Eröffnet wurde die Kammermusikstunde mit einer munteren Sonatine von Carl Maria von Weber. Im Wechselspiel übernahm jeweils eines der drei Instrumente die Führung und konnte so die Klangfarbe prächtig entfalten. In der Folge spielten die Musikerinnen und der Musiker Kompositionen von drei Barockkomponisten, und zwar in unterschiedlichen Besetzungen, genauso wie es auch im Barock üblich war. Überraschend war, dass sich in der Fantasia von G. Ph. Telemann, die eigentlich für ein Soloinstrument geschrieben ist, die Oboistin und die Violinistin den Solopart aufteilten. Sie stellten sich je in einen der beiden verbundenen Konzertsäle, mit dem Publikum dazwischen, und spielten sich die einzelnen Melodiesequenzen zu. Ein origineller Effekt entstand.

In der Suite in g-Moll von M. Corrette präsentierte sich das Ehepaar Burri-Bosshart musikalisch voll harmonierend und stellte die für den Barock typischen Tänze in differenzierten Formen dar. Ebenso gelang es anschliessend dem Trio, mit der kleinen Suite von G. Muffat die spielerisch tänzerischen Elemente dieser Musikepoche hervorzuheben, sodass man sich fast bildlich vorstellen konnte, wie sich die Damen und Herren im Barockzeitalter auf der Tanzfläche bewegten.

Mit dem Trio in C-Dur, op. 87, von L. van Beethoven wurde der Schritt in die Klassik vollzogen und gleichzeitig übernahm Paul Scharf die Violastimme (Thomas Burri-Bosshart musste aufgrund eines Unfalls den Oberarm schonen.) Mit seinen Kompositionen hatte Beethoven in seiner Zeit oft experimentiert und teilweise auch das Publikum schockiert. Das treue Baronenhauskonzertpublikum, welches den Saal bis auf den letzten Platz füllte, war jedoch nicht schockiert, sondern hoch erfreut. Es honorierte auch hier die präzise Ausdruckstechnik des Trios und die virtuose Brillanz der Oboistin mit langem anhaltendem Applaus.

Aufgelockert wurden die Musikstücke immer wieder durch kurze Einführungen in die Werke und durch witzige Bemerkungen, was vom Konzertpublikum sehr geschätzt wurde. Als Zugabe noch eine weitere Überraschung: Aus dem Trio wurde ein Quartett. Dieses verabschiedete sich mit beschwingten Kompositionen aus der heutigen Zeit. Mit einem Tango und einem Ragtime wurde der noch lange nachklingende Abend beschlossen. 

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 Marietta Burri-Bosshart, Flurina Sarott, Paul Scharf, Thomas Burri-Bosshart (v.l.).