«Wir müssen mit der Zeit mitgehen», sagt Michel Staubli, Mitinhaber und -initiator der Stivai Fonduestube, «und deshalb haben wir uns weiterentwickelt.» Er ist davon überzeugt, dass es nach der Gründung im Jahr 2013 «Zeit für die Stivai 2.0» ist. So hat er mit seinem Team über die Frühlings- und Sommermonate an einem neuen Konzept getüftelt. Und was dabei rausgekommen ist, kann man die Tage – zumindest von Aussen – sehen: Ein komplett neues Holzhaus, das während rund zwei Monaten auf dem Rudenzburg-Parkplatz in Wil stehen wird. Das traditionelle Chalet gibt es ab dieser Saison nicht mehr. «Entstanden ist eine moderne, minimalistische und gradlinige Architektur», sagt Staubli. Das neue Chalet gleicht den nordischen Holzhäusern, die man in vielen Ferienprospekten sieht: Das Dach ragt über die Wohnfläche hinaus und bildet beim Eingang eine Veranda. Und das neue Konzept hat es in sich, denn es ist aufwendig: Alleine der Aufbau des modernen Chalets dauert eine Woche. «Eine weitere Woche brauchen wir für die Innenausstattung, die Dekoration und die Bar sowie Küche», so Staubli. Das Aussehen der modernen Holzhütte wurde in Zusammenarbeit mit der Wiler S. Müller Holzbau AG und der VierD AG konzipiert und wird mit ihnen bis Freitag, 8. November, aufgebaut.

Dass sich die Verantwortlichen für die siebte Stivai-Saison – Stivai kommt aus dem Romanischen Stiva und bedeutet: Stube – entschieden haben, etwas Neues auf die Beine zu stellen, hat einen einfachen Grund: «Als wir im Jahr 2013 auf dem Markt erschienen sind, gab es in der Ostschweiz noch kein vergleichbares Projekt.» Nach und nach seien in der Region Mitbewerber wie Pilze aus dem Boden geschossen. Die Stivai-Verantwortlichen haben quasi an einem Trend mitgewirkt. «Wir wollen uns nun von der Konkurrenz abheben und etwas Individuelles anbieten», erklärt Mitorganisator Staubli. Das hat auch damit zu tun, dass sich Staubli und sein Team nicht als klassische Gastronomen sehen. «Schliesslich sind wir mit unserer Agentur Migevents – angegliedert an die Miggroup –in der Eventbranche tätig», betont Staubli. Und deshalb soll in der siebten Saison vieles neu werden.

Natürlich statt rot-weiss

Aber nicht nur aussen, sondern auch im Inneren erscheint die Stivai Fonduestube mit einem neuen Gewand. So wird beispielsweise die Cheminéebar vergrössert. «Die klassischen rot-weissen Tischtücher und Dekorationsartikel sind Geschichte», sagt Staubli. Es soll eben nicht mehr so ganz urchig werden. «Wir haben uns für natürliche Farben wie Erd- und Schlammtöne entschieden», sagt Staubli. Eben nordisch angehaucht. «Das ist aber nichts Neues, dass der nordländische Stil im Gastronomie-, Hotel- und Eventbereich im Trend liegt», meint Staubli. Doch geht dadurch das beliebte Holzhüttencharakter nicht verloren? «Nein», ist Staubli überzeugt, «ein moderner Innen- und Aussenbau können genauso gemütlich sein, wie eine traditionelle Hütte.»

Das neue Chalet ist grösser als der Vorgänger und deshalb wird die Platzzahl für die Besucher ebenfalls leicht angepasst. Weil eine zusätzliche Bank in die Hütte gebracht wird, können acht bis 16 Personen mehr empfangen werden. «Bisher hatten 100 Gäste in der Stube Platz», informiert Staubli. Trotzdem müssten sich die Besucher nicht fürchten, dass es deshalb ungemütlich werde. Und: «Wir möchten auch nicht grösser werden, um noch mehr Gäste anzulocken.» Alleine im Jahr 2018 wurden in den zwei Monaten rund 4500 Gäste empfangen und 1900 Kilogramm Käse verkauft. «Und geht es nicht darum, jedes Jahr einen Rekord aufzustellen», sagt Staubli. 

Etwas bleibt gleich: die Kernidee

«Ja, mit dem traditionellen Chalet hatten wir einen grossen Erfolg», sagt Staubli, «deshalb gibt es auch einige Sachen, die trotz neuer Hülle in der Stivai Fonduestube erhalten bleiben werden.» Die Kernidee der Fonduestube zum Beispiel. Die Atmosphäre soll weiterhin gemütlich und heimisch sein. Die Verantwortlichen der Stivai Fonduestube setzen also weiterhin auf Schweizer Werte und Tradition. Und das kulinarische Angebot wird weiterhin «klein aber fein bleiben». Auf der Speisekarte stehen wie bisher verschiedene Käse-Fondues, kalte Fleischplättli, Flammkuchen, Suppen und Salate sowie Desserts. Auch die Getränkekarte wird nicht vergrössert: Es werden bis anhin Weine, Bier, Kaffee, Tee oder Mineralwasser angeboten. «Mehr braucht es in einer Fonduestube doch nicht», sagt Satubli.