«S’Vreneli ab em Guggisberg» ist das älteste bekannte Schweizer Volkslied. Die Geschichte der zwei unglücklich Liebenden soll sich zwischen den Jahren 1660 und 1670 zugetragen haben, wie ein Eintrag in der Einwohnerzählung von Guggisberg aus dem Jahre 1715 belegt. Das dazu gehörende Guggisberglied wurde erstmals 1714 erwähnt und die älteste erhaltene Textvariante stammt aus dem Jahr 1764. «S’Vreneli ab em Guggisberg» erzählt eine Geschichte, die viele kennen und deren Tragik berührt. Die Figuren haben eine gemeinsame verschwiegene Vergangenheit. Erst die Liebe zwischen Vreneli und Hans-Joggeli bringt das Verborgene ans Licht.

Vreneli wächst vor dem Berg auf dem stattlichen Hof bei der Linde auf, früh verliert es seinen Vater. Der Ammann und reiche Bauer wird Beistand der Witwe und ihrer Tochter Vreneli. Dieser möchte seinen Sohn Peter mit Vreneli verheiraten, den Hof bei der Linde und die Zelg zum Grossbetrieb vereinen. Vreneli hat sich aber bereits für Simes Hans-Joggeli, den Sohn eines Kleinbauern hinter dem Guggershorn, entschieden. Dem reichen Bauernsohn Peter von der Zelg missfällt diese Liaison; er will dem unwürdigen Hans-Joggeli das Vreneli mit einer tüchtigen Tracht Prügel austreiben. Beim heftigen Gerangel stürzt Peter so unglücklich, dass er bewusstlos liegen bleibt. Hans-Joggeli glaubt, er habe Peter umgebracht und er flieht vor der Strafverfolgung in fremde Kriegsdienste. Vreneli zerbricht, wie wir die Verzweiflung aus dem melancholisch traurigen Lied kennen, an der unerfüllten Liebe.

Mit drei Puppen und drei Schauspielern wird das Theater überLand eine Geschichte von Liebe, Hoffnung, Verzicht und Intrigen auf die Bühne bringen. Nicht fehlen darf das bekannte musikalische Thema, gleichsam als Sehnsuchtsmotiv und Herzschlag des Theaterabends. Durch Fragmente und eigene Klangwelten wird dem unvergesslichen Lied eine Aktualisierung zuteil, ohne dabei die ursprüngliche Melodie zu verlieren. Diese Mittel will die Inszenierung nutzen, um den Themen und Charakteren Raum für eine kraftvolle emotionale Entfaltung zu bieten.