Der 12. August 2018 wird als schwarzer Tage in die Geschichte der Theatergruppe Henau eingehen. An jenem sonnigen Sonntag erlag Urs Zwinggi wenige Tage vor seinem 57. Geburtstag auf einer Wanderung im Alpsteingebiet einem Herzinfarkt. Erst im April dieses Jahres hatte der Niederuzwiler im Verein, der im Jahr 2020 auf sein 50-jähriges Bestehen zurück blicken kann, als Präsident die Nachfolge von Thomas Schöbi angetreten.

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Im vergangenen Jahr hatte die Theatergruppe Henau das Publikum mit dem Stück "Stöck - Wyys - Cash" begeistert.

Mit dem unerwarteten Hinschied von Urs Zwinggi klafft in der traditionsreichen Theatergruppe Henau eine grosse Lücke. Beim neuen Präsidenten hatte sich die Leidenschaft für das Laientheater mit einem ausgeprägten handwerklichen Geschick gepaart. Seit Jahren hatte er das Amt des Bühnenchefs ausgeübt. Der Theatergruppe steht seit Oktober 2007 am Ortsrand von Henau eine grosszügige ehemalige Scheune als Probe- und Requisitenlokal zur Verfügung. Dort entstanden unter der Regie von Urs Zwinggi und seinem treuen Helfer Gaudenz Bergamin jeweils Bühnenkulissen, die den Vergleich mit einem städtischen Theater nicht scheuen mussten.

Der gesellige Niederuzwiler war das eigentliche Herz der Theatergruppe. Mit seinem Ideenreichtum und seiner Kreativität vermittelte er dem Verein immer wieder Impulse von unschätzbarem Wert. In der als „Theatergade“ bezeichneten Scheune am Ortsrand von Henau mit einer perfekt eingerichteten Werkstatt werden einen Monat nach dem Tod des Präsidenten auf Schritt und Tritt Erinnerungen wach. Fein säuberlich findet darin alles, was für eine Theateraufführung benötigt wird, seinen Platz.

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Der Perfektionist Urs Zwinggi zeichnete seit Jahren für die Bühnenkulissen verantwortlich.

Der schwarze Tag vor dem Probenbeginn
Als die Hiobsbotschaft den Vorstand erreichte, hatten die Vorbereitungsarbeiten für die diesjährigen Aufführungen im Gemeindesaal Uzwil bereits begonnen. Am Tag nach dem Tod des Präsidenten wäre der Auftakt zu den Proben erfolgt. Geplant war ein besonders amüsantes Lustspiel. Deshalb entschied der jetzt noch vierköpfige Vorstand aus Gründen der Pietät schweren Herzens, die Theateraufführungen 2018 abzusagen.

„Ein grosser Freund ging, Grosses bleibt“, umschreibt Vorstandsmitglied und Theaterpädagogin Bettina Schneider Weder die momentane Gemütslage der Theatergruppe. „Wir machen 2019 mit frischem Elan weiter und setzen alles daran, das Publikum im kommenden Jahr im Gemeindesaal Uzwil an den üblichen Aufführungsdaten ab dem letzten Oktober-Samstag mit einem neuen Stück zu begeistern“, sagt mit einem bestimmten Ton die erfahrene Regisseurin.