An der Delegiertenversammlung, die am Dienstagnachmittag in den Räumlichkeiten der Autowelt von Rotz in Wil stattfand, konnte der Präsident der RVM-Süd, Andreas Widmer, positive Zahlen vorlegen. Obwohl im Jahr 2019 keine längere Trockenperiode zu verzeichnen war, ergab sich ein Rekordumsatz von 1 727 444 m3 Wasser. Damit wurde das bisherige Rekordjahr 2018 um rund 8000 m3 Wasser getoppt.

Präsident Widmer führte dies darauf zurück, dass «viele Landwirte und Gemüseproduzenten einen seit Jahren steigenden Bedarf an Wasser haben». Gleichzeitig seien jedoch die privaten Verbraucher und die Geräte immer sparsamer geworden, so dass der Anstieg nicht stärker ausfiel. Nichtsdestotrotz sei, trotz der neuen Rekordmarke, der maximale Auslastungsgrad an keinem Tag im Jahr auch nur annähernd erreicht worden. Insgesamt lag der Auslastungsgrad des Versorgungswerkes gerade einmal bei 26 Prozent und stieg selbst am verbrauchsintensivsten Tag des Jahres gerade einmal auf 35 Prozent an. «Das Wasservorkommen in der Thur-Ebene zeigt sich auch in Extremsituationen als sehr ausgiebig und als qualitativ einwandfrei», so Widmer.

Ein Problem, das immer mehr zunehme, seien die zunehmenden Bauvorhaben auf ehemaligem Landwirtschaftsland. In solches seien nämlich vor über 45 Jahren die RVMSüd-Leitungen bewusst gelegt worden. Die Siedlungsentwicklung an vielen Orten und die Entstehung grösserer Gewerbegebiete bringe es jedoch nun mit sich, dass man sich mit vielen kostspieligen Leitungsumlegungen beschäftigen müsse, so Widmer.


Erfreut über das Minus

Erfreulich präsentiert sich auch die Finanzsituation des Zweckverbandes – steht doch einem Ertrag von 648 575 Franken einen Aufwand von 585 021 Franken gegenüber. Da laut Vorschrift 15 Prozent des Wasserverkaufs – in diesem Fall 79 460 Franken – zwingend dem Erneuerungsfonds zugewiesen werden müssen, musste Kassier Goar Schweizer einen Verlust von 15 906 Franken ausweisen. Er tat dies mit dem Hinweis, dass die Reserve noch über 500 000 Franken betrage, so dass man sich noch etliche Defizite in der gleichen Grössenordnung erlauben könne. Widmer zeigte sich erfreut über das Minus, denn es könne nicht das Ziel der RMV-Süd sein, immer mehr Gewinne anzuhäufnen, wenn man ihrer nicht bedürfe, wie das aktuell der Fall sei. Positiv war auch, dass alle 48 untersuchten Wasserproben des vergangenen Betriebsjahres belegten, dass «das RVM-Trinkwasser von einwandfreier Qualität ist», so Widmer.

Im Anschluss an die ordentlichen Traktanden sprach der Trinkwasserinspektor des Kantons Thurgau, Sandro Brandenberger, über die Qualität des Trinkwassers. Seiner Aussage nach sei das Trinkwasser im Thurgau top. Natürlich könne man mit den modernen Technologien auch krebserregende Stoffe im Trinkwasser nachweisen. Diese seien jedoch so minim, beziehungsweise extrem verdünnt, dass sie auf keinen Fall einen Schaden anrichten könnten. «Es gibt heute kein Trinkwasser ohne chemische Verunreinigung mehr, doch die gemessenen Werte sind so gering, dass man täglich hunderttausende an Litern trinken müsste, damit man überhaupt ein Änderung messen könnte», warnte Brandenberger davor, der «Panikmache der Medien» aufzusitzen.