Das Thema «Catering Service» wird in der Stadt Wil heiss gegessen. Nach der Vergabe vor drei Jahren an die SV Schweiz AG – zuvor hatte die Genossenschaft Migros Ostschweiz gekocht – war der Wiler Stadtrat wegen der damaligen Ausschreibung unter Druck geraten. Nun gibt die Stadt Wil bekannt: Die Firma SV Schweiz AG aus Dübendorf kocht auch die nächsten drei Jahre für die Wiler Schulen.

Rückblende: Seit Beginn des Schuljahres 2008/09 gelten im Kanton St. Gallen Blockzeiten. Die Gemeinden sind verpflichtet, bedarfsgerechte Mittagstische anzubieten. Die Standorte von Mittagstisch und Tagesstrukturen in der Stadt Wil verfügen nicht über die erforderliche Infrastruktur, um Mahlzeiten vor Ort selber zu kochen. Im ordentlichen Zyklus von drei Jahren erfolgte daher eine neue Ausschreibung für das Catering der Mittagessen. Im Vorfeld der Ausschreibung haben Kontakte mit lokalen Gastroanbietern stattgefunden. Dabei wurde auf die anstehende Vergabe aufmerksam gemacht und auch in individuellen Gesprächen darüber informiert. Nach der öffentlichen Ausschreibung für den Catering-Service vom August 2019 bis Juli 2022 hat ein Fachgremium die Offerten gesichtet und benotet. Dies schreibt die Stadt Wil in einer Mitteilung.

Preis mit hohem Gewicht

Aufgrund der rechtlichen Rahmenbedingungen bei öffentlichen Ausschreibungen ist eine generelle Bevorzugung von ortsansässigen Anbietern nicht möglich, so die Stadt Wil weiter. Bei der Bewertung floss der Angebotspreis zu 50 Prozent ein. Die Qualität der Lebensmittel sowie des Menüplans wurden mit 25 Prozent gewichtet. Dem Departement Bildung und Sport sei es ein wesentliches Anliegen gewesen, dass die Qualität und damit verbunden die ökologischen Aspekte der Lebensmittel einen entsprechenden Stellenwert in der Vergabe erfuhren. Die restlichen Prozente wurden der Organisation des Anbieters und dem Auftragsverständnis beigemessen. Der Stadtrat hat den Auftrag in der Folge an die SV Schweiz AG vergeben. «Der SV punktete mit dem preislich günstigsten Angebot und wusste auch mit den Ausführungen zu den weiteren Zuschlagskriterien zu überzeugen», schreibt die Stadt.

Dieser Entscheid dürfte für Diskussionen sorgen. Die Grünen Prowil hatten in einer Interpellation die Wiler Lösung kritisiert, unter anderem wegen zu langer Transportwege und «sehr viel Kunststoffabfall». Zudem wurde eine Lösung mit einem regionalen Anbieter gefordert. Mittlerweile hat der Stadtrat die Antworten geliefert. Das Thema ist kommende Woche im Stadtparlament traktandiert. (sk/sdu)

Nachzug: Das sagt Stadtparlamentarier Guido Wick zum Entscheid.