„Der Moment und die Lage sind kritisch“, sagt Alard du Bois-Reymond, Geschäftsführer der Thurvita AG. Er meint damit, dass die Corona-Impfkampagne erst gerade angelaufen ist und dass man nicht wisse, welche Auswirkungen die Virusmutationen aus England und Südafrika haben werden. Und: "Gerade weil wir uns im Moment in einer kritischen Phase befinden, spinnt Thurvita zum Schutz der Bewohner ein noch dichteres Sicherheitsnetz." Dazu kommen ab sofort PCR-Rachenspühltests zur Anwendung und der Testrhythmus wird von fünf auf drei Tage verkürzt. „Diese engmaschigen Screenings beim Personal finden bis Ende Februar statt. Dann hoffen wir, dass die Covid-19-Impfung ihre volle Schutzwirkung für die Bewohner entfaltet haben wird." 

Seit acht Wochen Screenings fürs Personal

Schon seit dem 1. Dezember 2020 gab es für die Thurvita-Mitarbeitenden alle fünf Tage einen Covid-19-Test, der mittels Nasen-Rachen-Abstrich durchgeführt wurde. Du Bois-Reymond sagt dazu: „Bislang haben wir zirka 2000 Test durchgeführt und konnten erfolgreich Infektionen entdecken.“ In der Tat deckten die Tests bereits über zwölf Infektionen auf, die alle ohne Symptome verliefen aber für die Bewohner hätten gefährlich werden können. „Kommt hinzu, dass nun die aggressiven Coronavirus-Mutationen auch in der Ostschweiz angekommen sind und den Weg in die Heime der Thurvita finden könnten“, sagt du Bois-Reymond. Dies gelte es, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu bekämpfen. 

Weil aber Nasen-Rachen-Abstriche etwas unangenehm sind, stelle man per sofort auf Rachenspühltests um, sagt du Bois-Reymond. Diese kosten mit zirka 100 Franken gleich viel wie die herkömmlichen Abstriche, sind aber für die Testpersonen um einiges angenehmer zu ertragen. 

Tests helfen auch in Zukunft

„Für das Virus gibt es zwei Eingangstore in unsere Heime: die Mitarbeitenden und die Angehörigen“, so du Bois-Reymond.  Er gibt zu bedenken: „Trotz Impfung verschwinden die Risiken von Covid-19 nicht gänzlich. Es könnte sein, dass der Schutz der Impfung  nach einer gewissen Zeit nachlässt, oder dass Coronavirus-Mutationen im Schutzmantel der Impfung Lücken finden.“ 

Bei Thurvita werden die Bewohner mit dem häufigen Testen der Angestellten geschützt. „In einem weiteren Schritt muss die Regierung wohl prüfen, ob ähnliche Massnahmen auch für Angehörigen in Frage kommen“, denkt du Bois-Reymond einen Schritt weiter. Diesbezüglich ist bei der Regierung eine Anfrage des Wiler SVP-Kantonsrats Erwin Böhi hängig, wie hallowil.ch berichtete.