Zusammen mit Elia Mettler ist Andreas Ambühl die offensive Lebensversicherung des EC Wil. Von den 50 Treffern, welche die beiden in der vergangenen Saison für die Äbtestädter erzielt haben, gingen 32 auf das Konto von Ambühl. Auch diese Saison hat er in den ersten drei Partien schon wieder sechsmal ins Schwarze getroffen, bevor am Mittwochabend bei der 2:6-Auswärtsniederlage gegen die Pikes fast schon Aussergewöhnliches passierte.

hallowil.ch: Andreas Ambühl, Sie haben am Mittwoch weder ein Tor erzielt, noch einen Assist beigesteuert. Das kommt selten vor.
Andrea Abmühl: Wenn es nicht läuft, dann läuft es nicht. Ich gehe jeweils ins Spiel, um meine Leistung zu bringen und etwas für die Mannschaft zu machen. Wenn ich gut in Szene gesetzt werde, dann mache ich die Scheibe rein.

hallowil.ch: Nach zuvor drei Siegen in drei Spielen gab es gegen die Pikes die erste Saisonniederlage. Was war los?
Die Pikes hatten ein gutes Powerplay. Und wir nahmen Strafen, die wir nicht hätten nehmen müssen. Sie waren zudem gut gecoacht und ihre erste Linie wurde immer auf unsere erste Linie angesetzt. Im zweiten Drittel, als wie vier Tore kassiert haben, standen wir zudem schlecht.

hallowil.ch: Sie haben einen der härtesten Schüsse in der 1. Liga: Wie kommt das?
Schiessen, schiessen, schiessen. Beim HC Davos habe ich jeweils am Mittwochnachmittag die Torhüter trainiert und fast schon endlos geschossen. Ich habe geübt, bis ich Blasen hatte. Um auf diese Anzahl Tore zu kommen, braucht es aber auch den Torriecher, der bei mir gegeben ist.

hallowil.ch: Mit 32 Toren in der vergangenen Saison haben Sie sich für höhere Aufgaben empfohlen. Gab es im Sommer Angebote von höherklassigen Klubs?
Nein, es kam nichts. Einzig Angebote aus der dritthöchsten Spielklasse für eine B-Lizenz waren da. Ich wechsle aber nicht um jeden Preis. Aufwand und Ertrag müssen stimmen.

hallowil.ch: Sie setzten als Jugendlicher voll auf die Karte Eishockey und absolvierten beim EHC Biel einst zwei Spiele in der Nationalliga A. Was ist dann passiert?
Ich habe mit der Bieler Vereinsleitung gesprochen und wollte erreichen, dass ich fix mit der ersten Mannschaft trainieren kann und nicht mehr mit den Junioren. Das konnten sie mir aber nicht zusichern. Danach war ich mit Arno Del Curto vom HC Davos im Gespräch. Er wollte mir eine Chance geben und ich wechselte nach Graubünden.

hallowil.ch: Und dann?
Es war eine schwierige Phase. Just in dieser Saison kam mein Vater bei einem Unfall ums Leben und ich konnte die Leistung nicht auf den Platz bringen. Meine Zeit bei den Junioren war vorbei. Ich wäre womöglich irgendwo in der Nationalliga B untergekommen. Aber davon hätte ich auch nicht gelebt. Da ich keine Ausbildung gemacht hatte, entschied ich mich, als 18-Jähriger eine Lehre als Lastwagen-Mechaniker anzufangen. Vergangenen Sommer bin ich als 22-Jähriger fertiggeworden. Nun bin ich als Automechaniker tätig.

Im Video: Hier vervollständigt Andreas Ambühl Sätze:

 
Andreas Ambühl sagt: "Ob ich in fünf Jahren noch Eishockey spiele, ist schwierig zu sagen. Ich nehme Jahr für Jahr."

hallowil.ch: Apropos Davos: Dort spielt Ihr bekannter Fast-Namensvetter Andres Ambühl. Er und Sie sind Stürmer und kommen aus dem Landwassertal. Gibt es weitere Bezugspunkte?
Die Familien sind weit aussen verwandt. Als Kind war ich oft im Stadion und habe Andres bewundert. Er ist ein guter Hockeyspieler, von dem ich mir einiges abschauen kann. Ein Sommertraining habe ich mal mit Andres Ambühl bestritten. Allerdings ist er ein komplett anderer Spieler. Kleiner, schnell und agil. Ich mache es eher mit der Masse. Er tut mehr fürs Spiel, ich habe den Torriecher. Man kann uns nicht vergleichen.

hallowil.ch: Gibt es Verwechslungen?
Manchmal werde ich auf Andres Ambühl angesprochen. Aber eher von Leuten, die nicht so nahe dran sind.

hallowil.ch: Am Samstag steht das Spitzenspiel gegen den noch verlustpunktlosen Leader EHC Frauenfeld an.
Nach der 2:6-Niederlage am Mittwoch gegen die Pikes wird von uns eine Reaktion erwartet. In der 1. Liga kann jeder gegen jeden gewinnen und jedes Spiel muss zuerst gespielt sein. Ein Sieg ist sicher möglich. Allerdings muss einiges zusammenpassen. Qualitativ ist Frauenfeld etwas besser aufgestellt als wir.

hallowil.ch: Was ist das Ziel für diese Saison?
Primär wollen wir in die Playoffs, was durchaus möglich sein sollte. Danach wäre es schön, wenn wir eine Playoff-Runde überstehen und in den Halbfinal kommen. Danach ist alles möglich.