Die Glasschneemänner in den Fenstern lachten mit den «SVP-Sünneli» auf den herumliegenden Flyern um die Wette. An der Hauptversammlung der SVP Jonschwil-Schwarzenbach in der Besenbeiz «Schöpfli» herrschte am Mittwochabend eitel Sonnenschein. Die Traktanden wurden mehrheitlich mit Applaus verabschiedet und die Stimmung war durchweg heiter. Keine Spur von Trübsal über das Ergebnis bei den nationalen Parlamentswahlen im letzten Herbst, bei denen die SVP im Nationalrat zwölf Sitze verloren hat.

Als Präsident und Kantonsrat Peter Haag den Jahresbericht oder vielmehr das Jahresgedicht verlas, lag sogar schon ein Hauch Fasnacht in der Luft. Es begann mit ein paar selbstironischen Versen («Ebä nöd vil gmacht, isch so ne Gschicht/ Drum träg ich eu vor dä Bricht hüt als Gedicht») und führte dann vor, dass die SVP beim Thema Klimaerhitzung nicht so genau weiss, ob sie nun nach der grünen Welle einschwenken oder weiterhin selbstzufrieden die Klimajugend lächerlich machen soll. 

Haag las: «Klima-Notstand in Wil! Hilfe nei / Wo bin ich denn um Himmelswille dihei / Dä Wick vo Wil und sini Gspänli vo dä Grüenä / Vilicht mues mer’s au es bitzli rüemä / Si lueget für’s Klima, üsi Umwelt und üsi Chind.» Der Klimateil, Herzstück des Jahresberichts, endete dann mit den Zeilen: «Bi üs wird recyclet, Strosse putzt, Katalysatore iibaut, alles e mol entschiede / Sind mir doch eifach mit üsem Land und üsere Luft au e mol zfridä.» Applaus für das Jahresgedicht.


Stabile Finanzen

Der Rechnungsbericht von Eugen Meier gab zu keinen Diskussionen Anlass. Den Einnahmen, unter anderem zusammengesetzt aus gut 1400 Franken Mitgliederbeiträgen und 500 Franken von der politischen Gemeinde, standen Ausgaben in etwa gleicher Höhe gegenüber. Rund die Hälfte der Mitgliederbeiträge musste die Ortspartei wie üblich an die Kreispartei abgeben, dazu kamen Ausgaben für Briefe und Portos, Essen und Trinken bei verschiedenen Anlässen. Unter dem Strich liegt in der Vereinskasse aktuell ein Gesamtvermögen von 4635 Franken, was einem Zuwachs von knapp 200 Franken gegenüber dem Vorjahr entspricht. Für die kommenden Wahlkämpfe in der Gemeinde dürfe die Ortspartei zudem wieder mit der «Unterstützung durch gewisse Leute» rechnen, so Meier. 

Peter Haag kandidiert als Schulratspräsident

Wenig überraschend kandidiert Bruno Näf für eine vierte Amtsdauer als Gemeinderat. Er wurde mit Applaus nominiert. Spannender ist da die Kandidatur von Präsident Peter Haag kommenden Herbst als Schulratspräsident. Auch ihre Bekanntgabe wurde mit Applaus bedacht. Noch ist nicht klar, ob der amtierende Köbi Zimmermann sich nochmals zur Wahl stellt. Er fände es aber legitim zu kandidieren, «unabhängig davon, ob das Amt vakant ist oder nicht», sagte Haag. Er schätze den «umgänglichen und gmögigen» Zimmermann, wolle der Bevölkerung aber «eine Auswahl bieten». Auf Nachfrage räumte Haag ein, dass es ihm mit seiner Kandidatur nicht nur um die Pflege des demokratischen Prinzips der Auswahl geht. Er rechne sich durchaus Chancen aus, das Amt «auch holen zu können.» Um über seine Ziele im Fall einer Wahl zu sprechen sei es aber noch zu früh, sagte Haag.

«Gute Obig mitenand» schallte es plötzlich durch den Raum. Der Regierungsratskandidat Michael Götte und die Kantonsrätin Ursula Egli waren eingetreten, sie kamen direkt von einem Austausch mit den beiden Landeskirchen. «Wenn man mit dem Bischof Wein trinkt, kommt man manchmal kaum mehr weg», hatte Haag zuvor ein allfälliges spätes Erscheinen der beiden Kantonsräte vorgängig entschuldigt. Am Ende der Versammlung bekam Götte Gelegenheit, den Parteimitgliedern darzulegen, wie und weshalb er am 8. März für die SVP einen zweiten Sitz in der Kantonsregierung erobern will. Auch dafür gab es Applaus.