Der Coronavirus wurde auch an der Information der Schule zum Thema. Schulpräsident Clemens Meisterhans forderte Anwesende zur Heimkehr auf, falls sie die letzten 14 Tage in einem Gebiet mit Corona-Infizierten waren, oder grippeähnliches Unwohlsein hätten. Es ergaben sich keine Meldungen.

Zum eigentlichen Thema: Meisterhans wies darauf hin, dass der bereits über Jahre geführte Mittagstisch ob dem gesellschaftlichen Wandel bei den Familienverhältnissen nicht mehr genügen könne. Die Einführung von Tagesstrukturen mit ganztägiger Betreuung der Kinder sei nötig, nachdem auch im Kantonsrat bereits eine Motion laufe, ein Pflichtangebot für Schulgemeinden zu erarbeiten. Das Angebot für Zuzwil ist auf freiwilliger Basis vorgesehen. Die Vorlage an der Bürgerversammlung vom 27. März sieht einen jährlichen Bruttokredit von 315'900 Franken vor (inklusive «Mittagstisch»), abzüglich der zu erwartenden Elternbeiträge von 237'300 Franken (inklusive «Mittagstisch»). Meisterhans betonte dazu, dass es auch darum gehe, die Gemeinde kinderfreundlicher zu gestalten. Nicht zuletzt gehe es auch um Standortförderung.

Bezahlbares Angebot

Projektleiterin und Schulrätin Erica Brändle wies darauf hin, dass sie in einem breit abgestützten Team seit 2018 das Angebot erarbeitet hätten. Fünf Punkte seien ihnen wichtig gewesen: Die Weiterentwicklung der Schule, Befahrbarkeit des Angebots, freiwillige Nutzung, altersentsprechend und mit einem Ferienangebot. Mit dem Entscheid für modulare Strukturen biete sich den Eltern maximale Wahlfreiheit beim Angebot. Je nach Modulwahl ist mit Kosten von 9 bis 23 Franken pro Modul zu rechnen. Minderbemittelte Eltern können bei der Gemeinde ein Gesuch zur Reduktion der Kosten stellen.

Bei der Finanzierung gilt die Zielsetzung, dass sich der Kanton, die Gemeinde wie auch die Eltern beteiligen. Die Vorlage der Bürgerversammlung könne den Kantonsbeitrag noch nicht beinhalten, da entsprechende Entscheide noch offen seien. Die Einführung ist nach Rückfragen bei den Eltern gesichert. Sie könnten zwischen 15 bis 20 Kinder erwarten. Das Angebot kann nach der Zustimmung der Bürgerschaft am 10. August dieses Jahres starten. Die Module für Tagesstrukturen: Modul 1: 07.00 bis 08.00 Uhr; Modul 1a: 08.00 bis 08.50 Uhr; Modul 2: 11.40 bis 13.30 Uhr; Modul 3: 13.30 bis 15.10 Uhr; Modul 4: 15.10 bis 18.00 Uhr; Modul 5: 07.00 bis 18.00 Uhr (während den Ferien)

Professionelle Leitung

Bereits konnte mit Sabine Plank die vorgesehene Leiterin der Tagesstrukturen vorgestellt werden. Sie verfügt über 13 Jahre Berufserfahrung in den Bereichen Projektleitung, Produktmanagement, Key Account Management und strategische Entwicklung; 6 Jahre Erfahrung in der personellen und fachlichen Führung von Teams, und auch 3 Jahre Erfahrung als Unterstufenlehrerin. Sabine Plank wird nebst der Führung der Tagesstrukturen auch für die weitergehende personelle Besetzung verantwortlich sein. Sie wohnt bereits seit vier Jahren in Zuzwil.

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Sie zeichnen verantwortlich für das Angebot Tagesstrukturen (von links). Leiterin Sabine Plank, Schulpräsident Clemens Meisterhans und Projektleiterin Erica Brändle. (Bild: Niklaus Jung)

Örtlichkeiten

Die Tagesstrukturen werden in der heutigen Bibliothek im Schulhaus Zuzwil eingerichtet. Für die Mahlzeiten, Herstellung und Essen, werden die Räumlichkeiten der neuen Dreifachturnhalle genutzt. Falls sich Kinder der Schule Züberwangen für Tagesstrukturen anmelden, wird der Transport hin und zurück durch die Schule organisiert

Tagesstrukturen tangieren privates Kita-Angebot

Eine längere Diskussion ergab sich ob dem Konflikt beim Angebot der Schule mit dem laufenden Kita-Betrieb (Kindertagesstätte). Die Kita untersteht kantonal dem Sozialamt, während die Schule dem Amt für Schulgemeinden untersteht. Die Kita bietet neben dem Kleinkinderangebot auch eine Schülerbetreuung. Bisherige Gespräche über Kooperationen verliefen ergebnislos ob den unterschiedlichen kantonalen Zuständigkeiten.

Es meldeten sich mehrere Stimmen, dass es vor einem Bürgerentscheid zu einer Kooperation mit der Kita kommen sollte, ansonst man den Entscheid um ein Jahr vertagen soll. Dagegen wehrte sich der Schulpräsident, dass ein Hinausschieben keine neuen Erkenntnisse ergeben werde, solange unterschiedliche Zuständigkeiten beim Kanton herrschten. Vielmehr wollten sie bilateral nach Kooperationen suchen, wie es Erica Brändle formulierte.