Das weit über Flawil hinaus bekannte Traditionsunternehmen FLAWA AG benötigt das östlich der Oberbotsbergstrasse liegende Werk I nicht mehr. Aus diesem Grund wurde die Nutzung des rund 7000 Quadratmeter grossen Areals überprüft. Vor dem Urnengang wird der Bürgerschaft am Dienstag, 6. November 2018, um 19.30 Uhr im Lindensaal an einer Orientierungsversammlung das Abstimmungsgutachten vorgestellt.

Industriebrache vermeiden

Bereits im Jahr 2016 hat die FLAWA AG einen Masterplan für das Areal entwickelt. Mit den zuständigen kantonalen und kommunalen Stellen wurde die zukünftige Arealentwicklung diskutiert und die weitere Planung angestossen. Da der Bedarf an einer Gewerbe-Industrie-Zone auf den betroffenen Grundstücken nicht mehr vorhanden ist, ist diese Nutzungsausrichtung in Zentrumsnähe nicht nachhaltig.

Der Gemeinderat erachtet deshalb eine Umzonung von der Gewerbe-Industrie-Zone GI C in die viergeschossige Wohn-Gewerbe-Zone WG4 als zielführend. Die Viergeschossigkeit ist der Umgebung angepasst. Die maximale Gebäudehöhe in der bisherigen Gewerbe-Industrie-Zone GI C beträgt 18 Meter, während diese in der Wohn-Gewerbe-Zone WG4 nur 13 Meter beträgt. Dem Rat ist es wichtig, dass das Areal nicht mit einer leerstehenden Industriebaute brach liegt, sondern dass die Grundstücke aufgrund der grossen Bedeutung als zentrumsnahes Gebiet sinnvoll und hochwertig überbaut wird.

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 Orthofoto des Teilzonenplangebiets; Rot markiert die Fläche des Teilzonenplans


Einsprachen abgewiesen

Aus diesem Grund hat der Gemeinderat am 22. August 2017 den Teilzonenplan FLAWA-Areal Ost genehmigt. Der Teilzonenplan betrifft die Grundstücke Nummern 82, 302, 303, 310 und 976. Die öffentliche Planauflage fand vom 30. August 2017 bis 28. September 2017 statt. Es sind fünf Einsprachen eingegangen, welche der Gemeinderat abgewiesen hat. Die Einsprachenentscheide können nach dem Beschluss der Bürgerschaft zum Teilzonenplan FLAWA-Areal Ost an das kantonale Baudepartement weitergezogen werden.

Vom 3. April 2018 bis 14. Mai 2018 wurde der Teilzonenplan dem fakultativen Referendum unterstellt. Gegen den Teilzonenplan FLAWA-Areal Ost wurde das Referendum ergriffen. Dieses ist mit 404 gültigen Unterschriften zustande gekommen, weshalb am 25. November 2018 die Bevölkerung an der Urne über den Teilzonenplan abstimmen kann.

Argumente des Referendumskomitees

Im Abstimmungsgutachten sind auch die Stellungnahme und Argumente des Referendumskomitees enthalten. Das Referendumskomitee begründet seine ablehnende Haltung damit, dass die vorliegende Umzonung zu kurzfristig angestossen und deshalb zu unsorgfältig vorbereitet wurde.

Nach Meinung des Referendumskomitees sollten zuerst die Details der Planung auf den Grundstücken bekannt sein und erst anschliessend der Teilzonenplan erarbeitet werden. Es hat zudem Bedenken, dass ein überdimensionierter Bau entsteht.

Flawil macht sich auf, noch attraktiver zu werden

Der Gemeinderat empfiehlt der Stimmbürgerschaft, den Teilzonenplan FLAWA-Areal Ost zu genehmigen und ein «Ja» in die Urne zu legen. Denn Flawil macht sich derzeit auf, noch attraktiver zu werden. Vorhaben wie das Kantonsstrassenprojekt Wiler-/St.Gallerstrasse, die Neugestaltung des Bahnhofplatzes, das «Neue Wohnen in der alten Post», die Erstellung von kinderfreundlichen Spielplätzen oder das Marktplatzprojekt zeigen dies eindrücklich. Eine Umzonung des FLAWA-Areals Ost ist ein weiterer Schritt in diese Richtung.

Die Realisierung von Wohnraum inmitten des Siedlungsgebietes entspricht den raumplanerischen Grundsätzen zum haushälterischen Umgang mit Boden, wie sie das Schweizer Volk am 3. März 2013 mit dem Ja zum neuen Raumplanungsgesetz an der Urne bestätigt hat.

Bauen nur über Sondernutzungsplan

Für Flawil ist es ein Gewinn, wenn ein Teil der bestehenden Gewerbe-Industriefläche an dieser zentrumsnahen Lage für Wohnen umgenutzt werden kann. Flawil erhält so neuen, attraktiven Wohn- und Gewerberaum. Zur Qualitätssicherung wird der Gemeinderat eine Bebauung des Areals nur aufgrund eines Sondernutzungsplans zulassen.

Der Sondernutzungsplan stellt sicher, dass ein hochwertiges Architekturkonzept entwickelt wird, welches den ortsbaulichen Belangen Rechnung trägt. Er darf zudem keine materielle Änderung des Rahmennutzungsplans bewirken. Das bedeutet, dass höchstens viergeschossige Bauten plus zusätzlichem Attikageschoss möglich sind. Bauten mit mehr als fünf Stockwerken oder gar Türme sind ausgeschlossen.

Orientierungsversammlung

Vor dem Urnengang führt der Gemeinderat eine Orientierungsversammlung durch. Am Dienstag, 6. November 2018, wird um 19.30 Uhr im Lindensaal das Abstimmungsgutachten vorgestellt. Der Anlass bietet der Bevölkerung Gelegenheit, Fragen zum Teilzonenplan FLAWA-Areal Ost zu stellen.

In diesen Tagen werden die Abstimmungsunterlagen verschickt. Das Abstimmungsgutachten sowie ergänzende Unterlagen sind auf www.flawil.ch unter der Rubrik «Aktuelles → Projekte → Teilzonenpläne» aufgeschaltet.


WEITERE THEMEN

Gemeinderätlicher Rundgang

Anfang April haben die Bauarbeiten für die erste Phase der Gesamterneuerung des Bahnhofplatzes begonnen. Nach einem bis anhin einwandfreien Bauverlauf befinden sich die Arbeiten in der Endphase. Kürzlich liess sich der Gemeinderat von Ralf Bürki und Severin Schöb vom Ingenieurbüro RKL Emch+Berger über den Stand der Bauarbeiten informieren.

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Der Gemeinderat beim Rundgang Gesamterneuerung des Bahnhofplatzes.

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Gemeinderat besucht Fluora Leuchten AG

Kürzlich hat der Gemeinderat im Rahmen seiner regelmässigen Firmenbesuche die Fluora Leuchten AG besucht. Das Unternehmen, welches rund 50 Mitarbeitende beschäftigt, ist seit Anfang 2018 in Flawil ansässig. Als Lichtgestalter ist die Fluora Leuchten AG dank Schweizer Qualität europaweit gefragt. Der Gemeinderat liess sich von Inhaber Bruno Bürge (Zweiter von links) durch die Räumlichkeiten im Habis-Areal führen und sich die neusten LED-Technologien vorstellen.

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Gemeinderat bei Fluora auf Besuch. Das Unternehmen, seit anfang 2018 in Flawil, beschäftigt rund 50 Mitarbeitende.

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Budgetbericht in alle Haushaltungen

Der 20 Seiten umfassende Budgetbericht 2019 wird Anfang November in alle Haushaltungen verteilt. Die Bürgerversammlung findet am Dienstag, 27. November 2018, um 20 Uhr im Lindensaal statt.

Die Bürgerversammlung vom 27. November wird zahlenlastig. Denn einziges Traktandum ist das Budget für das Jahr 2019. In der nächsten FLADE-Blatt-Ausgabe wird über das Budget 2019 berichtet.

Das ausführliche Budget 2019 ist ab 31. Oktober 2018 auf www.flawil.ch unter der Rubrik «Aktuelles → Dokumentationen» abrufbar. Dort sind dann auch der Finanz- und Abschreibungsplan sowie die Geldflussrechnung und der Investitionsplan zu finden.

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Gegen Vandalismus an Halloween

Am Mittwoch, 31. Oktober 2018, dem Abend vor Allerheiligen, wird Halloween gefeiert. Dieser ursprünglich nur in Irland und in den USA bekannte Anlass hat mittlerweile auch in der Schweiz viele Anhänger. In den vergangenen Jahren kam es aber nebst harmlosen Begleiterscheinungen vermehrt auch zu Vandalenakten.

Die Gemeinde Flawil möchte die Eltern eindringlich dazu auffordern, die Tochter oder den Sohn über die Folgen von solchen Sachbeschädigungen aufzuklären und sie von Gewaltausbrüchen abzuhalten, welche in der Regel in Gruppen ausgeführt werden. Fehlbare Jugendliche beziehungsweise deren Eltern werden für Schäden haftbar gemacht.

Polizei und Sicherheitsdienste werden an diesem Abend verstärkt patrouillieren, Kontrollen durchführen und wenn erforderlich konsequent eingreifen. Die Schule Flawil befürwortet diese Massnahmen. Mit der tatkräftigen Unterstützung aller Eltern wird es gelingen, das «Halloween-Fieber» auch in diesem Jahr unter Kontrolle zu halten.

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Energieday 2018: kleine Änderungen im Verhalten, grosse Wirkung

Der nationale Stromspartag geht bereits zum 13. Mal über die Bühne. Wie immer findet er jeweils am Samstag vor der Umstellung auf die Winterzeit statt – dieses Jahr am 27. Oktober. Der Tag soll aufzeigen, wie der Energieverbrauch im Haushalt schon mit kleinen Verhaltensänderungen reduziert werden kann.

Mit dem Motto «In Ihrem Finger liegt die Zukunft» zeigt der nationale Stromspartag auf, wie selbst mit kleinen Gewohnheitsänderungen ein Beitrag zur Senkung des Energieverbrauchs in den Haushalten geleistet werden kann. Denn schon kleine Änderungen im Verhalten haben eine grosse Wirkung. Zum Beispiel Ladegeräte ausstecken, den Ausschaltknopf drücken, das Eco-Programm wählen oder die Energieetikette beim Kauf aufmerksam prüfen. Was wie eine kleine Nebensächlichkeit aussieht, hat deutliche Konsequenzen für den Stromverbrauch, das Klima und das eigene Portemonnaie.

Kaffeemaschine optimal nutzen

Wie der Stromverbrauch optimiert werden kann, zeigt beispielsweise die Verwendung der Kaffeemaschine. Mit den folgenden kleinen Änderungen wird eine grosse Wirkung erzielt: Ältere Kaffeemaschinen ohne Standby-Funktion nur so lange eingeschaltet lassen, wie diese auch benötigt wird. Die automatische Ausschaltzeit auf eine tiefe für die Bedürfnisse passende Dauer einstellen. Fehlt ein mechanischer Ausschalter, sollte der Stecker ausgezogen oder eine schaltbare Steckdosenleiste verwendet werden. Diese Tipps führen dazu, dass die Kaffeemaschine optimal genutzt wird.

Neue, energieeffizientere Produkte

Während die eingesetzten Elektrogeräte immer älter werden, bietet der Markt laufend neue, energieeffizientere Produkte an. Geräte der neuesten Generation benötigen oft erheblich weniger Strom als ältere Modelle. Ausserdem stellt sich bei defekten Elektrogeräten ab einem gewissen Alter die Frage, ob sich die Reparatur lohnt oder ein Ersatz die richtige Entscheidung ist. Auch bei herkömmlichen Leuchtmitteln und Halogenlampen gibt es oft stromsparende Ersatzmöglichkeiten durch eine passende LED-Lösung. Bei diesen Fragen ist es von Vorteil, sich von Fachleuten beraten zu lassen.

Energieberater im Gemeindehaus

Jeweils am Freitagvormittag nimmt Energieberater Martin Künzler Beratungen in Energiefragen im Flawiler Gemeindehaus vor. Er befindet sich im dritten Stock im Büro 33. Er ist telefonisch unter der Nummer 071 394 17 72 (ab Anfang November unter der Nummer 071 394 17 75) oder via E-Mail erreichbar. Martin Künzler steht Privatpersonen für niederschwellige Beratungen rund um das Thema Energie zur Verfügung.

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Auch bei herkömmlichen Leuchtmitteln gibt es oft stromsparende Ersatzmöglichkeiten durch eine passende LED-Lösung.