Somit hat Politisch Bichelsee-Balterswil neu einen Steuerfuss von 54 Prozent, vorher 49 Prozent. Was das für die hiesige Finanzwelt bedeutet sind Steuer-Mehreinnahmen pro Jahr von rund 275'000 Franken. Gleichbedeutend heisst das innerhalb des Budgets 2022, dass nicht mehr mit einem Verlust von 332'916 Franken, sondern lediglich noch mit einem Verlust in der Höhe von 58'426 gerechnet wird. Der Plan des Gemeinderates geht dahin, als dass man infolge kommender Projekte schon jetzt agieren will und nicht erst – wenn es zu spät ist – reagieren muss. Was aber sind denn die anstehenden Projekte. Dazu findet Gemeindepräsident Christoph Zarth, an seiner ersten physisch abgehaltenen Gemeindeversammlung, in seinen Worten viel Wissenswertes. «Wir sollten die notwendigen Investitionen nicht hinausschieben. Mit dieser moderaten Anhebung des Steuerfusses gelingt es uns mittel- bis langfristig Liquidität für die Rückzahlung von Fremdkapital zu generieren.» Christoph Zarth weist auf die vorgesehenen Investitionsprojekte hin. «Die Digitalisierung des Gemeindearchivs, die Böschungssicherung an der Steigstrasse, die Sanierung der Regenwasserkanalisation Tannenhof in Ifwil, die Sanierung Renendal, die Anschaffung eines neuen Atemschutzfahrzeuges für die Feuerwehr, die Sanierung Rietwies inklusiver Zufahrt Kompostierplatz, Bushaltestellen, oder die Abklärung des Projekts Werkhof, werden uns in naher Zukunft einiges an Aufwendungen kosten. Dank der angenommenen Steuerfusserhöhung agieren wir, ehe wir irgendwann reagieren müssen», so Zarth. Es sind am Dienstagabend, von insgesamt 2110 Stimmberechtigten, deren 82, die an der Gemeindeversammlung teilnehmen. Leise Kritik eines Stimmbürgers erfolgt dahingehend, dass es schwach war, wie es nur rund ein Achtel davon zur Vor-Informationsveranstaltung geschafft haben. Dem gegenüber kritisiert jedoch ein weiterer Anwesender, dass vor Wochenfrist das Interesse und der Ansturm wesentlich grösser gewesen wäre, ohne die damals notwendige Covid-Zertifikatspflicht. Gemeindepräsident Zarth nimmt indes den Wind aus den Flügeln indem er betont, dass man seine Anliegen und Fragen zu jederzeit beim Gemeinderat deponieren kann. «Doch die Durchführung einer Vorinformation sollte schon besucht werden, da es dabei Platz auf einer ganz anderen Diskussionsebene Platz bietet.»

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Gemeindepräsident Christoph Zarth


Schulgemeinde – kurz und bündig

Im Vorfeld der Politischen Angelegenheit begrüsste Schulpräsidentin Andrea Schwager zu «ihrer» Versammlung. Nach gut 30 Minuten Versammlungsdauer konnte sie ihre Akten bereits schliessen. Dies im Wissen, alle Traktanden genehmigt erhalten zu haben. Der Voranschlag der Erfolgsrechnung 2022 schliesst dabei bei einem Aufwand von 7'400'200 Franken und einem Ertrag von 7'199'000 Franken mit einem Aufwandüberschuss von 201'200 Franken. Freuen darf sich der Steuerzahler in diesem Fall, denn die Steuerfusssenkung von 98 auf 96 Prozent wird einstimmig gutgeheissen.

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Schulpräsidentin Andrea Schwager