Die tragischen Szenen trugen sich im Jahr 2016 in einem Haus an der Hauptstrasse mitten in Bronschhofen zu. Die Ehefrau eines Russen wurde tot aufgefunden. Für das Kreisgericht Wil in Flawil war die Sachlage klar und sie verurteilte den 46-jährigen Russen zu einer zwölfjährigen Freiheitsstrafe und einem 15-jährigen Landesverweis. Doch das Urteil ist bis heute nicht rechtskräftig. Denn der Mann zog den Fall vor das Kantonsgericht weiter und forderte dort am Dienstag Freispruch. Er bestritt, seine Ehefrau gewürgt zu haben. Dies berichtet «20 Minuten» in seiner Online-Ausgabe. Demnach fordert die Staatsanwaltschaft im Gegenzug eine Erhöhung des Strafmasses auf 15 Jahre.

Laut dem Artikel habe das Ehepaar mit der gemeinsamen Tochter zu jenem Zeitpunkt als Asylbewerber in der Schweiz gelebt. In seiner Heimat sei dem Mann aufgrund von politischen Matchkämpfen eine Straftat unterstellt worden, die er nicht begangen habe. Um nicht lange eingesperrt zu bleiben, habe er mit seiner Ehefrau und der Tochter die Flucht ergriffen. Nach einigen Monaten hätten Frau und Tochter in die Heimat zurückkehren wollen, weil die Mutter und Grossmutter im Sterben lag. Darin sah die Staatsanwaltschaft das Motiv, da der Russe nicht ohne Familie habe leben wollen. Vor dem Kantonsgericht wies der Angeklagte alle Vorwürfe jedoch von sich, wie «20 Minuten» weiter berichtet. Er sei mit der Entscheidung einverstanden gewesen. Er stellte vor Gericht diverse Mutmassungen an, wer seine Frau ermordet haben könnte. Zudem zeigte er sich überzeugt, dass die Frau erst nach dem Tod ins Ehebett gelegt worden sei.

Gemäss dem Artikel wird das Urteil des Kantonsgericht St. Gallen in den nächsten Tagen erwartet. (sdu)