Lehrlinge aus allen möglichen Branchen trifft die aktuelle Corona-Krise gleich doppelt und dreifach: Die Berufsschulen sind vorübergehen geschlossen, am Arbeitsplatz ist nichts mehr wie vorher und für die Lehrabgänger finden keine Abschlussprüfungenn statt. Keine einfache Zeit für die jungen Berufsleute. Trotzdem lassen sich nicht alle Lehrlinge von der aktuellen Krise und der ausserordentlichen Lage unterkriegen. So beispielsweise drei Lehrlinge der Wiler Confiserie «Hirschy». Vanessa Stäheli, Elin Näff und Simone Sutter haben trotzdem ihre Schaustücke für die Lehrabschlussprüfung fertig gestellt. Auch wenn sie nicht wie geplant als Ausstellungsstücke der diesjährigen Lehrlingsarbeiten an der OFFA gezeigt werden. «Diese Arbeiten haben sie freiwillig gemacht», sagt Adrian Studer, Geschäftsführer der Confiserie «Hirschy», gegenüber hallowil.ch. Er sei stolz auf solche «fleissigen und motivierten Auszubildenden». Er habe aber auch nichts anderes erwartet. «Deshalb haben wir die beiden Schaustücke und den Verkaufstisch in unserem aktuell leeren Café ausgestellt», so Studer.

Nach Angaben von Studer, der auch Lehrlingsobmann des Vereins Ostschweizer Confiseure ist, haben seine Lehrlinge die Schaustücke selbst konzipiert, aus Couverture modelliert und zusammengebaut. «Ich war nur im Hintergrund und habe den einen oder anderen Tipp gegeben», sagt er. So sei der Lerneffekt besonders vorhanden. Schliesslich liegt es Studer am Herzen, sich für die Ausbildung von jungen Berufsleuten einzusetzen. Immerhin sei qualifiziertes Personal der Schlüssel für eine konstante und hohe Qualität. Der Berufsnachwuchs sei für seinen traditionsreichen Familienbetrieb bedeutend.

Mehr als 60 Stunden Aufwand

Dass die drei jungen Berufsleute ihre Arbeiten für die Lehrabschlussprüfungen trotzdem fertig gestellt haben, hat einen bestimmten Grund. «Wir haben im November mit dieser selbständigen Arbeit angefangen», sagt Vanessa Stäheli, die sich aktuell im dritten Lehrjahr befindet, «wäre doch schade gewesen, hätten wir nur wegen dem Corona-Virus alles aufgegeben.» Ausserdem habe ihnen die Arbeit trotz grosser Herausforderungen Spass gemacht. Im Schnitt haben vor allem Vanessa Stäheli und Elin Näf für ihre komplett essbaren Schaustücke aus Schoggi-Couverture mehr als 60 Stunden gebraucht.

Im Video-Interview erzählen die drei Lehrlinge, welche Ideen hinter ihren Schaustücken stehen und welche Herausforderungen sie in den letzten Monaten begleitet haben:

 
(Video: Magdalena Ceak)