Gesucht für die IBK-Förderpreise waren Einzelpersonen oder Kollektive, die in der Entwicklung von textilen Materialien und deren Anwendungen, deren Gestaltung und Verarbeitung herausragen. Gleich zwei Förderpreise gehen an Textilschaffende aus dem Kanton St. Gallen: an die Toggenburgerin Livia Rita Heim und an Annina Arter.

Wieso textile Materialien?

Mit dem Entscheid, die Förderpreise an Textilschaffende aus allen Disziplinen zu vergeben, wird ein wichtiges Stück Geschichte – aber auch Gegenwart und Zukunft – der Bodenseeregion in den Fokus gerückt. Es zeigte sich schon früh, dass die krisenanfällige Textilbranche sich ständig ändern muss, um beispielsweise durch Spezialisierungen oder Innovationen ihre Bedeutung zu halten oder wiederzufinden.

Die Preisträgerinnen und Preisträger

Eine Fachjury, bestehend aus neun Expertinnen und Experten im Bereich Textil, schlug sieben Auszuzeichnende aus insgesamt 17 Nominationen vor. Am 22. September 2021 hat die Kommission Kultur der IBK die Auswahl bestätigt. Die sieben Förderpreise in der Höhe von je 10'000 Franken gehen an:

  • Kanton St. Gallen: Annina Arter und Livia Rita Heim
  • Kanton Appenzell Innerrhoden: Christian Hersche
  • Bundesland Baden-Württemberg: Annika Klaas
  • Land Vorarlberg: Selina Reiterer und Elisabeth von der Thannen
  • Kanton Zürich: Marie Schumann

Dazu kommt zum zweiten Mal der Preis der Jugendjury in der Höhe von 3'000 Franken. Dieser geht an Pauline Schafferus, nominiert vom Kanton Schaffhausen und ausgewählt von jungen Erwachsenen.


Ein breites und zukunftsweisendes Spektrum

Die Toggenburgerin Livia Rita Heim überzeugte die Jury durch ihre Interdisziplinarität und die engagierte und visionäre Bereicherung des Textil-Diskurses. Annina Arters Arbeit zeichnet sich durch die vielfältigen Anwendungsbereiche ihrer inhaltsbezogenen und verspielten Bildkreationen von Accessoires bis Baugerüst-Hülle aus. Marie Schumann löst die Grenzen zwischen den Bereichen auf, etwa indem eine mit LED gewobenes Objekt sowohl Stoff, Kunstobjekt als auch Leuchte ist. An der Schnittstelle von Kunst, Design und Technologie forscht auch Selina Reiterer. Sie bringt unter anderem in Zusammenarbeit mit der EMPA oder der ETH Zürich das Potential des Textilen für die Zukunft in den Fokus. So gelang ihr mittels rezykliertem PET dessen Leitfähigkeit für ein Textil als berührungsempfindlichen Sensor anzuwenden und in Klang umzuwandeln.