1200 Zuschauer strömten bei herbstlichem Wetter nach Wildhaus, um das Toggenburger Herbstschwingfest zu besuchen. Dabei sorgte die Nachmeldung von Schwägalp-Sieger und Saisondominator Samuel Giger schon vor dem Fest für viel Spannung. Viele dachten, dass er auch das Schwingfest in Wildhaus gewinnen werde und die Toggenburger den Heimsieg dem Thurgauer abgeben müssen. Bereits ab dem ersten Gang war jedoch klar, dass die Toggenburger den Heimsieg nicht einfach so verschenken würden.

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Beim Anschwingen gab es im Gang zwischen Samuel Giger und Daniel Bösch keinen Sieger, beide erhielten die Note 9.

Wickli‘s erster Sieg
Der Zuzwiler Daniel Bösch brachte Samuel Giger im ersten Gang immer wieder knapp an eine Niederlage. Somit war der erfolgreiche Toggenburger Bösch nach der Schlussgang-Niederlage auf der Schwägalp gegen den gleichen Gegner ganz nahe am Sieg und hatte vom Gang mehr. Schlussendlich stellten die beiden Eidgenossen und Giger war auf dem Weg zum Tagessieg bereits zurückgebunden. Der nachträgliche Festsieger Beat Wickli besiegte im ersten Gang mit seiner Waffe, dem Stöckli, den St. Galler Lars Geisser. Auf seinem Siegeszug konnte er bereits im zweiten Gang den Appenzeller Eidgenossen Marcel Kuster bodigen. Noch vor der Mittagspause musste der Thurgauer Lukas Wolfer gegen den gelernten Landwirt aus Ennetbühl als Verlierer vom Platz. Nach diesen drei Siegen mit jeweils der Höchstnote 10 führte Beat Wickli die Rangliste zur Hälfte an. Dicht hinter ihm stand Samuel Giger.

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Beat Wickli verteigte sich gegen Samuel Giger mit Erfolg. Der Gang endete unentschieden, was Giger den Schlussgang verunmöglichte.

Mit Samuel Giger gestellt
Zum Duell der Führenden nach drei Gängen kam es dann im vierten Gang. Bei einem intensiven Gang, in dem sich Wickli geschickt verteidigte und der Rekrut Samuel Giger kein Rezept fand, endete der Gang mit der Note 9 gestellt. Der Sennenschwinger Wickli war somit mitverantwortlich, dass Samuel Giger bereits nach vier Gängen nicht um den Festsieg kämpfen konnte. Mit einem weiteren Sieg über den St. Galler Oberländer Michael Bernold qualifizierte sich Beat Wickli als Führender nach fünf Gängen für den Schlussgang. Auf dem zweiten Zwischenrang und somit auch Schlussgangteilnehmer war Michael Rhyner. Er stellte im Anschwingen gegen Marcel Kuster und konnte anschliessend seine vier weiteren Gänge gewinnen. Der Sieger des Toggenburger Verbandschwingfestes hatte somit die Chance, auch das Herbstschwingfest zu gewinnen. Diesen Traum platzte aber, weil Beat Wickli nach 6:30 Minuten mit einem Stöckli angriff. Somit feierte der Einheimische Wickli seinen ersten Regionalfestsieg.

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Michael Rhyner beim Bodenkampf gegen Marcel Kuster

Toggenburger überzeugten
Von den insgesamt 28 Auszeichnungen konnten die Toggenburger Schwinger über die Hälfte erkämpfen, was für einen guten Saisonabschluss sorgte. Mit den beiden Toggenburger Schlussgangteilnehmern sowie vielen jungen Schwingern, welche in dieser Saison einen Schritt nach oben gemacht haben, kann der Toggenburger Technische Leiter Urban Götte sehr zufrieden sein. Insgesamt durften in der vergangen Saison fünf Schwinger aus dem Toggenburg zum ersten Mal den begehrten Kranz erkämpfen, was für die Zukunft vielversprechend wirkt. Auch die Doppelzweige am Eidgenössischen Nachwuchsschwingfest durch Werner Schlegel und Marco Forrer widerspiegeln die aufstrebende Form der jungen Toggenburger Schwinger. Nun ist die Saison zu Ende und bereits Ende Oktober beginnt die Saisonvorbereitung mit dem Ziel Eidgenössisches Schwingfest 2019 in Zug.