Die IG Kultur ist im Frühling 2019 mit einem neuen Vorstand gestartet, informierte Präsident Sebastian Koller. Ziel sei es, neues Leben in die IG Kultur einzuhauchen. Die Organisation sieht sich als eine Art Dachorganisation für Künstler und Kulturschaffende. Man möchte das Geschäftsfeld erweitern, indem man auch Anlässe Durchführung und die Vernetzung verbessert. So diente denn auch dieser Anlass zum Thema Kulturförderung zur Veranschaulichung von Kulturförderung auf kantonaler und regionaler Ebene. Katrin Meier, Leiterin des Amtes für Kultur Kanton St.Gallen, und David Zimmermann, Präsident von Thurkultur, waren die Referenten

Nichts ist gratis

Was ist Kultur überhaupt? Diese Frage stellte David Zimmerman am Anfang seines Referates und gab auch gleich die Antwort dazu: Kultur ist nichts anderes als unsere Gesellschaft; Jung, Alt, Musik, Gestaltung und auch die Architektur. Dies alles gehört dazu. Kultur kommt vom lateinischen Wort Cultura und bedeutet: ansäen, pflegen, hegen. Als Resultat kann man etwas ernten. Aber wer ernten möchte, muss auch etwas dafür tun oder geben. Denn «nichts ist gratis», sagte Zimmermann. Bund, Kantone und Gemeinden seien die so genannte Dreifaltigkeit für Investitionen in die Kultur.

In den Kantonen Thurgau und St.Gallen besteht ein gesetzlicher Auftrag für die Kultur. Der Verein Thurkultur besteht aus 21 Gemeinden aus zwei Kantonen. Die Finanzierung ergibt sich aus einem Franken pro Einwohner der teilnehmenden Gemeinde, dessen Verdoppelung durch die Kantone, 48 Organisationen und den Einzelmitgliedern. Es sei manchmal schwierig zu entscheiden, wer wieviel Geld aus dem Topf erhalte, sagte Zimmermann. Thurkultur verteilt jeweils rund 13'000 Franken pro Sitzung an die Gesuchsteller. Das macht bei zehn Sitzungen pro Jahr im Schnitt 800 Franken pro Gesuch. In Zukunft werden die Veranstaltungen über Social Media wie Facebook und Instagram veröffentlicht und so eine gute Streuung gewährleistet.

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David Zimmermann, Gemeindepräsident von Braunau und Präsident von Thurkultur, war Referent an der Veranstaltung von IG Kultur Wil.


Vereinfachung für Gesuchsteller

Katrin Meier stellte alsdann die Möglichkeiten der Kulturförderung vor. Der Kanton St.Gallen profitiere von starken Kulturregionen. Die Kulturregionen (Südkultur, Zürichsee/Linth, Rheintal Toggenburg und Thurkultur) seien gut funktionierende Gefässe. Die kantonale Kulturförderung unterstütze Vorhaben von mindestens regionaler Bedeutung. Sie wirkt ergänzend zu Privaten und Gemeinden (Subsidiaritätsprinzip). Je nach Beitragshöhe und Region unterscheiden sich die Zuständigkeiten und Verfahren.

Um Doppelspurigkeiten im Gesuchsverlauf künftig zu vermeiden, wird bald ein Online-Gesuchsformular bereitgestellt. Der Gesuchsteller vermerkt auf dem Formular alle Stellen, an die das Unterstützungsgesuch gehen soll. Der Kanton unterscheidet zwischen Projektbeiträgen und Jahresbeiträgen. Als Beispiel: In der Stadt Wil erhielten das Fête de Lion, Classic Openair und Artwil Ohm41 Projektbeiträge zwischen 10'000 und 30'000 Franken. Institutionen wie Tonhalle, Kunsthalle, Rock am Weier oder das Momoll-Jugendtheater bekommen Jahresbeiträge zwischen 10'000 und 100'000 Franken. Des Weiteren erwähnt Meier, dass aber in Zukunft auch weitere Ideen zur Kulturförderung gesucht seien.