hallowil.ch: Frau Hartmann, welches Ereignis war 2018 herausragend?

Für die Stadt Wil war sicherlich die Bundesrätinnenwahl ein grosses Ereignis. Das hat man in der ganzen Schweiz wahrgenommen. Für unsere Mitarbeitenden war zudem die Verabschiedung des neuen, fortschrittlichen Personalreglements durch das Parlament ein wichtiges Ereignis.

hallowil.ch: Stichwort Karin Keller-Sutter: Was bringt die erste Bundesrätin der Stadt Wil konkret?

Eine Bundesrätin ist eine positive Symbolfigur. Karin Keller-Sutter trägt den Namen der Stadt Wil in die Welt hinaus.

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Bundesrätin Karin Keller-Sutter (Bild) trägt den Namen Wil laut Stadtpräsidentin Susanne Hartmann "in die Welt hinaus".

hallowil.ch: Welches Ereignis von 2018 möchten Sie 2019 nicht mehr erleben?

Es ereignete sich im ablaufenden Jahr zum Glück nichts derart Negatives.

hallowil.ch: Die letzte Parlamentssitzung des Jahres hat für Diskussionen gesorgt mit dem Ergreifen des Ratsreferendums durch die Ratsrechte durch die Steuerfuss-Diskussion. Wie beurteilen Sie dies mit etwas Abstand?

Aus meiner Sicht ist das Ratsreferendum für die dargelegten Anliegen von SVP und FDP nicht das richtige Instrument. Es sollte nur im Notfall eingesetzt werden. In den nächsten Jahren sind sehr grosse Investitionen geplant für das Agglomerationsprogramm und die Schulraumplanung. Zudem ist mit Ausfällen aufgrund der Steuerreform und der AHV-Finanzierung zu rechnen. Eine Steuersenkung ist zum jetzigen Zeitpunkt schlicht und einfach ein falsches Zeichen.

hallowil.ch: Wo würde gespart, falls der Steuerfuss vom Volk auf 118 Prozent gesenkt wird?

Der Stadtrat und die Verwaltung gehen sehr sorgsam mit den Steuergeldern um. Es sind aktuell noch keine expliziten zusätzlichen Sparmassnahmen geplant.

hallowil.ch: Die Hälfte der Legislatur ist durch. Das Zwischenfazit?

Die Legislaturziele gelten für vier Jahre. Wir sind grossmehrheitlich auf Kurs. Vieles konnte bereits umgesetzt oder weit entwickelt werden. Zum Beispiel das Personalreglement, das Detailprojekt der dritten Bauetappe des Hofs zu Wil, der Bericht Schule 2020, das Projekt Smart City, der Quartiertreffpunkt Lindenhof, das Parking Pay und Dialog G.

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Die dritte Sanierungsetappe des Hof zu Wil ist eines der Ziele der laufenden Legislatur 2017-2020.

hallowil.ch: In der Kritik steht das Departement Bau, Umwelt und Verkehr (BUV). Wären mit den zusätzlichen Stellen alle Probleme vom Tisch?

Nur mit zusätzlichen Ressourcen können nicht alle Herausforderungen angegangen werden. Das BUV ist daran, die Abläufe zu optimieren. Dieser Prozess muss noch weitergeführt werden und ist entsprechend noch im Gange. Die Frage muss schliesslich aber der zuständige Departements-Vorsteher beantworten.

hallowil.ch: Immer wieder hört man den Vorwurf, die Stadt sei nicht innovativ. Teilen Sie diese Haltung?

Nein, überhaupt nicht. Verschiedenste Projekte sind in Bearbeitung oder wurden in den letzten Jahren umgesetzt. Mit Wil West sind wir auf einer ganz grossen und innovativen Schiene. Im Kleinen versuchen wir zum Beispiel mit dem Projekt Altstadtgarten die Stadt aufzuwerten. Natürlich gelingt nicht immer alles, was man sich vornimmt.

hallowil.ch: In welchen Bereichen setzt der Stadtrat im kommenden Jahr Schwerpunkte?

Der Stadtrat orientiert sich an den Legislaturzielen. Wir sind jetzt etwa in der Hälfte der Legislatur. Wir haben also noch genug zu tun.

hallowil.ch: Ihr Wunsch für die Stadt Wil für 2019?

Ich wünsche mir, dass die Menschen in unserer Stadt glücklich und zufrieden und vor allem gesund sein dürfen.