Über die Hälfte der Kosten der Elektrizitätsversorgung Oberbüren (EVO) kann grundsätzlich nicht direkt beeinflusst werden. Dazu gehören zum Beispiel die externen Kosten von Vorlieferanten. Diese Kosten müssen durch die EVO im selben Umfang an die Strombezüger weiterbelastet werden. Der Strompreis muss jährlich durch die EVO neu kalkuliert und dem Bund bereits im August des Vorjahres verbindlich zur Prüfung eingereicht werden. Diese frühzeitige Kalkulation stellt ein Risiko im Zusammenhang mit der Energiebeschaffung dar. Die Corona-Pandemie sowie des Kriegs im Osten Europas haben zudem einen grossen Einfluss auf die Strompreise. Denn die Kosten sind in diesem Jahr massiv angestiegen.

Aufgrund dieser Ausgangslage ist eine strukturierte Energiebeschaffung elementar. Diese orientiert sich am Eingabedatum für Strompreise von Ende August. Bis zur Preiskalkulation und Einreichung zuhanden des Bundes ist es das Ziel, rund 80% des Strombedarfs für das Folgejahr bereits eingekauft zu haben. So kann die Sicherheit erhöht werden, dass die Energie kostendeckend weitergegeben werden kann.

Damit so günstig wie möglich eingekauft und entsprechend weiterverkauft werden kann, wird die Energie in mehreren Etappen beschafft. Pro Quartal werden einzelne Tranchen eingekauft. Die Beschaffung erfolgt somit jeweils frühzeitig für die kommenden drei Jahre zu möglichst optimalen Konditionen. So kann das Risiko in Bezug auf Preisschwankungen minimiert werden. Das ausgearbeitete Handbuch zur strukturierten Energiebeschaffung wurde vom Gemeinderat genehmigt und wird seit dem 1. Juni 2022 angewendet.

Der Gemeinderat plant, in diesem Jahr eine Veranstaltung für Privatkunden sowie das Gewerbe zu organisieren, um im Detail zur Energiebeschaffung, Preisentwicklung etc. zu informieren. Zu gegebener Zeit folgen weitere Informationen.

Gemeinderat Oberbüren, 2.6.22