Land unter auf der Wiler Weierwise am Samstagabend, 15. Juni. Ein Unwetter hatte sich über Wil entladen – gepaart mit kräftigen Windböen. Spätestens zu jenem Zeitpunkt war klar, dass ein Abbruch des Openairs Rock am Weier die einzig richtige Entscheidung war. Um 20.30 Uhr hatten die Veranstalter die Reissleine gezogen und das Openair erstmals in der Geschichte vorzeitig beendet. Damit gingen ihnen wichtige Einnahmen durch die Lappen, da gerade der Samstagabend betreffend Konsum äusserst ertragsreich ist.

Mittlerweile hat das Organisationskomitee abgerechnet. Auf Anfrage von hallowil.ch will Rock-am-Weier-Mediensprecher Marc Bislin keine konkreten Zahlen bekannt geben. Er sagt aber: «Wir rechnen mit einem Defizit. Allerdings können wir dieses mit den gebildeten Reserven sowie den vereinbarten Defizitgarantien mit vereinzelten Sponsoren ausgleichen.» Fakt ist: Vor dem Sturm konnten am Freitagabend und Samstagnachmittag so viele Zuschauer angezogen werden, dass sich der finanzielle Schaden in Grenzen hält.

Keine nennenswerten Sachschäden

Die Veranstalter sind mit einem blauen Auge davongekommen. Verletzte Personen gab es keine und die Festivalbesucher haben nach dem Abbruch das Gelände ruhig und gesittet verlassen. Auch die Sachschäden konnten «sehr tief» gehalten werden, wie Bislin sagt. Dies dank präventiver Massnahmen, die vor dem Eintreffen des Sturms getroffen wurden. «Wir sind glücklich, dass wir deshalb keine nennenswerten Schäden zu verzeichnen haben», sagt Bislin.

Mittlerweile steht fest, dass es auch 2020 ein Rock am Weier geben wird – mit spezieller Feierstimmung. Das hat nicht damit zu tun, dass die Organisatoren ihr Überleben zelebrieren möchten. Vielmehr ist es dann die 20. Ausgabe des Wiler Festivals. «Wir wollen auch nächstes Jahr ein Gratis-Openair veranstalten», sagt Bislin mit Betonung auf dem Wort «gratis».

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So hat hallowil.ch am 18. Juni berichtet:

Natürlich ist das Organisationskomitee des «Rock am Weier» enttäuscht, dass die Veranstaltung am Samstagabend, kurz vor 20.30 Uhr wetterbedingt abgebrochen werden musste. «Für die gebuchten Künstler, die Besucher und die Organisatoren war es schon traurig», sagt Marc Bislin, Medienverantwortlicher und OK-Mitglied des Wiler Openairs, «aber wir sind überzeugt, dass es die richtige Entscheidung war». Die Sicherheit gehe selbstverständlich vor. Und diese Entscheidung hätten alle vor Ort gemeinsam getroffen, «zusammen mit der Feuerwehr, Polizei, dem Rettung- und Sicherheitsdienst». 

In dieser Entscheidung fühlt sich das OK nun drei Tage danach bestärkt. Nachdem das Openair zum ersten Mal in seiner Geschichte wegen des Wetters abgebrochen werden musste, reagierten die Menschen aus der Region vor allem in den sozialen Netzwerk positiv auf diese Entscheidung. «Diese Reaktionen bedeuten den Organisatoren sehr viel», so Bislin. 

Openair zum 20-Jahr-Jubiläum soll stattfinden

Gerade weil das «Rock am Weier» ein kostenloses Openair ist und vor allem mit Sponsorengeldern und den Einnahmen während des zweitägigen Festivals über die Runden kommt, stehen nun wichtige Fragen offen: Welche Auswirkungen hat der Festival-Abbruch auf die Finanzen des schweizweit grössten Gratis-Openairs? Und wie hoch sind die Einbussen? «Finanziell gesehen, war diese Entscheidung bitter», so Bislin, «denn wir sind von den Einnahmen am Samstagabend abhängig». Samstags werde besonders viel – vor allem Alkohol – konsumiert. Wie hoch die finanziellen Einbussen sind, kann Medienverantwortliche Bislin zum aktuellen Zeitpunkt nicht sagen. «Wir stecken noch mitten in den Abklärungen», sagt er. Obwohl der wetterbedingte Einbruch Einbussen verursacht hat, möchte das OK schon etwas klarstellen: Die OK-Mitglieder geben alles, damit das «Rock am Weier» nächstes Jahr zum 20-jährigen Jubiläum über die Bühne gehen kann. «Und da sind wir bereits heute optimistisch», so Bislin.

Erfreuliche Besucherzahlen

«Trotz des Abbruchs mitten im Programm sind wir mit den Besucherzahlen zufrieden», sagt Bislin. So habe das diesjährige «Rock am Weier» für den Openair-Beginn am Freitagabend einen neuen Rekord aufgestellt: Gleich am ersten Abend strömten rund 6500 Besucher auf das von freiwilligen Helfern aufgebaute Gelände. «Bis zum frühen Samstagabend haben weitere 7500 Personen das Openair besucht», informiert Bislin. 

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Am Tag nach dem Abbruch des Wiler Openairs «Rock am Weier» hat «hallowil.ch»Korrespondentin Bettina Brauchli Folgendes berichtet: 

hallowil.ch wollte vom Medienverantwortlichen, Marc Bislin, Näheres erfahren, wie es zum Abbruch des Samstagsprogramm kam.

hallowil.ch: Herr Bislin, wann habt ihr genau entschieden, das OpenAir abzubrechen?
Um 20.30 Uhr haben wir entschieden, das OpenAir abzubrechen.

hallowil.ch: Hattet ihr Kontakt mit dem Flughafen oder einem Wetterdienst, betr. Verlauf der Gewitterzelle?
Ja, wir hatten ständigen Kontakt mit unserem Wetterdienst.

hallowil.ch: Gab es vorab schon ein Konzept zur Evakuation? Mithilfe des Sicherheitsteams, oder war auch Feuerwehr oder Polizei vor Ort?
Das gesamtheitliche Sicherheitskonzept wurde mit den verantwortlichen Personen im Vorhinein besprochen und bewilligt. Während dem Festival fanden regelmässige Sicherheitsrapporte zusammen mit Polizei, Rettung, Feuerwehr, Sicherheitsdienst, Werkhof sowie dem Organisationskomittee statt an denen das weitere Vorgehen laufend analysiert wurde. Zudem stand den Sicherheitsverantwortlichen laufend ein Meteodienst zur Verfügung. Bei prognostizierten Unwetterwarnungen entscheidet der eingesetzte Krisenstab über das weitere Vorgehen oder einen allfälligen Abbruch.

hallowil.ch: Wie ging die Evakuation vonstatten (via normalen Ausgang, Notausgänge; allenfalls Panik unter den Besuchern?)
Da es sich nicht um eine Evakuation, sondern um eine geordnete Räumung handelte, haben die Besucher das Festival über die normalen Ausgänge verlassen. Dementsprechend verlief auch die Räumung ruhig, gesittet und ohne Zwischenfälle.

hallowil.ch: Gab es Schäden an Anlagen? Sind Ausfälle dieser Art versichert, auch gegenüber den Bands, Künstlern?
Es ist noch zu früh, um genauere Angaben über die rechtliche Situation bekanntzugeben. Zurzeit sind wir in Abklärung.

hallowil.ch: Gibt es für den Abbau nun einige Mehrarbeit?
Auf Grund des starken Regens gestaltet sich der Abbau aufwändiger als in anderen Jahren. Aktuell sind wir jedoch bereits mit vielen Helfern vor Ort, um den Abbau vorzunehmen.

hallowil.ch: Fazit vom OK: muss für weitere OpenAir das Sicherheitskonzept angepasst werden, oder hat insgesamt alles funktioniert wie es sollte?
Wir werden zusammen mit den verantwortlichen Personen eine Nachbesprechung machen. Grundsätzlich sind wir aber zufrieden, wie gut das Sicherheitskonzept funktioniert hat.