Für den Mittagstisch wurde seit den Sommerferien bereits provisorisch ein zweiter Standort im Familienzentrum gemietet. Der Gemeinderat hat die Entwicklung der Nachfrage analysiert und beschlossen, ab Februar 2023 grössere Räumlichkeiten in der Liegenschaft Wiesentalstrasse 20 zu mieten. Die Mietkosten von rund 52'000 Franken pro Jahr werden ins Budget 2023 aufgenommen. Die Kosten für die Miete des zweiten Standortes von 18'000 Franken entfallen somit.

Betreuungsangebot

Die Tagesstrukturen fördern die Entwicklung und Bildung der Kinder. Die Eltern können ihre Erwerbstätigkeit aufrechterhalten. Vom Betreuungsangebot profitiert auch die Schule, welche positive Effekte auf Schulleistungen und Sozialverhalten wahrnimmt. Für die Arbeitgebenden ist ein gut ausgebautes Betreuungsangebot deshalb wichtig, weil der Wirtschaft dadurch dringend benötigte Fachkräfte zur Verfügung stehen. Die Eltern beteiligen sich an den Kosten mit einkommesabhängigen Beiträgen. Der Bund und der Kanton subventionieren den Betrieb von Tagesstrukturen. Der Kantonsrat plant Ende November 2022 die rechtlichen Grundlagen so anzupassen, dass alle Gemeinden verpflichtet werden, schulergänzende Tagesstrukturen anzubieten.

Standortevaluation

Der Gemeinderat hatte bereits im Mai 2022 die erfreuliche Entwicklung der Anmeldezahlen der Tagesstrukturen und die damit verbundene räumliche Situation zur Kenntnis genommen und die Verwaltung beauftragt, einen neuen Standort für die Tagesstrukturen zu evaluieren. Aktuell werden durchschnittlich rund 17 Plätze pro Modul von insgesamt 88 Kindern belegt. Gebucht sind derzeit 514 Module pro Woche. Es zeigen sich folgende Zahlen: mittags 40 bis 50 Anmeldungen, nachmittags 22 bis 29 Anmeldungen. Bei diesen Zahlen handelt es sich nur um die definitiven Anmeldungen – spontane sind nicht berücksichtigt, diese werden aber von den Eltern berufsbedingt oft benötigt. Die Räume im Untergeschoss des Haus 1 der Schulanlage Breite umfassen rund 180 m2 und reichen für die Bedürfnisse der Tagesstrukturen nicht mehr aus. Vor diesem Hintergrund wurde ein Objekt gesucht, das für die nächsten Jahre für den Betrieb und die Entwicklung der Tagesstrukturen geeignet ist.

Alte Fabrik beim gelben Kreisel

Die Abklärungen ergaben, dass auf den Arealen der Gemeinde, insbesondere bei den Schulen, keine räumlichen Reserven für die Tagesstrukturen zur Verfügung stehen. Aula oder Singsaal müssten dafür umgebaut und um eine Küche ergänzt werden, was nach einer Prüfung durch Fachleute – nicht zuletzt aufgrund knapper Platzverhältnisse – verworfen wurde. Die stark steigenden Schülerzahlen führen aktuell zu einem räumlichen Mehrbedarf, dem mit den frei werdenden Räumen im Haus 1 begegnet werden kann. Insbesondere die Kindergärten, aber auch zusätzliche Klassen der Primarschule sowie die Logopädie-Therapie und Arbeitsplätze für den pädagogischen Informatiksupport benötigen in den kommenden Jahren mehr Platz, so dass alle gemeindeeigenen Räume damit ausgelastet sein werden. So rückte eine Mietlösung für die kommenden fünf Jahre in den Vordergrund. Schliesslich sind die Verantwortlichen fündig geworden und konnten mit der Eigentümerschaft der Liegenschaft Wiesentalstrasse 20 eine Einigung über den Mietvertrag von 420 m2 und die nötigen Investitionen (neue Küche, Beleuchtung, Absturzsicherung) finden, die durch den Vermieter vorgenommen werden.

Passendes Raumangebot

Die folgenden Merkmale zeichnen den Standort Wiesentalstrasse 20 aus:

- Das Raumangebot und die Räumlichkeiten entsprechen den notwendigen Voraussetzungen, um darin die Schulergänzenden Tagesstrukturen einzumieten.

- Es stehen zwei grosse Räume zur Verfügung, welche optimal für die Verpflegung und das Spielen genutzt werden können. Eine Unterteilung durch mobile Elemente definiert verschiedene Zonen.

- Weiter stehen kleinere Räume zur Verfügung, welche sich als Ruheräume oder für das Erledigen von Hausaufgaben eignen.

- Das im Grossraum integrierte Büro, welches durch Glaswände abgetrennt ist, ermöglicht auch das konzentrierte Arbeiten der Teamleiterin. Trotzdem ist eine Aufsichtsfunktion gewährleistet.

- Durch einen einzigen zentralen Standort kann mit Personalressourcen schonend umgegangen werden. Es wird nicht mehr Personal benötigt, als wenn während der Mittagszeit die Verpflegung an zwei Standorten stattfindet.

Weitsichtig planen

Mittel- und langfristig nehmen die Bedeutung und die Nachfrage für die familien- und schulergänzende Betreuung von Kindern und Jugendlichen zu, sei dies im Vorschulalter oder im Schulalter. Mit dem Ziel, als Gemeinde attraktiv zu bleiben, verfolgt der Gemeinderat diese Entwicklung aktiv. Mit dem Familienzentrum, allen Angeboten der frühen Förderung, den Spielgruppen in Oberuzwil, aber auch den Kitas in Uzwil oder andernorts, bestehen wertvolle Möglichkeiten zur Entlastung und Unterstützung der Eltern und der Schule. Eine Arbeitsgruppe analysiert derzeit im Auftrag des Schulrates die räumliche Situation der Schule, der Tagesstrukturen und der Quartierschule. Dabei werden auch die Angebote im Vorschulbereich und deren Platzbedarf in die Überlegungen miteinbezogen. Im Frühjahr 2023 werden die Ergebnisse dem Gemeinderat unterbreitet, der dann über die nächsten Schritte entscheiden wird.

Post inside