Auch ihre dritte Hauptversammlung begann die SVP Uzwil mit einem gemeinsamen Imbiss. Bei der Abwicklung der ordentlichen Traktanden wurde der Vorstand unter dem Präsidium von Marco Baumann für eine weitere Amtsdauer von zwei Jahren gewählt. Drei aus dem Vorstand zurücktretende Frauen wurden durch drei Männer ersetzt. Als Gastredner referierte Sascha Schmid, Kantonsrat und Präsident der Jungen SVP, Grabs, über die Finanzlage des Kantons St. Gallen.Marco Baumann hatte die Ortspartei nach einer inaktiven Phase neu belebt. Im ersten Vorstand wirkten neben ihm als Präsident und Jacques Matanovic als Vizepräsident drei Frauen mit. Alle drei haben ihren Rücktritt erklärt. Marina Tischhauser (Kassierin) und Desirée Moser, weil sie aus der Gemeinde weggezogen sind, Arlette Winter aus beruflichen Gründen. Sie sind durch David Hüni (neuer Kassier), Franz Giger und Christian Kamber abgelöst worden. Nach der Wahl von Christian Kamber in den Vorstand wirken Rico Baumann und Nicole Helg als Revisoren.

Positives Image erarbeiten
Seinen Jahresbericht begann Präsident Marco Baumann mit Gedanken zur Stellung und Wahrnehmung der Partei. Im abgelaufenen Jahr sei es darum gegangen, die Strukturen der Ortspartei zu festigen und die Parteibasis zu erweitern. Bei diversen Anlässen habe man den Kontakt zur interessierten Bevölkerung gesucht. Dabei habe man festgestellt, wie wichtig es sei, den SVP-Wählern die Möglichkeit zur ungezwungenen Meinungsäusserung zu bieten. Oft fühlten sie sich moralisch in eine Ecke gedrängt.

Der Präsident bezeichnete es als wichtig, weiterhin an einer positiven Wahrnehmung der Partei zu arbeiten. Nur wenn dies gelinge, seien SVP-Kandidaten bei künftigen Wahlen auch ausserhalb der eigenen Partei wählbar.

SVP-Höck für die Meinungsbildung
Als einen festen Bestandteil der politischen Arbeit bezeichnete Marco Baumann den SVP-Höck, der jeweils am letzten Montag im Monat im Restaurant Landhaus stattfindet. Dabei könne oft mit Exponenten der Partei diskutiert werden, so im vergangen Jahr beispielsweise mit Toni Brunner, Lukas Reimann, Bruno Dudli oder Damian Gahlinger. Thema des nächsten Höcks sei die Vollgeld-Initiative. Ein Fachmann werde die komplizierte Materie erläutern.

Wenig Interesse an lokalen Themen?
Marco Baumann setzte sich auch mit dem Vorwurf auseinander, die SVP sei in der Lokalpolitik wenig aktiv. Das möge insofern zutreffen, als die SVP anderen Parteien ihre Kernthemen nicht streitig machen wolle. Bei den vordringlichen Themen der SVP liege zwar die Entscheidungskompetenz oft nicht auf Gemeinde-, sondern auf Kantons- oder Bundesebene. Die Auswirkungen, nicht zuletzt auch die finanziellen, seien aber zu einem beachtlichen Teil durchaus Gemeindeangelegenheiten.

Kritik, die auf die Gemeinde zielt
Die allgemeine Umfrage zeigte dann aber, dass sich SVP-Mitglieder auch mit Lokalem auseinandersetzen. Bedauert wurde die Entfernung der Informationstafel beim ehemaligen Gemeindehaus an der Flawilerstrasse. Der Briefkasten beim neuen Gemeindehaus wird als zu klein und kaum auffindbar empfunden. Im Tempo-30-Bereich Herrenhof wurde die zu grosse Zahl der Bäume kritisiert. Auf der Bienenstrasse halte trotz Tempo-30-Zone kein Mensch die Geschwindigkeitsbeschränkung ein. Die Unterführung beim Bahnhof müsste dringend gereinigt werden, war eine weitere Forderung.

Zu starkes Ausgabenwachstum
Die Ausgaben des Kantons St. Gallen seien in den letzten zehn Jahren um 1,4 Milliarden Franken gestiegen, zeigte Sascha Schmid, Kantonsrat und JSVP-Präsident aus Grabs, mit einer Grafik auf. Damit müsse die jahrelange Sparpaket-Politik als gescheitert eingestuft werden. Die SVP und die JSVP forderten ein Umdenken. Ihre Anträge auf Senkung des Steuerfusses um 5, beziehungsweise 10 Prozent sind im Kantonsrat aber gescheitert. Die FDP war sich in der Finanzkommission noch mit der SVP einig. Der Referent kritisierte das inkonsequente Verhalten der FDP scharf.

Eine Senkung des Steuerfusses wäre nach Ansicht von Sascha Schmid dringend nötig gewesen, um den Kanton fit zu machen. Alle Kantonsausgaben müssten infrage gestellt werden. Um das Ausgabenwachstum zu bremsen, beziehungsweise das Ausgabentotal zu senken, sei auch eine Reduktion der Einnahmen nötig.