In der Uzwiler Garderobe gereichte man sich nach dem dritten Sieg hintereinander den Stiefel Bier. Einerseits ist ein Erfolg in einem Derby immer etwas Spezielles. Andererseits musste man über zwei Jahren auf einen solchen warten. Dass die drei Punkte dieses Mal in der Uzehalle blieben, war die logische Konsequenz einer Partie, in welcher die Uzwiler schlicht mehr taten für den Erfolg als der Gegner. Einzig in der zweiten Hälfte des Mitteldrittels gerieten die Gastgeber unter Druck. Die Torumrandung und ein starker Goalie Daniel Schenkel sorgten aber dafür, dass es beim Anschlusstreffer von Andrej Maraffio im Powerplay zum zwischenzeitlichen 2:1 kurz vor der zweiten Sirene blieb.

Davor und danach hatten die Uzwiler das Geschehen erstaunlich gut unter Kontrolle – und auch den 19-fachen Wiler Torschützen Andreas Ambühl. Von den Äbtestädtern kam an diesem Abend deutlich zu wenig. Es fehlte an Leidenschaft, läuferischem Einsatz und Biss. Kurzum: Die Gäste waren nicht im Derby-Modus. «Wir haben im Kollektiv versagt. Von zuvorderst bis zuhinterst hat nichts gestimmt. Wir hätten noch einen Match spielen können und es wäre nicht besser geworden», sagte ein enttäuschter EC-Wil-Trainer Andy Ritsch.

Entscheidung schon im Startdrittel

So mager der Auftritt der Wiler war, so gut war jener der Uzwiler. Dieser ist auch unter dem Aspekt zu sehen, dass trotz junger Ergänzungsspieler wieder ein nicht allzu breites Kader zur Verfügung stand. Zudem verletzte sich Alec Jäppinen schon früh am Fuss und konnte nicht mehr mitspielen. Auch Manuel Grigioni konnte wegen Schwindelanfällen nicht mehr mittun. Andere Offensivkräfte sprangen in die Bresche. Robin Reinmann und Timo Belfiore erzielten je einen Doppelpack. Die ersten drei Treffer fielen in numerischer Überzahl. Der letzte wurde in Unterzahl erzielt, da die Wiler in der Schlussphase Goalie Fabio Meier durch einen sechsten Feldspieler ersetzt hatten. «Die eine oder andere Strafe hat uns das Genick gebrochen», sagte Ritsch.

Die entscheidende Szene spielte sich bereits nach einer Viertelstunde ab. In Überzahl spielend, liefen die Uzwiler in einen Konter. Wils Remo Heitzmann liess alleine vor Goalie Schenkel die Chance aber ungenutzt. Im unmittelbaren Gegenzug trafen die Gastgeber. Es stand 2:0 statt 1:1. «Wir sind gut ins Spiel gekommen. Das hat uns angestachelt. Wir wollten den Sieg unbedingt», sagte Uzwils Trainer Mischa Wasserfallen. Somit revanchierten die Uzwiler nicht nur für die 0:4-Niederlage im Bergholz Anfang November, sondern auch für diverse weitere Derby-Pleiten in der jüngeren Vergangenheit.

Es fehlen weiterhin zwei Punkte

Wie wichtig der Sieg war, stellte sich am Abend danach heraus. Denn auch das vor und nach dieser Runde auf Rang acht Klassierte Prättigau-Herrschaft kam zu einem 4:1-Erfolg, womit sich in dieser Runde am Strich keine Veränderung ergab. Den Uzwilern fehlen weiterhin zwei Punkte zu den Playoffs.

Noch sechs Spiele sind ausstehend in der Qualifikationsphase. Während die Bündner noch viermal zuhause spielen können, müssen die Uzwiler noch viermal auswärts ran - davon zweimal in Aarau gegen die Argovia Stars. Allerdings "dürfen" die Uzwiler noch dreimal gegen ein Team antreten, das derzeit hinter ihnen klassiert ist. Bei den Bündnern ist dies nur noch einmal der Fall. Für Spannung ist gesorgt. Ein Direktduell gibt es nicht mehr.

Restprogramm Prättigau-Herrschaft (8. Platz, 21 Spiele/29 Punkte):
- Wetzikon (h)
- Rheintal (h)
- Bellinzona (a)
- Arosa (h)
- Pikes Oberthurgau (a)
- Herisau (h)

Restprogramm Uzwil (9. Platz, 21 Spiele/27 Punkte):
- Argovia (a)
- Wil (a)
- Reinach (a)
- Wetzikon (h)
- Frauenfeld (h)
- Argovia (a)

Post inside
War die Uzwiler Lebensversicherung und wurde zum besten Spieler der Gastgeber ernannt: Goalie Daniel Schenkel.

Resultate, 1. Liga, Gruppe Ost, 21. Runde:
Uzwil – Wil 4:1
Herisau - Bellinzona 0:4
Pikes Oberthurgau - Argovia 4:2
Reinach - Prättigau-Herrschaft 1:4
Wetzikon - Arosa 5:4
Rheintal – Frauenfeld 1:2

Rangliste:
1. Wetzikon 21/48. 2. Arosa 21/43. 3. Bellinzona 21/41. 4. Frauenfeld 21/39. 5. Wil 21/38. 6. Pikes Oberthurgau 21/37. 7. Herisau 21/35. 8. Prättigau-Herrschaft 21/29. 9. Uzwil 21/27. 10. Argovia 21/18. 11. Rheintal 21/17. 12. Reinach 21/6.

Nächste Spiele, 22. Runde:
Samstag, 12. Januar: Pikes Oberthurgau – Bellinzona (17.00 Uhr), Argovia – Uzwil (17.20 Uhr), Wil – Reinach (17.30 Uhr), Frauenfeld – Herisau (17.30 Uhr), Prättigau-Herrschaft – Wetzikon (18.30 Uhr).
Sonntag, 13. Januar: Arosa – Rheintal (15.30 Uhr).