021 bis 2025 rechnet mit einem Steuerfuss von 82 Prozent und einem Investitionsvolumen von rund 11,4 Millionen Franken. Die Stimmbürger können zu den einzelnen geplanten Investitionsprojekten jeweils an der Bürgerversammlung oder an der Urne Stellung nehmen. Sofern alle prognostizierten Defizite eintreffen und mit dem vorhandenen Eigenkapital gedeckt werden sowie alle angedachten Investitionen ausgelöst werden, sind Ende Dezember 2025 noch mehr als zwei Millionen Franken Eigenkapital vorhanden.