Beim Eingang stehend begrüsst Präsident Lukas Pelzmann Freunde und Gäste. Die Anspannung ist ihm anzumerken. Hat er doch als Verantwortlicher vom Musical-Verein und als Schauspieler eine Doppelrolle zu erfüllen. In den letzten Tagen war es nicht leicht für die ganze Truppe: Man wusste bis vier Tage vorher nicht, ob die Aufführung wegen des Coronavirus stattfinden würde oder nicht. Gross war dann die Erleichterung, als das OK vom Kanton kam.

Die Geschichte des Musicals «Schuldlos» spielt sich in einem kleinen englischen Städtchen ab. Der Gefängnisdirektor und seine Frau tun sich schwer mit den Verurteilten der Kleinstadt. Er lässt die Gefangenen vom befreundeten Priester nochmals beurteilen. Er hofft, dass das Wort Gottes mehr zählt als das der Richter. Jeder der Gefangenen erzählt seine Geschichte, mit der Hoffnung, dass der Gottesmann sie versteht und ein mildes Urteil spricht. Was aber weder der Priester noch der Direktor und seine Frau ahnen, Tochter Emma hat sich in einen Gefangenen verliebt und verzweifelt hofft, dass er freigesprochen wird. 

Weitere Aufführungen

Die ganze Geschichte wird mit Liedern und Musik erzählt. Die Schauspieler zeigten sowohl im Chor als auch solistisch ihr Können. Die Rollen wurden passend auf die Stimmlagen verteilt. Schade war nur, dass bei einigen Solo-Passagen die Musik etwas zu laut war. Ob das Gute oder das Böse schlussendlich gesiegt hatte, lassen wir hier offen. Das Publikum am Samstagabend feierte die Vorstellung mit grossem Applaus und einer Standing Ovation. Weitere Vorstellungen sind am Sonntag 8. März in der Tonhalle Wil und am 21. sowie 22. März im Gemeindesaal von Gommiswald.

Weiteres Projekt noch nicht in Sicht, aber...

Nach der Vorstellung steht ein sichtlich entspannter und glücklicher Lukas Pelzmann Rede und Antwort. Er sei glücklich, dass alles so gut geklappt und die Vorstellung überhaupt stattgefunden habe. Gegenüber hallowil.ch erzählt er, dass das ganze Musical bis auf die Lieder eine Eigenproduktion ist. Priska Hoegger schrieb die Geschichte und das Drehbuch. Daniel Pfister und Désirée Forte führten Regie. Florence Gemperli übernahm die musikalische Leitung. Daria Schönenberger leitete den Chor. Rahel Münch, Rahel Gerber und Janina Rüdisühli waren für die Choreographie verantwortlich. Marisa Zweifel entwarf und nähte die Kostüme, Sahra Reifler übernahm die Maske und Manuel Herrmann gestaltete das Bühnenbild.

Ein weiteres Projekt sei noch nicht in der Pipeline, meint Lukas Pelzmann. Aber mit dem Erfolg der ersten Aufführung sei es durchaus möglich, dass die Truppe vom «Musical-Virus» gepackt wurde und sich für eine weitere Produktion entschliessen kann.