Beim Kanton Zürich (Kanton Zürich Baudirektion Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft Abteilung Luft Strahlung) gibt es eine umfassende Studie (2015) mit Hinweisen über Strahlenwerte an verschiedenen Orten. Der Kanton St. Gallen orientiert sich an den Messungen des Bundesamtes für Umwelt (BAFU), Abt. Lärm und NIS, CH-3003 Bern. Die 127 Seiten umfassende Studie «Röösli» im Auftrag des BAFU informiert umfassend über das Vorgehen bei Messungen, um verlässliche Werte zu erhalten und Zufallswerte möglichst auszuschliessen.

Das eigene Mobiltelefon bleibt im Fokus der Verstrahlung
Die 27-seitige Zürcher Studie mit Grenzwerterfassungen weist eingangs darauf hin, dass Immissionsmessungen von hochfrequenter nichtionisierender Strahlung (HF NIS) im Vergleich zu den geltenden Grenzwerten generell niedrige Werte ergeben. Auch längerfristige und an unterschiedlichen Orten durchgeführte Messungen hätten keine systematische Verschiebung hin zu höheren Belastungen mit HF NIS gezeigt.

Hingegen hätten persönliche Expositionsmessungen gezeigt, dass die Nutzung des eigenen Mobiltelefons einen substantiellen Teil der Belastung am Körper und den überwiegenden Teil der Belastung am Kopf verursacht. Die persönliche Belastung mit HF NIS kann also durch eine angepasste Nutzung des eigenen Mobiltelefons deutlich verringert werden. (siehe Grafiken)

Dauer- und Punktmessungen deutlich unter den Grenzwerten
Die Resultate aus Dauer- und Punktmessungen von hochfrequenter nichtionisierender Strahlung in städtischen wie ländlichen Agglomerationen im Kanton Zürich zeigen übereinstimmend, dass die gemessenen Feldstärken insgesamt niedrig sind. Die strengen Anlagegrenzwerte werden an den überprüften OMEN, also Orten, an denen Menschen sich längere Zeit aufhalten, eingehalten und meistens deutlich unterschritten. Auch die persönliche Belastung mit hochfrequenter nichtionisierender Strahlung ist im Mittel sehr niedrig; besonders positiv ist die geringe Strahlenbelastung zuhause und in der Schule.

Die höchsten persönlichen Belastungen, die aber meist nur kurzfristiger Natur sind, ergeben sich in erster Linie im öffentlichen und privaten Verkehr, verursacht durch eine grosse Anzahl von gleichzeitigen Mobilfunknutzern und der generell schlechten Verbindungsqualität. Es zeigt sich, dass der persönliche Umgang mit drahtlosen Kommunikationsmitteln (vor allem die Nutzung des Mobiltelefons bei schlechter Verbindungsqualität) oft einen grösseren Einfluss auf die persönliche Belastung mit nichtionisierender Strahlung hat, als die im Fokus öffentlicher Diskussion stehenden Mobilfunk-Basisstationen. Daher kann die persönliche Belastung mit HF NIS durch eine angepasste Nutzung des eigenen Mobiltelefons deutlich verringert werden.

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Vergleich der persönlichen HF-EMF Exposition an verschiedenen Orten. Die Aktivität „Anderes“ bezieht sich auf alle anderen Tätigkeiten bzw. Auftenhaltsorte.

Auf Pausenplätzen von Schulen und Kindergärten
Messungen auf Pausenplätzen sollten Aufschluss über die Belastung mit HF NIS im Zürcher Kantonsgebiet geben. Wiederholungsmessungen erlauben Aussagen über die zeitliche Entwicklung der Strahlenbelastung an den gemessenen Orten. Für die Messung wird auf dem Pausenplatz zunächst der höchstbelastete Ort auf etwa 1,5 m über Boden ermittelt. An diesem „Hotspot“ wird in der Folge für 30 Minuten alle 6 Sekunden für 16 selektive Frequenzbereiche jeweils ein Messwert aufgezeichnet. Die Messungen werden vornehmlich an Tagen oder zu Tageszeiten durchgeführt, an denen kein oder nur wenig Schulbetrieb herrscht und somit nur wenige Mobiltelefone in den Detektionsbereich der Messsonde gelangen.

Messungen und Wiederholungsmessungen auf Pausenplätzen von Schulanlagen im Kanton Zürich. Gemessen wurde bisher in 91 Gemeinden bzw. Quartieren (Städte Winterthur und Zürich) auf 147 Pausenplätzen; für 14 Pausenplätze existieren Wiederholungsmessungen. Die höchsten Feldstärken mit rund 0,4 V/m werden durch Mobilfunk-Basisstationen in der näheren Umgebung verursacht. Dieser Wert liegt rund zehn-fach unter dem Anlagegrenzwert für gemischten Mobilfunk. Feldstärkenanteile der weiteren Quellen sind sehr klein.

Rundfunk (FM Radio und DVB-T)
Insgesamt ist der Beitrag des Rundfunks zur gesamten HF-EMF Exposition relativ gering.

Die EMF Exposition von Rundfunksendern nimmt tendenziell mit zunehmender Urbanität zu, ausser in periurban ländlichen Gebieten, wo der Mittelwert und der Medianwert für FM Radio ebenfalls erhöht sind

Zusammenfassung der Ergebnisse
Die Zürcher Messungen bei 115 Studienteilnehmenden haben gezeigt, dass die mittlere gemessene persönliche HF-EMF Exposition im Studienkollektiv 0.18 V/m beträgt. Die HF-EMF Exposition ist bei jungen Erwachsenen (0.22 V/m) etwas höher als bei Jugendlichen und ihren Eltern (je 0.16 V/m). Im Durchschnitt über das ganze Studienkollektiv stammen die Hauptbeiträge an der gemessenen Exposition von Mobilfunkbasisstationen (Downlink, 38%) und von Mobilfunktelefonen (Uplink, 35%). Weniger relevant sind Rundfunk (Radio und TV, 18%), WLAN (5%) und DECT Schnurlostelefone (4%). Am höchsten ist die gemessene HFEMF

Exposition in den öffentlichen Verkehrsmitteln (Zug: 0.55 V/m, Bus: 0.39 V/m, Tram: 0.33). Im Auto beträgt die HF-EMF Exposition 0.29 V/m, draussen 0.30 V/m und am Arbeitsplatz 0.22 V/m. Die tiefsten Werte wurden in der Schule (0.15 V/m) und zu Hause (0.11 V/m) gemessen. Die Unterschiede zwischen Bewohnern von ländlichen und städtischen Gebieten sind relativ gering. Tendenziell nehmen jedoch HF-EMF von Mobilfunkbasisstationen mit zunehmender Urbanität zu. Für andere HF-EMF Quellen ist kein solches Muster erkennbar. Das eigene Verhalten hat einen messbaren Einfluss auf die persönliche HF-EMF Exposition. Der Besitz eines Smartphones, bzw. die Dauer der mobilen Internetnutzung sind die auffälligsten Prädiktatoren für die persönliche HF-EMF Exposition.

Ob man zu Hause ein WLAN oder ein Schnurlostelefon besitzt, hat nur einen kleinen Einfluss auf die mittlere persönliche HF-EMF Exposition. Abschätzungen zeigen, dass die eigene Nutzung von Kommunikationsgeräten der Haupteinflussfaktor für die kumulative Gehirn- und Ganzkörperdosis von HF-EMF ist. Für die HF-EMF Gehirndosis tragen sie 96% zur gesamten Dosis bei, bei der Ganzkörperdosis beträgt der Anteil der Nutzung von Kommunikationsgeräten 90%.

Quellen: Swiss TPH: AWEL, Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft in Zürich
Kanton Zürich Baudirektion Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft Abteilung Luft Strahlung