Zehn der geprüften Verkaufsstellen haben sich gesetzeskonform verhalten und den Jugendlichen die verlangten alkoholischen Getränke und Zigaretten nicht verkauft. Dies ist gegenüber dem letzten Jahr eine Verbesserung, damals haben sich nur sechs von dreizehn Betrieben an die Bestimmungen gehalten. Diesmal wurden bei vier der geprüften Verkaufsstellen ohne Ausweiskontrolle Alkohol und Zigaretten verkauft, davon bei zwei Betrieben zum wiederholten Mal. Die fehlbaren Verkaufsstellen wurden von der Gemeinde kontaktiert und gebeten, die Jugendschutzbestimmungen künftig konsequent einzuhalten. Die erneut fehlbaren Betriebe wurden verpflichtet, eine Onlineschulung zu absolvieren.

Laut den letzten Umfrageresultaten von Suchtmonitoring Schweiz trinken 85,9% der Schweizer Bevölkerung ab 15 Jahren Alkohol. Der Pro-Kopf-Konsum lag im Jahr 2016 bei 7,9 Litern reinem Alkohol pro Person. Kaum eine Veränderung war bei den risikoreichen Trinkmustern auszumachen: 21,6% der Befragten trinken risikoreich. Abstinent leben nach jüngsten Umfragen 14,1% der Schweizer Bevölkerung. Die Problemlast bleibt hoch: Eine Viertel Million sind laut Schätzungen alkoholabhängig. Rund 1600 Menschen sterben jährlich frühzeitig an missbräuchlichem Alkoholkonsum, das sind pro Tag mehr als 4 Todesfälle.

Jugendliche trinken weniger Alkohol
National wie international geht der Alkoholkonsum bei den 15-Jährigen zurück. 10% der 15-jährigen Jungen und 6% der gleichaltrigen Mädchen in der Schweiz trinken mindestens einmal pro Woche Alkohol. Im Jahr 2010 waren es noch 27% beziehungsweise 13% gewesen. Auch wenn die Schweizer Jugend sowohl hinsichtlich des Rauschtrinkens wie auch der Häufigkeit des Alkoholkonsums unter dem internationalen Durchschnitt liegt, ist Rauschtrinken weiterhin bei einem Teil der Jugendlichen verbreitet. 16% der 15-jährigen Jungen und 13% der Mädchen im gleichen Alter gaben an, bei zwei Gelegenheiten oder mehr betrunken gewesen zu sein. Dabei darf nicht vergessen gehen, dass es sich um eine Altersgruppe handelt, die von Gesetzes wegen noch gar keinen Zugang zu Alkohol haben darf.

Den Rückgang des Alkoholkonsums bei den 15-Jährigen führen internationale Studien zurück auf eine verminderte Verfügbarkeit von alkoholischen Getränken, eine bessere Aufsicht bzw. das Verhalten der Eltern, Verkaufseinschränkungen und Präventionsprogramme sowie auf ein geändertes Freizeitverhalten der Jugendlichen.

Testkäufe zeigen Wirkung
Alkoholtestkäufe werden in der Schweiz nicht nur durchgeführt um zu erheben, wie einfach oder wie schwierig es für Minderjährige ist, sich alkoholische Getränke zu beschaffen. Vielmehr geht es darum, eine präventive Wirkung zu entfalten. Regelmässig getestete Verkaufsstellen weisen deutlich tiefere Verkaufsraten auf als solche, die selten getestet werden. Im Jahr 2016 wurden schweizweit rund 8500 Alkohol-Testkäufe in Läden und in der Gastronomie durchgeführt. In 32% aller Fälle sind alkoholische Getränke an zu junge Testkäuferinnen und -käufer verkauft worden. Dies waren 3% mehr als im Vorjahr. Möglicher Grund ist, dass vermehrt Testkäufe in Bars und Kiosken sowie an Events und Festen durchgeführt wurden – also an Orten, wo das Risiko von illegalen Verkäufen erhöht ist. (gk)