Der Chor zu St. Nikolaus bereicherte den Pfingst-Gottesdienst mit «südamerikanischem Feuer» aus der Feder von Martin Palmeri.Zum festlichen Einzug von Priester, Diakon und Minis erfüllten die südamerikanische Klänge des Orchesters den Raum.

Was bedeutet Pfingsten heute....
....fragte Diakon Franz Wagner in die Runde. «Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch» sagte Jesus zu den Aposteln, und dieser Sendeauftrag gelte auch heute noch. Sie bedeute auch Bewegung ins Leben, in den Alltag bringen. Angst vor dem Ungewohnten und dem Neuen habe die Apostel bewogen, sich einzuschliessen. Veränderungen bewirken Ängste, die lähmen, erstarren. Gott möchte den Menschen die Angst nehmen, Pfingsten erinnert an den Geist, der in die Weite führt, der Freude und Hoffnung bringt. Davor sollen sich die Menschen nicht verschliessen, den Jesus sagte: «Friede sei mit euch», ein Friede, den nur Gott bringen kann. Pfingsten ist Atem, Hauch, Luft, bringt Lebendigkeit, ist Auferstehung mitten im Leben. «Lassen wir uns ein auf diesen Geist Gottes, auf Offenheit und Leben durch alle Höhen und Tiefen des Alltags», betonte Franz Wagner.

Misatango
Es ist schon Tadition, dass sich der Chor zu St. Nikolaus an Pfingsten in Bronschhoen auf besondere «Abwege» begibt. War es im letzten Jahr eine Jazz-Messe, so kamen heut mit der "Misatango" südamerikanische Klänge zum Tragen. Den Text der Messe bildet das traditionelle Messeordinarium. Im Werk verbindet der Komponist verschiedene Kulturkreise: melodisch und rhythmisch ist das Werk dem Tango Nuevo und dem Vorbild Astor Piazzollas verpflichtet. Der Leiter Kurt Pius Koller betonte: «Das war wohl das schwierigste Werk, das ich je mit dem Chor einstudiert und es bei der Vorbereitung etwas unterschätzt habe». Aber er weiss, dass er sich auf seine Sängerinnen und Sänger verlassen kann. Sie hätten sich unglaublich «hineingekniet" und den schwierigen Stoff in nur fünf Wochen gelernt. Das Resultat war super - zur grossen Freude der vielen Musikfreunde.

Beeindruckende Aufführung
Die Aufführung zeigte den immensen Einsatz des Ensembles im schwarz-roten Outfit, faszinierte und begeisterte vom ersten bis zum letzten Ton. Fulminante Forti und hauchzarte, ergreifende Piani beeindruckten. Die Mitwirkenden schenkten den Gläubigen dieses herrliche Werk, das eine Fülle an Facetten bietet - vor dem geistigen Auge konnte man ein versiertes Tangotanzpaar sehen. Die Leidenschaft und Dramatik der Musik war spürbar. Marina Bossi hatte mit der Handharmonika bei dieser Musik einen sehr wichtigen Part, sie gehört zu südamerikanischen Klängen. Dort wird oft noch das Bandoneon benutz, ebenfalls ein Handzuginstrument, entwickelt von Heinrich Band.

Offen sein für Neues
Mit kräftigem Applaus dankten die Anwesenden dem Ensemble für diese wunderbare Festmusik. Diakon Franz Wagner gab seiner grossen Freude über diese Tangomesse ebenfalls Ausdruck und meinte am Schluss «Bin gespannt, ob das noch zu toppen ist». Auch das ist Pfingsten: offen sein und Neues wagen, sich zum Beispiel einlassen auf nicht alltägliche Musik im Gottesdienst. Beim anschliessenden Apéro waren die Besuchenden des Lobes voll.

Für Papst Franziskus
Die «Misatango» ist das bislang bekannteste Werke des 1965 in Buenos Aires gebornen Martin Palmeri. Gemeinsam mit dem Kölner Domchor und der Roma Sinfonietta brachte er dieses Werk im Oktober 2013 in einem Konzert zu Ehren von Papst Franziskus in der Basilika St’Ignazio di Loyola in Rom zur Aufführung.