«Das Resultat ist klar», so Gemeindepräsident Niklaus Hollenstein, «mit hoher 71-prozentigen Stimmbeteiligung hat sich die Bürgerschaft mit 418 Nein gegen 338 Ja gegen den Kauf der Liegenschaft geäussert». Seitens der Gemeinde könnten sie jetzt nur noch begleitende Unterstützung geben für eine Lösung, welche dem Museum eine Überlebens-Chance gibt.

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Die Leidenschaft zum Erhalt des Museums ist gross: Die Verantwortlichen Gottlob Lutz (Eignerfamilie), Richard Holenstein (Museumsverein) und Gemeindepräsident Niklaus Hollenstein, wollen sich nun auf neuer Ebene für den Erhalt einsetzen.


Der Name «Wagner» hat Gewicht

Nach Gemeindepräsident Niklaus Hollenstein war das Nein alles andere als erwartet. Die bereits 220 eingeschriebenen Vereinsmitglieder, innert wenigen Wochen erreicht, zusammen mit bereits zugesagten Beiträgen des Amts für Kultur im Falle der Zustimmung, seien für sie wichtige Indizien gewesen, dass es für ein Ja zum Kauf reichen sollte. Hollenstein bemerkte zum Resultat, dass zu den 338 Ja-Stimmen auch eine Reihe auswärtige Vereinsmitglieder zählen, welche das Museum in seiner heutigen Form erhalten wollten. Das Interesse am Museum bestätige sich auch mit den 750 Besuchern, allein im Jahr 2018.

Enttäuschung zeigten der Gemeindepräsident und Richard Holenstein vom Museumsverein über die Referendumsnehmer aus den Familien Wagner. Bisher hätten sich die Wagners zu Gemeindeprojekten immer wohlwollend geäussert. Man konnte auf die Stimmen der Wagners zählen. Offensichtlich habe sich die ablehnende Haltung bei der Bürgerschaft nun auch für das Nein zum Liegenschaftskauf ausgewirkt. Auf Nachfrage beim Initianten des Referendums, Bruno Wagner, bestätigt das Nein, dass die Öffentlichkeit nicht in Museumsliegenschaften investieren will. Es sei nun Sache des Vereins, nach einer Lösung zu suchen.


Neuer Investor gesucht

Nach Richard Holenstein vom Museumsverein ist Weiterkämpfen für den Erhalt angesagt. Die angekündigte Besprechung vom kommenden 7. Dezember hätte allerdings eine andere Traktandenliste gehabt. An Aufgeben denkt auch Gottlob Lutz als Vertreter der Eigenerfamilie nicht. Allerdings müsse es zeitnah zu einer Entscheidung kommen, soll das Museum in der heutigen Form erhalten bleiben. Jedenfalls wird sich Lutz dafür einsetzen, dass das Objekt nicht postwendend der Spekulation ausgesetzt werde.

Der Verein befindet sich nach Richard Holenstein vor einem Scherbenhaufen. Die bereits festgelegten Schenkungsverträge zum Museumsinhalt seien vorläufig hinfällig, wie auch die angekündigten Beiträge seitens des Amts für Kultur und weiteren Sponsoren. Auch müssten sie die Einforderung der Mitgliederbeiträge aussetzen, bis zu einer Lösungsfindung für das Objekt. Von einer Lösung seien sie kurzfristig weit entfernt und müssten nach dem unerwarteten Nein neue Kontakte aufbauen. Die eingeschriebenen Mitglieder dürften auf den maximalen Einsatz für eine Lösung setzen. Vielmehr erwarteten sie, dass sich weitere Mitglieder finden zur Stützung des Einsatzes zum Erhalt des Museums.

Gottlob Lutz: Mit einem Nein war zu rechnen

Nach den heftigen Diskussionen zum Kauf der Liegenschaft durch die Gemeinde musste nach Gottlob Lutz ein Nein erwartet werden. Seine Enttäuschung halte sich deshalb in Grenzen. Für Lutz ist klar, dass es zeitnah eine Käuferschaft geben muss, soll das Museum erhalten bleiben. Die Eignerfamilie werde den Verantwortlichen durchaus noch Zeit lassen, um eine passende Käuferschaft zu finden.

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Verpasste Gelegenheit

Die heutige Besitzfamilie aus dem deutschen Sindelfingen machte der Gemeinde Niederbüren bekanntlich ein äusserst grosszügiges Angebot. Die Gemeinde nahm es als Chance auf, die Liegenschaft mit 3‘952 m2 Boden und dem Gebäude zum sehr tiefen Kaufpreis von Fr. 430‘000 übernehmen zu können. Diese amtliche Verkehrswertschätzung erfolgte aufgrund der zweckbestimmten Liegenschaftsnutzung.

Die aktuelle amtliche Schätzung bestätigt einen Gebäudezeitwert von Fr. 874‘000 und zusammen mit dem Grundstück einen Sachwert von 1,093 Millionen Franken. Der Museums-Kurator Gottlob Lutz wird das gesamte Ausstellungsgut kostenlos zur Verfügung stellen.